Gartentipp
Kürbis - ein herbstliches Gemüse
12. Oktober 2020

Leuchtende und Kürbisse in unterschiedlichen Formen, Größen und Farben laden nun häufig an den Straßenrändern zum Kauf ein. Manch einer nutzt sie lediglich als Dekoration, doch sind viele Kürbisarten und -sorten ein willkommenes Herbst- und Wintergemüse. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen das vielseitige und pflegeleichte Gemüse vor.

Wer einen größeren Gemüsegarten oder Kompost besitzt, kann versuchen im nächsten Jahr selbst Kürbisse heranzuziehen. Schmackhafte Sorten bereichern den Speiseplan, Zierkürbisse dienen zur Herbstdekoration.

Kürbisse ernten

Die Kürbispflanze hat ihren Zuwachs nun beendet. Die Blätter verfärben sich gelb und sterben schließlich ab. Spätestens dann treten die herangewachsenen Kürbisfrüchte in den Vordergrund. Es ist Zeit für die Ernte. Färbt sich der Stiel braun und trocknet ein, wächst auch der Kürbis nicht mehr weiter. Die Früchte werden mitsamt einem Stielstück vorsichtig abgeschnitten und am besten ein paar Tage an einem trockenen Ort bei etwa 16 Grad Celsius gelagert. Die Schale reift nach und die Kürbisse bleiben haltbarer.
In der feucht-kalten Jahreszeit sind Kürbisse ein gesundes und wärmendes Gemüse. Besonders gerne werden dann Suppen gegessen. Aber auch als Kürbiskuchen, Kürbisspalten, Mus mit Weihnachtsgewürzen sowie in Fruchtaufstrichen gemischt mit Apfel und süß-sauer eingemacht findet das Herbstgemüse Verwendung.
Kürbisse eignen sich für herbstliche Dekorationen. Man verwendet Speise- oder Zierkürbisse. Große Früchte werden oft ausgehöhlt, die Hülle kunstvoll geschnitzt und schließlich mit einer Kerze zum Leuchten gebracht. Das ausgeschnittene Fruchtfleisch dient dann als Suppengrundlage. Es gibt sogar extra Kürbissorten für Halloween, die sich zwar gut bearbeiten lassen, aber nicht so gut schmecken wie die Speisesorten. Stehen die Kürbisse im Freien, achten Sie auf die Temperaturen. Fallen diese unter den Gefrierpunkt, benötigen die frostempfindlichen Früchte einen Schutz.

Kürbisse im Beet

Kürbisbeete sind pflegeleicht. Ab Mitte Mai werden die jungen Pflänzchen mit etwa einem Meter Abstand in das vorbreitete Beet gepflanzt. Sollten es die Temperaturen noch nicht erlauben, warten Sie besser noch ein paar Tage, denn Kürbisse sind wärmebedürftig. Wenn immer wieder eine dünne Schicht Rasenschnitt auf das Kürbisbeet gebracht wird, fördert dies das Bodenleben, schützt den Boden vor Austrocknung und liefert gleichmäßig Nährstoffe für die Pflanze nach. Vor allem während des Hauptwachstums benötigen Kürbisse ausreichend Wasser. Haben die Pflanzen erst einmal Fuß gefasst, überwuchern sie schnell das ganze Beet. Oft bilden sich an den Kürbisranken neue Wurzeln, die es der Pflanze erlauben mehr Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Aufkeimende Unkräuter werden unterdrückt und der Boden trocknet durch die Schattierung der Blätter nicht so schnell aus. Solange die Ranken saftig und die Blätter noch grün sind, bleiben Kürbisse an der Pflanze. Sie erhalten weiterhin Nährstoffe und der Geschmack verbessert sich.
Wer selbst Jungpflanzen anziehen möchte, sät ab Mitte April im Haus aus. Zur Keimung braucht der Kürbis Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad. Für Speisekürbisse verwenden Sie vorzugsweise gekauftes Saatgut. Meist sind es F1-Sorten, die bei einem eigenen Nachbau oft die „Kürbisfreude“ trüben, denn die selbstgezogenen Pflanzen aus dem eigenen Saatgut tragen meist Früchte, die nicht der Originalsorte entsprechen. Außerdem kann die Blüte von Zierkürbissen befruchtet werden, sodass die Nachkommen nicht genießbar sind.