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Gründüngung belebt den Gartenboden
Gründüngung ist ganz einfach
Sie säen einfach eine schnellwüchsige Pflanzenart überall dorthin, wo für die nächsten Wochen mit einer kahlen Stelle im Garten zu rechnen ist. Die meisten Arten begrünen die Fläche innerhalb von ein bis zwei Wochen, nach ein bis drei Monaten entwickeln sie sich zu einem bunt blühenden, grünen Teppich.
Nach der Blüte räumen Sie die Pflanzen ab oder arbeiten sie an Ort und Stelle oberflächlich in den Boden ein. Die Fläche steht dann erneut für eine Grüneinsaat bereit oder natürlich auch für andere Nutzungsarten.
(Durch Klicken auf das Bild erhalten Sie eine Anleitung)
Der Nutzen einer Gründüngung
Grüneinsaaten...
- begrünen kahle Flächen
- lockern den Gartenboden bis in die Tiefe
- reichern den Boden mit Humus an (Humus entsteht aus Pflanzenresten)
- beleben den Boden (Bodenorganismen verarbeiten die Pflanzenreste)
- reichern den Boden mit Nährstoffen an
- verbessern die Wasserspeicherung im Boden
- verbessern die Krümelstruktur
- beschatten den Boden und bewirken Schattengare
- unterdrücken unerwünschtes Unkrautwachstum
- bekämpfen einige hartnäckige Bodenkrankheiten und -schädlinge
- verhindern Bodenabspülung (Erosion) in Hanglagen
- binden Restnährstoffe aus dem Boden und bewahren sie vor der Auswaschung
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Gründüngung passt in vielen Bereichen
- Im Gemüsegarten
- vor Tomaten und Co.
- nach Sommerkulturen
- zwischen Aussaaten mit weitem Reihenabstand
- zwischen Aussaaten mit langsamer Anfangsentwicklung
- zwischen neu gepflanzten Spargelreihen
- Im Obstgarten
- zwischen Beerenobst
- auf Baumscheiben, unter Bäumen
- In neuen Gärten
- zur Bodenverbesserung vor der Anpflanzung oder Raseneinsaat
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Grüneinsaaten schließen den Boden in neu anzulegenden Gärten auf
Viele Bauherren stehen nach dem Einzug in ihr neues Haus inmitten einer lehmigen Wüste. Sie wollen den Garten so schnell wie möglich anlegen, um endlich mit sauberen Schuhen ins Haus zu gelangen. Leider wird dann manchmal überstürzt und zu wenig durchdacht angepflanzt.
Der Unterboden ist oft durch schwere Baumaschinen verdichtet, zudem ist zu wenig Oberboden vorhanden oder er enthält zu wenig Humus. Viele Gartengewächse kommen mit diesem Gartenboden nicht zurecht. Nach wenigen Jahren stellen sie ihr Wachstum ein und kümmern ungesund vor sich hin, weil sie den Boden zu wenig durchwurzeln können. Der Gartenneuling zahlt teures Lehrgeld.
Besser ist folgende Vorgehensweise:
Fahrplan für einen guten Start im eigenen Garten
- Auftrag des Unterbodens mit der gewünschten Geländemodellierung
- Mauer-, Wege- und Befestigungsarbeiten
- Aufreißen und Lockern des Unterbodens bei abgetrocknetem Boden
- Auftrag eines hochwertigen, humusreichen Oberbodens bei trockener Witterung
- Grüneinsaat auf der gesamten Fläche: Schon nach 14 Tagen ist der Garten grün
- Beim Gang durch den Garten den Pflanzplan nochmals durchdenken
- Bis zur Anpflanzung im Herbst oder Frühjahr Grüneinsaat bei Bedarf wiederholen
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Aussaattipps
- Bodenoberfläche feinkrümelig herrichten
- Düngen nur auf nährstoffarmen Böden oder vor besonders nährstoffbedürftigen Arten
- Samen breitwürfig ausbringen (am besten in zwei Arbeitsgängen mit je halber Saatgutmenge), einrechen und anwalzen
- Oder: Reihensaat. Besonders zu empfehlen bei Leguminosen, die 3 bis 4 cm tief gesät und so vor Vogelfraß geschützt werden
- Bis zum Auflaufen feucht halten, im Sommer mit lichtdurchlässigem Jutegewebe abdecken.
Einarbeitung
Vor der erneuten Nutzung der Gründüngungsfläche reißen Sie die Pflanzen aus und bringen sie, am besten in zerkleinerter Form, auf den Kompost. Stehen vor der Neueinsaat noch zwei Wochen zur Verfügung, können Sie die Pflanzen zunächst mit Sense oder Balkenmäher abmähen, für einige Tage antrocknen lassen und dann flach eingraben. Wurden die Pflanzen kurz vor der Blüte gemäht, verrotten sie innerhalb weniger Wochen vollständig und geben in dieser Zeit langsam Nährstoffe an die Folgekultur ab.
Abgeblühte, bereits teilweise verholzte Pflanzen verrotten langsamer, sie reichern den Boden aber besser mit langfristig wirksamem Humus an. In den ersten Wochen nach der Einarbeitung sind jedoch keine feinen Aussaaten möglich. Größere Pflanzen, wie Gehölze, Tomaten oder andere Gemüse mit kräftigem Topfballen, können sofort gepflanzt werden.
Im Oktober eingearbeitete Grüneinsaaten setzen rasch Nährstoffe frei, die dann im Winter ins Grundwasser verloren gehen. Grüneinsaaten stehen am besten bis ins Frühjahr auf dem Beet. Dies gilt für winterharte ebenso wie für frostempfindliche Arten. Notfalls wird im Dezember eingearbeitet, wenn kaum noch Bodenleben aktiv ist.
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Pflanzen als Stickstoff-Fabrik: Saatkorn statt Blaukorn zum Düngen
Alle Schmetterlingsblütler (Leguminosen; z.B. Bohnen-, Erbsen-, Wicken- und Kleearten) können im Unterschied zu den meisten anderen Pflanzenarten mit Hilfe der sogenannten Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Bodenluft (sie enthält 78% Stickstoff) gewinnen. Das Einarbeiten der herangewachsenen Pflanzen versorgt den Boden dann mit organisch gebundenem Stickstoff. Dieser steht nach einigen Wochen wieder anderen Kulturpflanzen zur Verfügung.
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Kreuzblütler im Gemüsegarten
Gerade die preisgünstigen und schnellwüchsigen Gründüngungen durch Kreuzblütler (Senf, Ölrettich, Raps) sind für den Gemüsegarten nicht so gut geeignet.
Im Boden haben sich aufgrund der zahlreichen Kreuzblütler, wie Kohl, Rettich und Radies, bestimmte Erreger von Krankheiten und auch spezialisierte Schädlinge angesammelt.
Dazu gehören Kohlhernie und Nematoden, die sich im Boden viele Jahre halten können. Sie erhalten durch Senf oder andere Kreuzblütler eine zusätzliche Grundlage zur weiteren Vermehrung. Die beste Bekämpfungsmaßnahme dagegen wäre eine mehrjährige Anbaupause von Kreuzblütlern.
Wichtige Ausnahme: Die Ölrettichsorte ‘Nemex’ sowie die Senfsorte ‘Maxi’ können im Boden befindliche Nematoden sogar dezimieren. Eine ähnliche Gesundungswirkung haben Gräserarten, Tagetes (Saat von Mai bis August) sowie Ringelblumen.
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Mischungen für alle Fälle
Saatgutmischungen begrünen und durchwurzeln Ihren Gartenboden besonders zuverlässig. Neben dem bekannten "Landsberger Gemenge" (je 1/3 Welsches Weidelgras, Inkarnatklee und Winterwicken) bieten verschiedene Züchter spezielle Mischungen für den Garten an. Natürlich können Sie selbst Mischungen verschiedener Arten herstellen, deren Aussaatzeit zusammenpaßt
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Niedere Arten für Untersaaten
Den Boden unter Gehölzen, Obstbäumen, zwischen Spargel- oder Himbeerreihen bedecken am besten niedrig bleibende Arten mit flach verlaufenden Wurzeln. Hierzu säen Sie preisgünstige Arten wie Kreuzblütler, Phazelia oder Spinat dichter als sonst empfohlen aus, um sie gleich wieder abzumähen, sobald sie 30 cm hoch gewachsen sind.
Gut geeignet sind zudem niedrig bleibende Arten wie Serradella, Erdklee oder Winterroggen.
In sommertrockenen Gebieten soll so früh wie möglich eingesät werden, um die Pflanzen im Frühsommer (Juni) abzumähen und flach umzuarbeiten oder als Mulch liegen zu lassen.
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Winterharte Arten
Frostharte Gründüngungspflanzen begrünen den sonst offenen Gartenboden im Winter. Saatzeit ist von August bis Oktober.
Im Herbst nutzen sie Restnährstoffe im Boden, die ansonsten ausgewaschen würden.
Im Frühjahr werden sie zwei Wochen vor der beabsichtigten Nutzung flach eingearbeitet. Wo ein feines Saatbett erforderlich ist, räumt man die Pflanzen auf den Kompost ab.
Lediglich für den frühesten Gemüseanbau eignen sich diese Flächen nicht, weil sie einige Wochen später als umgegrabene Beete abtrocknen.
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Geeignete Gründüngungspflanzen
Nicht winterharte Arten
| Art |
Familie * |
Saatzeit ** |
Saatmenge in g/m² |
bevorzugte Bodenart |
Kulturdauer in Wochen |
Bemerkungen |
| Sommerwicke (Vicia sativa) |
L |
M5-M8 |
18 |
alle |
6-8 |
Stickstoffsamler |
| Gelbe Lupine (Lupinus luteus) |
L |
M4-E8 |
20 |
sandige, leicht sauere |
12 |
Stickstoffsammler, Tiefwurzler |
| Blaue Lupine (Lupinus angustifolius) |
L |
M4-E8 |
20 |
sandig-mittlere |
12-15 |
Stickstoffsammler, Tiefwurzler |
| Weiße Lupine (Lupinus albus) |
L |
A5-E8 |
20 |
mittlere |
12-15 |
Stickstoffsammler, Tiefwurzler |
| Persischer Klee (Trifolium resupinatum) |
L |
M3-M8 |
5 |
mittlere |
12-15 |
Stickstoffsammler |
| Ölrettich (Raphanus sativus) |
K |
M4-A9 |
5 |
alle |
6-8 |
Tiefwurzler |
| Gelbsenf (Sinapis alba) |
K |
M3-E9 |
5 |
alle |
4-5 |
raschwachsend |
| Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia) |
W |
M3-E8 |
1-3 |
alle |
6-9 |
frosthart bis -8 °C, günstig für Fruchtfolge im Gemüsegarten, nicht vor Erdbeeren |
| Studentenblume (Tagetes spec.) |
Ko |
A5-M9 |
3 |
alle |
|
wirkt gegen Nematoden |
| Ringelblume (Calendula officinalis) |
Ko |
E3-M9 |
6 |
alle |
|
geringe Wirkung gegen Nematoden |
| Buchweizen (Fagopyrum esculentum) |
P |
A5-M8 |
5-10 |
sandige, leicht saure |
8 |
Bienenweide, günstig für Fruchtfolge im Gemüsegarten |
| Hafer (Avena sativa) |
G |
A3-M8 |
16 |
alle |
8-12 |
günstig für Fruchtfolge im Gemüsegarten |
* L = Leguminosen, K = Kreuzblütler, W = Wasserblattgewächse, Ko = Korbblütler, P = Knöterichgewächse, G = Gräser
** bei Spätsaat: dichter säen, nur kurzer Aufwuchs zu erwarten
Winterharte Arten
| Art |
Familie * |
Saatzeit ** |
Saatmenge in g/m² |
bevorzugte Bodenart |
Bemerkungen |
| Winterzottelwicke (Vicia villosa) |
L |
A8-M9 |
18 |
mittlere |
Stickstoffsammler |
| Serradella (Ornithopus sativus) |
L |
M5-M8 |
10 |
leichte |
Stickstoffsammler, niedrig bleibend |
| Inkarnatklee (Trifolium incarnatum) |
L |
M3-A9 |
6 |
alle |
Stickstoffsammler |
| Spinat (Spinacia oleracea) |
C |
E2-M9 |
10 |
alle |
bei Kahlfrösten mit Vlies abdecken |
| Feldsalat (Valerianella locusta) |
B |
M8-M9 |
6 |
alle |
intensive, oberflächliche Durchwurzelung |
| Winterraps (Brassica napus var. napus) |
K |
M8-A9 |
5 |
alle |
Tiefwurzler |
| Winterroggen (Secale cereale) |
G |
E9-A10 |
20 |
alle |
günstig für Gemüsegarten, spätestmögliche Einsaat |
* L = Leguminosen, C = Gänsefußgewächse, B = Baldriangewächse, K = Kreuzblütler, G = Gräser
** bei Spätsaat: dichter säen, nur kurzer Aufwuchs zu erwarten
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Bayerische Gartenakademie
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