Gartentipp
Bunter Herbst
1. Oktober 2018

Der Herbst ist noch einmal ein Aufbäumen der Natur, bevor vieles abstirbt und sich braun verfärbt. „Genießen Sie und sammeln Sie Farben für den Winter“, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Die Herbstfärbung und der Fruchtschmuck sind wichtige Elemente bei der Gartengestaltung. Planen Sie dies bei Neuanlagen und Veränderungen im Garten ein.

Buntes Laub

Bei „Herbst“ denkt zunächst jeder an die Blätter, die sich bei kürzer werdenden Tagen verfärben. Dabei verschwindet die grüne Blattfarbe und andere Farben treten stärker hervor. Die Palette reicht von hellem Gelb über Orange, sämtlichen Rottönen bis zu Braun. Je trockener der Herbst und je größer der Temperaturunterschied von Tag und Nacht, umso kräftiger erscheinen die Farben. Besonders farbintensiv sind Ahorn-Arten und –Sorten, aber auch Felsenbirne, Perückenstrauch und viele andere. Jedoch färben sich nicht nur die Blätter der Bäume und Sträucher, auch viele Stauden bilden rotes oder gelbes Herbstlaub. Gelb sind die Blätter der Funkien, die sich später auf den Boden legen und bis zum nächsten Frühjahr verrottet sind.
Herbst- und Wintergemüse kommen nun im Gemüsegarten zur Geltung. Besonders attraktiv ist die Mangold-Sorte ‘Bright Lights‘ mit den gelben, orangen oder roten Blattstielen. Interessant ist auch das Blatt selbst, das leicht gewölbt erscheint. Die gekrausten Blätter des Grünkohl und hier besonders die Sorte ‘Red Bor‘ mit blau-lila Blättern fallen auf. Der Palmkohl besitzt schmale dunkelgrüne Blätter und ist im Gemüsegarten ebenso eine Attraktion wie der Radicchio mit seinen roten Köpfen.

Bunte Blüten

Lila, weiß und rosa sind die dominierenden Blütenfarben. Die gelben Farben des Spätsommers und Frühherbstes haben sich zurückgezogen. Während vor drei Wochen noch Staudensonnenblumen und Rudbeckien blühten, ist jetzt die große Zeit der Herbstastern. Üppig blühen sie in verschiedenen Höhen, von blau, lila bis rosa Farbschattierungen. Die Waldaster besitzt weiße Blüten wie auch die Myrten-Aster, mit unzähligen winzigen Blütchen. Vereinzelt blühen noch Rosen. Fetthennen und verblühte Hortensien fallen besonders auf. Herbst-Alpenveilchen zeigen ihre Blütenschönheit zwischen dem abgefallenen Laub der Bäume. Auch die Blüten der Dahlien liefern bunte Farbkleckse, solange noch kein Frost kam. Gartenchrysanthemen bringen Farbe in den Herbstgarten. Rosafarbene bis hell violette Blüten der giftigen Herbstzeitlose erscheinen zwischen den Stauden.

Attraktive Früchte

Viele Ziergehölze bilden attraktive Früchte. Manche sind von der Form her interessant, andere bestechen durch ihre Farbigkeit. Leuchtend rot hängen Früchte des Gewöhnlichen Schneeballs oft bis zum Winter in Rispen am Strauch. Die Einzelbeeren erreichen eine Dicke bis zu einem Zentimeter. Rote, warzige und kugelförmige, fast himbeerartige Früchte sieht man beim Blumenhartriegel. Wie auch schon die Blüten, sitzen die etwa zwei Zentimeter dicken Früchte an vier bis sechs Zentimeter langen Stielen und zeigen nach oben.
Weiße Kugeln trägt die Schneebeere, wobei es aber auch Sorten gibt, die rosa oder helllila Früchte haben. Beim Liebesperlenstrauch, auch Schönfrucht genannt, findet man kleine lila Kugeln. Diese sind in Dolden angeordnet und sitzen nahe am Zweig. Die kleinen, aber vielen Früchte sind sehr schmückend. Außergewöhnliche Farben besitzen die Früchte der Scheinrebe. Hier hat es den Anschein, dass in einem Wasserfarbkasten experimentiert wurde. Rosa, türkis und hellblau schimmern die erbsenförmigen Früchtchen der wüchsigen Kletterpflanze.
Interessant und oft wenig bekannt sind die Fruchtstände einiger Magnolien. Rote oder pinkfarbene walzenförmige Früchte hängen an den Großsträuchern bzw. Kleinbäumen. Sie geben orangefarbene Samen frei, wenn sie sich öffnen.
Viele Früchte dienen als Wildtier-Futter über den Winter wie Hagebutten, Feuerdorn und Mahonie. Wildobst-Früchte lassen sich aber auch für uns Menschen nutzen. Die schwarzen kugeligen Früchte der schwarzen Apfelbeere oder Aronia hängen in Büscheln am Strauch. Apfelbeeren eignen sich besonders für gemischte Fruchtaufstriche oder als Saft mit anderen milden Obstsäften gemischt. Man kann sie auch am Strauch eintrocknen lassen und für das Müsli oder als sehr herben „Rosinenersatz“ verwenden.
Gelbe, etwa tischtennisballgroße Früchte hängen an den niedrigbleibenden Sträuchern der Schein- oder Zierquitte. Die Früchte sind sehr herb, lassen sich jedoch wie andere Quitten verwerten, am besten als herber Zusatz zu anderem Obst wie Apfel oder Birne. Weiter oben hängen die Früchte vom Zierapfel. Diese gibt es in ganz unterschiedlichen Sorten. Wie die Wuchsgröße und –form variieren auch die Früchte je nach Sorte von „fingernagelgroß“ bis zur Größe eines Tischtennisballs. Die Fruchtfarben reichen von hellem Gelb bis zu dunklem Rot. Außer als Dekoration verwendet man die Früchte für Fruchtaufstriche oder ähnlichem, am besten mit anderem Obst.