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Kübelpflanzen
Mediterranes Flair für Balkon und Terrasse
Kübelpflanzen gab es schon in der Antike. Sie wurden in großen Holzkästen oder Tongefäßen gehalten. Seither erschienen immer wieder Berichte über hervorragende Kübelpflanzen, so über die des Perikles (494-429 v.Chr.) in Athen oder die sehr schöne Kübelpflanzengalerie des Nürnberger Stadtarztes Camerarius (um 1600): Die bedeutendsten Sammlungen befanden sich in Spanien und Italien, den beliebten Reiseländern. Das dürfte auch einer der Gründe dafür sein, dass sich immer mehr Menschen Kübelpflanzen im rauen Nordeuropa wünschen, weil sie diese herrlichen Exemplare auf Urlaubsreisen im Süden gesehen haben. Tatsächlich ist es mit etwas Geschick und Pflanzenkenntnis möglich, die schönsten Kübelpflanzen in Nordeuropa zu halten, zu überwintern und über viele Jahre in guter Qualität im Garten zu haben.
Schönmalve - Abutilon-Hybriden
Blüte, Standort: Die Schönmalve blüht von Mai bis zum Frosteinbruch. Sie liebt einen sonnigen Standort, im Schatten blüht sie nur recht spärlich, an heißen Sommertagen ist sie für Halbschatten dankbar. Sie kann übrigens auch gut als Wintergartenpflanze verwendet werden.
Pflege: Im Sommer hat sie einen hohen Wasserbedarf, liebt aber keine stauende Nässe. Genau so wenig ist Ballentrockenheit zuträglich. Die starkwachsende Pflanze muss gut gedüngt werden, im Sommerhalbjahr können wöchentliche Düngergaben eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers bis zu 3 g pro Liter erfolgen, im Frühjahr und Herbst genügt 1 g pro Liter Gießwasser. Vor der Überwinterung soll die Krone auf 1/3 bis zur Hälfte der vorhandenen Blattmasse zurückgeschnitten werden. Die Überwinterung erfolgt hell bei mindestens 10 °C, am besten im temperierten Wintergarten oder im hellen Treppenhaus. Umgetopft muss die Pflanze nach 2 bis 3 Jahren werden, am besten im Frühjahr.
Blauer Hibiscus - Alyogyne huegelii
Blüte, Standort: Alyogyne blüht von Juni bis zum Frosteinbruch und liebt einen sonnigen, windgeschützten Standort.
Pflege: Ein hoher Wasserbedarf macht häufig im Sommer ein zweimaliges Gießen am Tag erforderlich, während in der Überwinterung mehr trocken gehalten werden sollte. Die flüssige Nachdüngung mit wöchentlich 2 g pro Liter Gießwasser mit einem handelsüblichen Mehrnähstoffdünger in der Hauptwachstumszeit ergibt kräftige Pflanzen. Vor der Überwinterung ist die Krone etwas einzukürzen. Im Frühjahr ist ein weiteres Stutzen zum Formieren anzuraten. Die Überwinterung erfolgt hell bei 5-10 °C. Alle ein bis zwei Jahre wird umgetopft.
Bougainvillea - Bougainvillea-Arten
Blüte, Standort: Bougainvillea blüht vom Juni bis zum Spätherbst. Nur bei heller Vorkultur beim Gärtner kann sie schon ab April blühen. Sie liebt im Sommer einen vollsonnigen, windgeschützten Standort.
Pflege: Sie hat einen hohen Wasserbedarf im Sommerhalbjahr, braucht es aber wesentlich trockener in der Überwinterung. Flüssige Nachdüngung ist von Frühjahr bis Herbst erforderlich. Mit 1 g eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers pro Liter Gießwasser und Woche hält man die Pflanze im Wachstum. Vor der Überwinterung soll die Krone etwas eingekürzt werden, während der Überwinterung tritt Blattfall ein, der aber ganz normal ist. Vor dem Ausräumen ins Freie kann die Pflanze nochmals etwas formiert werden. Die Überwinterungstemperatur beträgt am besten 2-10 °C, dabei sollen die Pflanzen hell stehen. Das Umtopfen wird alle zwei bis drei Jahre durchgeführt.
Gewürzrinde - Senna corymbosa und andere Arten
Blüte, Standort: Senna ist sehr reich blühend, deshalb muss der Blumenfreund auch in Kauf nehmen, dass viele gelbe Blütenblätter herabfallen. Von Juni bis zum Frosteinbruch erfreut sie mit einem kräftigen Flor. Im Wintergarten kann sie schon ab März blühen. Trockenheit im Sommer beeinträchtigt die Blühwilligkeit der Gewürzrinde. Bei einem sonnigen Standort, etwas windgeschützt, behält sie die Blüte sehr lange.
Pflege: Der Wasserbedarf ist im Sommer hoch, Trockenheit kann sogar zum Laubfall führen. Die Pflanzen haben einen mittleren Nährstoffanspruch, deshalb sollte die flüssige Düngung im Sommer bei 1 bis 2 g eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers pro Liter liegen. Durch das kräftige Wachstum ist eine wöchentliche Düngergabe ratsam. Wenn man jüngere Pflanzen mehrfach entspitzt, bekommt man einen kräftigen Aufbau, ansonsten erfolgt der Rückschnitt vorzugsweise im Frühjahr, wobei hier auch ins mehrjährige Holz zurückgeschnitten werden kann. Rechtzeitig vor dem ersten Frost wird eingeräumt, die Pflanzen sollten hell und trocken bei 2–5 °C überwintern. Eine dunkle Überwinterung bewirkt in jedem Fall einen Laubabwurf. Nach zwei bis drei Jahren können zu groß gewordene Pflanzen umgetopft werden.
Zitrus - Citrus-Arten
Die Gattung Citrus kennen wir als Orangen, Mandarinen oder Zitronen. Häufig können wir schon fruchttragende Citrus-Arten in allen Größen erwerben.
Blüte, Standort: Die meist weißen Blüten erscheinen im Laufe des Frühjahres, daraus entstehen die Früchte, die den eigentlichen Zierwert ausmachen. Zitrus lieben einen vollsonnigen, windgeschützten Standort.
Pflege: Im Sommer benötigen die Pflanzen viel Wasser, können aber auch einmal trockener stehen. Deshalb sollte man nicht zu oft, dann aber kräftig und durchdringend mit Regenwasser gießen. Die Erde muss humos, stabil und wasserdurchlässig sein. Wichtig ist ein niedriger pH-Wert. Gedüngt wird im Sommerhalbjahr mit einem stickstoffbetonten Mehrnährstoffdünger, wöchentlich mit 1 bis 2 g pro Liter Gießwasser. Zusätzlich kann noch gelegentlich ein Spurenelementdünger gegeben werden. Geschnitten wird nur, wenn die Triebe zu lang sind oder die Krone zu gewaltig erscheint.
Überwintern lassen sie sich hell bei 5-10 °C, dabei sollten die Pflanzen nur alle 4-6 Wochen leicht gegossen werden. Eine Überwinterung im kühlen Wintergarten wäre besonders günstig. Das Umtopfen erfolgt nur alle 3 - 4 Jahre, oder wenn das Pflanzgefäß zu klein wird.
Engelstrompete - Datura- und Brugmansia-Arten
Blüte, Standort: Die Engelstrompete hat die botanische Bezeichnung Datura oder auch Brugmansia. Sie ist ein williger Blüher von Juni bis zum Frosteinbruch. Sie darf allerdings nicht zuviel Stickstoff bekommen, weil sie sonst sehr große Blätter bildet und zu wenig Blüten ansetzt. Sie liebt einen sonnigen Standort. An sehr heißen Sommertagen ist es aber besser, sie im Halbschatten unterzubringen.
Pflege: Besonders ist auf den hohen Wasserbedarf bei Datura/Brugmansia zu achten. An heißen Sommertagen muss eine gut eingewurzelte wüchsige Pflanze morgens und abends bewässert werden. Dabei sollte jedoch ein guter Wasserabzug gewährleistet sein, denn Staunässe verträgt sie nicht. Im gleichen Verhältnis zur Wassermenge steht auch die Düngung. Wöchentlich einmal 1 bis 2 g pro Liter eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers geben ein flottes Wachstum und reichen Blütensegen. Vor der Überwinterung soll die Krone auf die Hälfte bis zwei Drittel der vorhandenen Blattmasse zurückgeschnitten werden. Die Pflanzen vertragen Stutzen und Rückschnitt sehr gut. Je tiefer zurückgeschnitten wird, um so mehr verspätet sich allerdings die Blüte im nächsten Jahr. Die Überwinterung erfolgt hell bei 5-10 °C, bei dunkler Überwinterung bei der gleichen Temperatur muss mit einem verspäteten Austrieb und dadurch auch verspäteter Blüte (erst im Sommer gerechnet) werden. Durch die starke Durchwurzelung ist das Umtopfen alle zwei Jahre erforderlich, dabei ist ein genügend großes Umtopfgefäß anzuraten.
Chinesischer Roseneibisch - Hibiscus rosa-sinensis
Blüte, Standort: Der Hibiscus blüht willig von Juni bis zum Frosteinbruch. Der Hibiscus kann aber auch im Wintergarten oder im hellen Wohnzimmer gehalten werden, dort blüht er etwas früher. Draußen ist ein warmer, sonniger und windgeschützter Platz gerade richtig.
Pflege: Wächst der Roseneibisch sehr stark, ist auch sehr viel Wasser nötig (er darf also nicht trocken stehen), aber im Untersetzer ist Wasser nicht angebracht. Im Sommerhalbjahr, wenn die Pflanze gut wächst, ist reichlich Dünger förderlich. Mit 2 g eines wasserlöslichen Mehrnährstoffdüngers pro Liter Wasser, wöchentlich gegeben, ist die Pflanze gut versorgt. Bei schwächerem Wachstum sollte aber auch mit dem Düngen zurückgegangen werden, weil die Pflanze sonst sehr leicht absterben kann. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist bei Hibiscus nicht angebracht, nur zu lange Triebe sollten entfernt werden, denn ein Auslichten der Krone fördert den Aufbau. Die Überwinterung kann im Wintergarten oder im mäßig geheizten Wohnzimmer bei 10–15 °C erfolgen. Das Umtopfen führt man alle ein bis zwei Jahre im Frühjahr durch.
Wandelröschen - Lantana camara
Blüte, Standort: Den Namen Wandelröschen erhielt die Lantane, weil die Blütenfarbe während des Aufblühens wechselt. Sie blüht von Mai bis zum ersten Frost und liebt einen sonnigen Standort.
Pflege: Bei gleichmäßiger Bewässerung ohne stauende Nässe oder Wasser im Untersetzer gedeiht sie prächtig. Wird sie dann auch noch regelmäßig gedüngt mit 1 bis 2 g pro Liter eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers ist sie eine Zierde für jeden Balkon oder die Terrasse. Vor der Überwinterung sollte die Krone etwas eingekürzt werden, der eigentliche Rückschnitt wird aber am besten im Februar des folgenden Jahres vor dem Ausräumen ins Freie gemacht. Zuvor sollte man die Pflanzen trocken, hell und etwa bei 5–10 °C überwintern. Steht die Pflanze ab Februar bei 12-15 °C, so sind die Neutriebe entsprechend vorgebildet. Dann können sich schon im Mai die ersten Knospen öffnen. Umgetopft wird alle zwei Jahre, dazu eignet sich das Frühjahr am besten.
Schädlinge: Leider ist die Pflanze empfindlich für Weiße Fliege, es ist ständige Kontrolle notwendig. Eine Bekämpfung mit der Schlupfwespe ist zu empfehlen.
Oleander - Nerium oleander
Blüte, Standort: Der Oleander erinnert in seiner Blütenvielfalt ganz sicherlich an einen schönen Urlaub im Süden. Überall im Mittelmeergebiet kann man den Oleander antreffen. Bei uns ist es wichtig, dass einige Eigenarten dieser Pflanze beachtet werden, damit man auch in unseren Breiten eine reiche Blüte in jedem Jahr aufs Neue erhält. Der Oleander kann ab dem Ausräumen ins Freie bis zu den ersten Frösten blühen. Am besten steht er sonnig bis halbschattig. Auf keinen Fall zu feucht, auch geschützte Lagen unter einem Vordach sind zu empfehlen.
Pflege: Im Sommer und bei eingewurzelten Pflanzen hat er einen hohen Wasserbedarf, deswegen kann es sein, dass im Sommerhalbjahr zweimal täglich gegossen werden muss. Dazu wäre wichtig, dass regelmäßig gedüngt wird mit 2 bis 3 g eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers pro Liter Wasser wöchentlich. Der Rückschnitt bei Oleander sollte möglichst unterbleiben, nur zu lange und sparrig wachsende Triebe werden möglichst tief herausgenommen. Muss einmal ein kräftiger Rückschnitt gemacht werden, weil die Pflanze zu groß geraten ist, dann muss man in Kauf nehmen, dass die Pflanze ein Jahr lang nicht blüht. Die Einwinterung erfolgt nach den ersten leichten Frösten bis maximal minus 2 °C. In der Überwinterung stehen die Pflanzen bei 5-10 °C möglichst hell, damit sie keine Blätter verlieren. Umgetopft wird alle drei bis vier Jahre, dabei ist zu beachten, dass die Gefäße möglichst groß sind, damit die Pflanzen nicht bei jedem kleinen Windstoß umfallen.
Pflanzenschutz: Bei den Pflanzenkrankheiten macht häufig der Oleanderkrebs zu schaffen. Er zeigt sich durch dunkle Punkte auf den Blättern, die später abfallen. Dagegen gibt es kein Mittel, man kann nur die befallenen Triebteile durch einen sofortigen und großzügigen Rückschnitt entfernen. Bei feuchter Witterung und wenn die Pflanzen ständig dem Regen ausgesetzt sind, kann eine weitere Blattkrankheit, nämlich Ascochyta auftreten, die nur durch einen luftigen, trockenen Standort vermieden werden kann. Spinnmilben und Schildläuse treten mitunter beim Oleander auf. Sie können durch Seifelösungen oder ölhaltige Mittel eingedämmt, allerdings nicht ganz ausgemerzt werden.
Bleiwurz - Plumbago auriculata
Blüte, Standort: Der halbkletternde Strauch stammt aus Südafrika und blüht blau bzw. weiß. Im Freien zeigt sich die Blüte von Juni bis zum ersten Frost. Im Wintergarten ist sogar mit einer noch längeren Blüte zu rechnen. Ein vollsonniger, windgeschützter Standort ist für die Bleiwurz wichtig.
Pflege: Plumbago benötigt eine Kletterhilfe, an der gelegentlich aufgebunden wird. Die Pflanzen haben einen mittleren Wasserbedarf, vor allem bei feuchtem und kühlem Wetter darf nicht zu häufig gegossen werden. In der Überwinterung stehen die Pflanzen eher trocken. Zur flüssigen Nachdüngung gibt man wöchentlich in der Hauptwachstumszeit 2 bis 3 g eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers pro Liter Gießwasser. Vor der Überwinterung werden die Pflanzen etwas eingekürzt. Ein Formierungsschnitt ist im zeitigen Frühjahr anzuraten. Lange, durchschießende Triebe müssen gelegentlich ganz entfernt werden. Verblühtes fällt bei der Bleiwurz nicht ab, da die phloxartigen Blüten einen mit klebrigen Haaren besetzten Kelch haben. Deshalb ist mehrmaliges Ausputzen sinnvoll. Überwintert wird am besten hell bei 2 - 5 °C. Umgetopft wird alle 2 bis 3 Jahre im Frühjahr.
Enzianstrauch - Lycianthes rantonnetii
Blüte, Standort: Der Enzianstrauch ist sehr nahe mit der Tomate und Kartoffel verwandt und blüht bei uns von Juni bis zum Frosteinbruch. Ein sonniger Standort ist erforderlich.
Pflege: Lycianthes benötigt im Sommerhalbjahr reichlich Wasser und sollte auch flüssig nachgedüngt werden. Dazu gibt man 2 bis 3 g eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers pro Liter Wasser wöchentlich. Der Dank dafür ist eine starke Blüte und reichliches Triebwachstum. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass vor der Überwinterung und auch vor dem Ausräumen nicht zu stark zurückgeschnitten wird. Zu starker Rückschnitt bewirkt, dass die Pflanzen oftmals erst im August das Blühen beginnen. Die Überwinterung selbst wird hell bei 5-10 °C durchgeführt. Vor dem Ausräumen ins Freie ist noch ein leichter Formierungsschnitt anzuraten. Die Pflanzen sollten alle zwei bis drei Jahre umgetopft werden.
Prinzessinnenstrauch - Tibouchina urvilleana
Blüte, Standort: Der Prinzessinnenstrauch fällt besonders durch seine tiefviolett-blauen Blüten auf, die sich von Juni bis Herbst zeigen. Tibouchina liebt einen sonnigen Standort. Je sonniger der Sommer ist, umso reicher ist die Blüte und umso früher setzt sie ein. Verregnete, dunkle Sommer behindern die Blühwilligkeit.
Pflege: Die Bewässerung muss etwas nach den Witterungsverhältnissen ausgerichtet werden. Bei sehr viel Sonne muss auch kräftig gegossen werden, bei trübem Wetter ist mäßig zu gießen, weil sonst mit Blattfall zu rechnen ist. Die Düngung erfolgt regelmäßig wöchentlich mit 1 bis 2 g eines ausgeglichenen handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers pro Liter Wasser. Im Herbst sollten nur die überlangen Triebe entfernt werden. Zu starker Rückschnitt bewirkt wiederum eine sehr späte Knospen- und Blütenbildung im folgenden Jahr. Wichtig ist eine helle Überwinterung bei 5 – 15 °C und mäßiger Feuchtigkeit, auch helle, temperierte Wintergärten sind für die Überwinterung geeignet. Das Umtopfen sollte alle zwei bis drei Jahre erfolgen. Zu häufiges Umtopfen bewirkt sehr viel Blattmasse und behindert etwas die Blütenbildung.
Chinesische Hanfpalme - Trachycarpus fortunei
Blüte, Standort: Die Blüte spielt bei Palmen eine untergeordnete Rolle. Hanfpalmen können bei einem sonnigen Standort bis zu 6 Blätter im Jahr entwickeln.
Pflege: Trachycarpus brauchen einerseits viel Wasser in der Hauptwachstumszeit, andererseits können sie aber auch einmal Trockenheit vertragen. Sie zählen zu den schwach zehrenden Pflanzen, deshalb genügt im Sommer wöchentlich eine Düngung mit 1 g pro Liter Gießwasser eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers. Zurückgeschnitten werden nur die abgestorbenen braunen Blätter. Überwintert wird am besten hell bei 2 - 10 °C, eingewurzelte Pflanzen sind mit Winterschutz in unserem Klima bis -10 °C winterhart. Der größte Feind im Winter ist zu hohe Feuchtigkeit. Umgetopft wird alle 2 bis 4 Jahre. Dabei ist es wichtig, dass genügend große und standfeste Gefäße gewählt werden.
Weitere Kübelpflanzen
In der vorliegenden Information wurde ein kleiner Ausschnitt gängiger und nicht immer alltäglicher Kübelpflanzen vorgestellt. Die folgenden Tabellen weisen zusätzlich noch auf weitere Kübelpflanzen hin, die einer Beachtung wert sind:
Kübelpflanzen für den Liebhaber (mit normalem Pflegeaufwand)
- Gelbe Strauchmargerite (Euryops chrysanthemoides)
- Strauchmargerite (Argyranthemum frutescens)
- Hammerstrauch (Cestrum elegans)
- Kumquat (Fortunella-Arten)
- Schmucklilie (Agapanthus africanus)
- Weißer Schwan (Solanum jasminoides)
- Zwergpalme (Chamaerops humilis)
Kübelpflanzen für den Liebhaber (mit hohem Pflegeaufwand)
- Echtes Fleißiges Lieschen (Anisodontea capensis)
- Känguruhapfel (Solanum aviculare)
- Korallenstrauch (Erythrina crista-galli)
- Lorbeerschneeball (Viburnum tinus)
- Losbaum (Clerodendrum ugandense)
- Ölbaum, (Olive Olea europaea)
- Pfauenstrauch, Paradiesvogelbusch (Caesalpinia gilliesii)
- Puderquastenstrauch (Calliandra tweedii)
- Seidenpflanze (Asclepias curassavica)
- Sesbanie (Sesbania punicea)
- Sternjasmin (Trachelospermum jasminoides)
- Südseemyrte (Leptospermum scoparium)
- Veilchenstrauch (Iochroma cyaneum)
- Wollmispel (Eriobotrya japonica)
- Zylinderputzer, Flaschenputzer (Callistemon citrinus) u.a. Arten
Kübelpflanzen aus dem Beet- und Balkonpflanzensortiment
- Eisenkraut (Verbena-Hybriden)
- Fuchsien (Fuchsia-Hybriden)
- Geranien (Pelargonium-Hybriden)
- Goldtaler (Asteriscus maritimus)
- Kapaster (Felicia amelloides)
- Kapkörbchen (Osteospermum ecklonis)
- Sonnenwende, Vanilleblume (Heliotropium arborescens)
Allgemeines
Kübelpflanze – was ist das?
Im Grunde kann man alle Pflanzen, die in größeren Gefäßen gehalten werden, als Kübelpflanzen bezeichnen. In dieser Broschüre werden jedoch nur solche Pflanzen vorgestellt, die bei uns in Deutschland meist nicht ganzjährig im Freien überleben können. Es handelt sich um einige klassische Kübelpflanzen aus dem Mittelmeerraum und aus den Subtropen. Diese Pflanzenarten haben sich wegen ihrer großen Blühfreude und geringen Pflegeansprüchen hervorragend bewährt.
Welche Blumenerde ist am besten geeignet und wann wird umgetopft?
Für alle im folgenden aufgeführten Arten lässt sich dieses Rezept empfehlen: Zwei Drittel gute Blumenerde, die Rindenhumus und Ton enthält, (entweder beim Gartenfachhandel bzw. Gärtner zu beziehen oder eine selbst hergestellte Mischung aus Komposterde, Gartenerde und Rindenhumus) werden mit ein Drittel Blähton oder Bimskies vermischt. Dazu gibt man pro Liter Erde 2 g eines handelsüblichen Mehrnährstoffdüngers. Die so hergestellte Erde erfüllt zwei für die Pflanzen wichtige Bedingungen: Die Erde sackt nicht so schnell zusammen und überschüssiges Wasser kann gut ablaufen, besonders wenn zusätzlich auf dem Kübelboden eine 3-5 cm dicke Lage Kies oder Tonscherben geschichtet wird. Zeit zum Umtopfen wird es, wenn sich der Ballen (wie bei Palmen üblich) aus dem Pflanzgefäß drückt oder wenn die Erde verbraucht ist. Dann besteht der Ballen nur noch aus dem Wurzelgeflecht sowie Blähton oder Bimskies. Auch wenn der Topf im Verhältnis zur Pflanze zu klein erscheint, ist ein Umtopfen anzuraten. Für hohe Pflanzen sind Töpfe mit kleinen Grundflächen nicht geeignet, weil sie bei Windstößen zu leicht umfallen. Der beste Zeitpunkt für das Umpflanzen liegt im Frühjahr zum Ausräumtermin. Weitere Hinweise zum Umtopfen enthalten die Pflanzenbeschreibungen.
Überwinterung
Hier genannte Pflanzen können im kühlen Keller oder in der Hausgarage überwintert werden, wenn sie laubabwerfend sind. Ansonsten empfiehlt sich ein kühler Treppenaufgang, ein Dachzimmer oder ein Souterrain mit Fenster zum Überwintern. "Kühl" bedeutet hier, dass die Temperaturen auf Dauer +10 °C nicht überschreiten und +3 °C nicht unterschreiten. Die Pflanzen sollten so lange wie möglich im Freien stehen und nach dem Winter möglichst früh (März/April) an warmen Tagen wieder nach draußen kommen. Bei Frostgefahr brauchen sie allerdings Schutz, entweder mit Abdeckungen aus alten Decken, Vlies oder Folie, oder man muss sie ins Winterquartier zurückstellen. Sonnenbrand bei Pflanzenarten, die ihre Blätter über Winter nicht abwerfen, lässt sich verhindern, wenn diese Pflanzen die ersten zwei bis drei Wochen nach dem Auszug in den Halbschatten gestellt werden. Der Aufwand wird durch frühere Blüte und besseres Wachstum entschädigt. Vernässte Ballen während der Überwinterung sind eine der Hauptursachen für erhebliche Schäden. Darum wird grundsätzlich nur gegossen, wenn sich der Ballen trocken anfühlt, und dann auch nur in kleinen Mengen. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können. Bewährt hat es sich, die Töpfe im Untersetzer auf Steinchen zu stellen. Auch Frischluftzufuhr an frostfreien Tagen bekommt den Pflanzen sehr gut.
Pflanzenschutz
Viele Kübelpflanzen können von Schädlingen befallen werden. Hauptsächlich Läuse, Weiße Fliege und Rote Spinne machen ihnen zu schaffen. Im Winterquartier können bei genügend Licht und Wärme Nützlinge eingesetzt werden. Im Freien ist es wichtig, dass die im Garten lebenden Nützlinge, wie z.B. Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen u.a., geschont werden. Bei starkem Schädlingsbefall ist es ratsam, sich beim örtlichen Gärtner oder bei der Pflanzenschutzberatung zu informieren.
Beschaffung
Ein kleiner Teil der hier aufgeführten Pflanzen lässt sich vielleicht aus Samen oder Stecklingen eigenhändig vermehren, aber meist empfiehlt es sich, Gärtnereien aufzusuchen, die in der Regel eine reiche Auswahl an kräftigen, gesunden Kübelpflanzen anbieten.
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Gartenakademie
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