Gartentipp
Gemüse-Jungpflanzen – Selbst-Anzucht oder Kauf?
11. Februar 2019

Am Ende des Winters wollen viele Gartenfreunde aktiv werden und junge Pflänzchen keimen sehen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie verraten, wie die Anzucht der Jungpflanzen gelingt.

Wer keine geeigneten Bedingungen hat, sollte auf fertige Jungpflanzen zurückgreifen. Das erspart so manche Enttäuschung.

Aussaat auf der heimischen Fensterbank

Der Januar ist zum Aussäen zu früh. Während kurzer Tage und bei trüb-grauem Himmel, besteht die Gefahr, dass auflaufende Saaten wegen Lichtmangel lange, dünne, blasse und anfällige Triebe bilden. Selbst am hellsten Fenster bekommen die Pflänzchen auf der Fensterbank nur die Hälfte Licht, im Vergleich zu draußen. Kein leichter Anfang. Eine Heizung unter dem Fensterbrett verschärft die Lage nur noch mehr, denn bei schwachem Licht stehen die Pflanzen lieber kühl. Oft ist es deshalb besser den Aussaattermin auf Mitte Februar und später hinauszuzögern, wenn die Tage wieder länger werden.

Der richtige Aussaattermin

Paprika besitzt eine lange Anzuchtphase, weshalb man ihn schon Ende Januar bis Mitte Februar aussät. Bei späteren Aussaaten verzögert sich sonst die Ernte stark und es reifen nur wenige Früchte aus. Für die Anzucht von Tomaten ist noch ausreichend Zeit. Bei einer Ansaat im März entwickeln sich schnell kurze und kräftige Pflanzen, die sogar im Laufe des Sommers Tomatenpflanzen im Wuchs einholen, die früher gesät wurden. Zucchini und Kürbis sät man etwa vier bis sechs Wochen vor der Pflanzung in den Garten. Bei Gurken geht es besonders schnell, hier reichen zwei bis drei Wochen.

Die richtige Temperatur

Achten Sie auf die Temperaturangaben auf den Samenpäckchen. Diese sollten möglichst eingehalten werden, um ein zügiges Keimen und Wachsen der jungen Pflänzchen zu gewährleisten. Zu kühle Temperaturen verzögern das Keimen und es besteht die Gefahr von Fäulnis.
Fruchtgemüse benötigen zum Keimen Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Nach dem Pikieren (Vereinzeln) oder wenn die Pflänzchen eine Höhe von etwa zwei Zentimetern erreicht haben, sollten 16 bis 20 Grad Celsius angestrebt werden. Bei zu warmen Temperaturen werden die Jungpflanzen lang und dünn.
Andere Kulturen wie Sellerie, Kohlrabi, Blumenkohl oder Frühkohl reagieren mit Schossen, das heißt sie bilden vorzeitig Blütenstände aus, wenn die Anzuchttemperatur unter 14 Grad Celsius fällt. Salate dagegen benötigen zum Keimen Temperaturen unter 16 Grad Celsius.

Jungpflanzenkauf beim Gärtner

Haben Sie keine optimalen Bedingungen für die Entwicklung bestimmter Pflanzen, überwiegen die Vorteile kräftige, gesunde Jungpflanzen beim Gärtner zu kaufen. In geheizten Glashäusern kann der Fachmann Licht und Temperatur nach Bedarf regulieren.
Den Kauf kräftiger Salatjungpflanzen für die erste, frühe Kultur oder einiger zusätzlicher Tomatenpflanzen mit sichtbarem Entwicklungsvorsprung vor der eigenen Anzucht hat bestimmt noch keiner bereuen müssen.