Gartentipp
Tafeltrauben – welch ein Genuss
27. August 2018

Bedingt durch die sehr warme Witterung in diesem Sommer beginnt die Weinlese in diesem Jahr früher als sonst. Auch in Bayerns Gärten wird es Zeit für die Ernte wohlschmeckender Früchte. „Moderne Tafeltrauben sind robust und geschmacklich gut“, behaupten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie und stellen einige pilzwiderstandsfähige Sorten vor.

Während typische Keltertrauben anfällig für Oidium (Echter Mehltau) und Peronospora (Falscher Mehltau) sind, bleiben viele Tafeltrauben bei richtiger Pflege und optimalem Standort weitestgehend gesund. Der Fruchtstand der Tafeltrauben ist locker aufgebaut, trocknet deshalb schneller ab und ist somit widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten.

Trauben über einige Wochen hinweg

Bei mehreren Sorten im Garten ist es möglich frische Trauben über einen langen Zeitraum zu haben. Gut sind Kombinationen mit frühen und mittelspäten bis späten Sorten. Wer mehr Platz hat, kann auch noch mit den Farben variieren. Es gibt jedoch auch Sorten, die lange am Rebstock hängen bleiben und somit stets nach Gebrauch geerntet werden.
Alle nachfolgend angegebenen Reifezeiten beziehen sich auf den Anbau im Weinbauklima und auf ein durchschnittliches Jahr. In anderen Gegenden und bei Wetterextremen kann die Ernte durchaus um zwei Wochen variieren. Durch die warme bis heiße Witterung und die teilweise geringen Niederschlagsmengen beginnt die Ernte der Trauben in diesem Jahr schon früher.
Von ‘Birstaler Muskat‘ und ‘Muskat Bleu‘ können Sie über einen langen Zeitraum ernten. Schon ab August schmecken die mittelgroßen ersten Beeren. Bis in den September hinein, lassen sie sich ernten und werden immer süßer. Weitere Sorten mit Muskatton sind ‘Palatina‘ und ‘Garant‘, deren Reife oft erst Mitte September beginnt. ‘Fanny‘ eignet sich wegen der Reifezeit Ende September bis Mitte Oktober nur für den Anbau im Weinbauklima oder an besonders geschützten Standorten. Außer ‘Muskat Bleu‘ besitzt ‘Ontario‘ ebenfalls blaue Beeren, die ab Mitte September reifen.

Wären da nicht die Kerne…..

Keltertrauben besitzen im Gegensatz zu ihrem Fruchtgehalt einen sehr hohen Kernanteil, was manchem beim Rohverzehr nicht gefällt. Bei den Tafeltrauben liegt das Verhältnis zugunsten des Fruchtfleisches. Es gibt auch „kernlose“ Sorten. Ganz ohne Kerne sind sie aber nicht. Lediglich die Samenanlagen sind so weit verkümmert, dass sie nicht mehr spürbar sind. Die einzelnen Beeren an der Traube sind kleiner als bei Sorten mit Kernen.
Empfehlenswert ist die grün-gelb reifende Sorten ‘New York‘ oder ‘Lakemont‘ mit der Reifezeit Mitte bis Ende September. Die etwas kleineren Beeren sind süß und sehr mild im Geschmack und werden von Kindern gerne gegessen. Die Frosthärte ist gut. Bei ungünstigem Wetter ist leider etwas Falscher Mehltau möglich. Ebenfalls kernlos und mit gleicher Reifezeit ist ‘Romulus‘. Die Sorte wächst stark, bringt hohe Erträge und große Trauben. Die blauen mittelgroßen Beeren der kernlosen Tafeltraube ‘Venus‘ schmecken ein bisschen nach Erdbeere. Die Pflanze selbst wächst stark und eignet sich gut für die Begrünung einer Pergola. Die rosafarbenen Beeren von ‘Vanessa‘ schmecken fruchtig süß und reifen ab Anfang September.

Schutz vor Mitessern

Heimische Tafeltrauben und besonders Trauben aus dem eigenen Garten können durchaus mit den Trauben aus dem Ausland konkurrieren. Trauben sind ein typisches Naschobst, denn die Beeren isst man gleich roh. Auch Vögel und Wespen lieben die saftigen und süßen Früchte. Ein feinmaschiges Gewebe, z. B. Gemüsefliegennetze oder Organzasäckchen, schützt die Trauben zuverlässig. Auch die Kirschessigfliege kann Schaden anrichten, besonders dann, wenn die Früchte ihre Reife erlangen. Organzabeutel bieten auch hier noch ausreichend Schutz. Das Gewebe ist sehr feinmaschig und lässt sogar Wasser abperlen. Dies schützt dann gleichzeitig noch vor Befall mit Grauschimmel.

Weiteres Interessantes und Informatives zu Tafeltrauben finden Sie in unseren Infoschriften: