Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
Bildsymbol Gartengestaltung und Ziergarten| Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
StMELFLWGFreizeitgartenInfoschriftenGartengestaltung und Ziergarten
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Farbenpracht aus Gärtnerhand - Außergewöhnliche Frühjahrsblüher

Wem der traditionelle Frühjahrsblumenschmuck nicht gefällt oder zu langweilig ist, kann mittlerweile aus einer Vielzahl frühlingsblühender Stauden auswählen, welche in zunehmender Zahl von Gärtnereien und Gartencentern angeboten werden.

Diese mehrjährigen Pflanzen haben meist eine natürliche Blütezeit von April bis Mai, bei einigen beginnt sie auch schon im März. Durch Kultur in leicht geheizten Gewächshäusern werden die Pflanzen von den Gärtnern verfrüht, das heißt, sie blühen alle schon im März, dem üblichen Kauftermin. Raritäten bekommt man oft nur in Staudengärtnereien. Dort wachsen die Stauden meist im Vierecktopf und werden in der Regel nicht geheizt. Sie blühen zum natürlichen Blühtermin auf.

Alle "angetriebenen" (also verfrühten) Frühjahrsstauden können nach dem Abblühen in den Garten gepflanzt werden. Dort blühen sie in den Folgejahren zum natürlichen Blühtermin. Gefällt es den Stauden im Garten, können sie "auswildern" und große Blütenpolster bilden. Nach der Blüte schneidet man erst zurück, wenn das Laub "einzieht", also gelb wird. Dann sind genügend Reservestoffe für eine prächtige Blüte im nächsten Jahr gespeichert.

Alle Frühjahrsblüher, auch die selteneren Stauden, eignen sich sehr gut für Pflanzenarrangements. Manche Arten kommen erst in Kombinationen richtig zur Geltung. Gräser oder schwachwachsende Gehölze (z. B. Efeu) können zur Ergänzung dienen.

Als Pflanzgefäß ist alles geeignet, vom Betonkasten über Schalen und Ampeln bis zum Weidenkorb mit Folieneinlage (mit Löchern!). Nimmt man frische Pflanzerde, braucht die ersten 4 bis 6 Wochen nicht nachgedüngt werden. Bleiben die Pflanzen länger zusammen, sollte nach dieser Zeitspanne wöchentlich ein Volldünger (Dosierung nach Gebrauchsanleitung) gegeben werden.

Kombinationsbeispiele

Kombinationsmöglichkeiten, links im Weidenkorb, rechts im Kasten auf dem Fensterbrett

Gämswurz (Doronicum orientale): gelb, hoch
Purpurglöckchen (Heuchera): rot, hoch
Schöterich (Erysimum 'Yellow Bird'): gelb
Nördlicher Mannsschild (Androsace septentrionalis): weiß
 
Schöterich (Erysimum 'Yellow Bird'): gelb, hoch
Islandmohn (Papaver 'Pulchinella')
Blaukissen (Aubrieta): blauviolett
Schleifenblume (Iberis): weiß
Bergsteinkraut (Alyssum montanum): gelb
Moossteinbrech (Saxifraga x arendsii): rosa
 

Beschreibung der einzelnen Arten

zum Seitenanfang

Steinkraut (Alyssum montanum, Aurinia saxatilis)

leuchtend gelbes Steinkraut, Sorte ´Goldkugel´

Unter dem Begriff Steinkraut werden mehrere Arten und Sorten gehandelt: die hängend wachsenden 'Berggold' und 'Tekara' und die kompaktere 'Goldkugel' (siehe Bild), aber auch einige kompakt wachsende Alyssum saxatile, welche in Aurinia saxatilis umbenannt worden sind. Sie blühen mit zahlreichen gelben Blüten. Das Steinkraut ist von Europa bis Nordafrika auf steinigen Steppenrasen beheimatet. Daher entfaltet es seine Blütenpracht am besten in voller Sonne auf magerem, nicht zu feuchtem Standort.
Ausgepflanzt blüht Alyssum von April bis Mai und sorgt für leuchtend gelbe Blütenpolster in unseren Vorgärten. Die überhängend wachsenden 'Berggold' und 'Tekara' können passend an den Rand von Gefäßen oder in Trockenmauern gesetzt werden.

zum Seitenanfang

Nördlicher Mannsschild (Androsace septentrionalis)

Nördlicher Mannsschild

Vielleicht etwas unscheinbar, aber doch interessant sind die aufrecht wachsenden Blütenstände des nördlichen Mannsschildes. Die zahlreichen dünnen Stängel verzweigen sich in Dolden mit kleinen weißen Einzelblüten. Ein einzelner Topf wirkt vielleicht langweilig. Doch zu großen, farbig leuchtenden Einzelblüten wie von Primel oder Viola ist das grazile Weiß eine wunderbare Ergänzung (siehe unter Kombinationsbeispiele, linke Abbildung).
Der Mannsschild ist eine sogenannte wintereinjährige Pflanze – wie auch unsere Stiefmütterchen. Er wird im Sommer bis Herbst ausgesät und bildet im ersten Jahr nur die Blattrosetten. Nach Einwirkung von kühlen Temperaturen kommen zu Beginn des Folgejahres die Blüten.
Am natürlichen Standort (gemäßigte Breiten der gesamten Nordhalbkugel) blüht der Mannsschild von April bis Mai.

zum Seitenanfang

Akelei (Aquilegia-Hybriden)

Akelei, Sorte ´Cameo´

Akelei sind beliebte Gartenpflanzen mit ihren großen, auffälligen, ein- oder zweifarbigen Blüten. Ebenfalls auffällig sind die teils langen Sporen an den Blütenblättern. Im Frühjahr werden niedrige ('Ministar', 'Cameo', letztere siehe Bild) bis halbhohe Sorten ('Songbird', 'Origami', 'Winky') angeboten. Diese Sorten sind jeweils in mehreren Farben erhältlich. Es sind meist Kreuzungen von A. flabellata mit A. caerulea und anderen Arten, welche in der nördlichen Zone der Erde beheimatet sind. Die halbhohen Sorten mit bis zu 40 cm Höhe wirken als große Einzelpflanze genauso wie als dominierender Mittelpunkt in einem Pflanzenarrangement.

Bei den kühlen Temperaturen des Frühjahrs halten die Blüten ausreichend lange an der Pflanze. Durch verschiedene Kulturmaßnahmen können die Gärtner schon ab Ende Februar blühende Akelei anbieten. Stecken die Blüten im Laub fest, wurden die Pflanzen nicht ausreichend lange "gekühlt", das heißt bei Temperaturen unter 5 °C gehalten. Drei Monate sollten die niedrigen Temperaturen einwirken.
Im Garten ausgepflanzt leben Akelei nur wenige Jahre. Eine Teilung des schmalen Wurzelstocks ist nicht sehr ergiebig. Ausgesät wird nach der Samenreife im Freiland im Juni oder Juli.

zum Seitenanfang

Gänsekresse (Arabis blepharophylla)

Gänsekresse in der gärtnerischen Produktion auf Grundbeeten

Die Heimat der Gänsekresse ist Kalifornien. Deshalb können ausgepflanzte Pflanzen in strengen Wintern Schaden nehmen. Abdecken, zum Beispiel mit Reisig, ist empfehlenswert. Neben der Art sind die Sorten 'Frühlingszauber' (siehe Bild) und 'Rose Delight' erhältlich. Alle bringen im Gewächshaus ab Anfang März zahlreiche, kräftig rosafarbene Kreuzblüten. Sie stehen auf stabilen Stängeln bis 20 cm hoch über den Blattrosetten.

zum Seitenanfang

Grasnelke (Armeria maritima)

Grasnelken in der gärtnerischen Produktion auf Grundbeeten

Als Polsterstauden für den Hausgarten sind Grasnelken weit verbreitet. Sie blühen relativ spät, von Mai bis Juli. Selbst im Gewächshaus können sie vom Gärtner erst ab Anfang April zur Blüte gebracht werden. Aber schon ab Mitte März beginnen sich die bis zu 25 cm langen, schlanken Blüten­stängel mit den anfangs noch knospigen Blütenköpfchen über das feine grasartige Laub zu schieben. Bis zu 20 dieser Blütenknöpfchen sind pro Topf zu finden. Angeboten werden meist die Sorten 'Alba' (weiß) und 'Splendens' (karmesinrosa, siehe Bild). In den Staudengärtnereien gibt es weitere Sorten wie 'Düsseldorfer Stolz' (karmesinrot) oder 'Frühlingszauber' (rosa).
Grasnelken wollen sandigen Gartenboden, denn sie sind auf der nördlichen Halbkugel in Küstennähe beheimatet. Ausgepflanzt bilden sie kugelige, grasartige Polster und können geteilt werden.

zum Seitenanfang

Blaukissen (Aubrieta-Hybriden)

Dicht blühendes Blaukissen, Sorte ´Kitte´

Diese beliebte Polsterstaude stammt aus Gebirgsregionen Südeuropas bis Kleinasiens. Sie wächst dort auf sonnigen, trockenen Standorten. Im Garten bevorzugt sie einen leichten, gut durchlässigen, durchschnittlichen Boden. Blaukissen blühen von April bis Mai, besonders schön machen sie sich in Steingärten, als Rabatteneinfassungen, auf Mauern und Terrassen und in Trögen. Mehrere Jahre alte Pflanzen wachsen in breiten Kissen auch überhängend.

Stecklingsvermehrte Sorten wie 'Hamburger Stadtpark' (blau-violett) oder 'Silberrand' (violett mit weiß-grünem Laub) wachsen kompakter als aus Samen gezogene Exemplare.
Die neue Sorte 'Kitte' (siehe Bild) hat außergewöhnlich große, blau-violette Blüten. In Staudengärtnereien sind weitere blau-violette, rosa und rote Sorten erhältlich. 'Winterberg' blüht weiß.

zum Seitenanfang

Bergenie (Bergenia-Hybriden)

Zwei Bergenien, dunkelrosa und hellrosa Blüten

Bergenien sind keine typischen Frühjahrsblüher. Sie bringen im Frühjahr nur wenige der im ersten Jahr nur bis 30 cm langen Blütenstände. Jedoch werden Bergenien gern wegen ihrer dekorativen, großen, glatten Blätter verwendet – im Garten wie auch in Frühlingsarrangements. Die aus der Mongolei stammenden immergrünen Stauden wollen frischen Gartenboden. Optimal sind Sonne bis Halbschatten, auch Schatten wird vertragen. Viele Sorten sind im Handel, in den Farben rosa, lila und rot bis weiß. Die robusten Pflanzen können alle paar Jahre geteilt werden.

zum Seitenanfang

Tränendes Herz (Dicentra spectabilis)

Markante Blüten von Dicentra spectabilis

Aparte Glanzpunkte im Frühlingsbeet setzt das Tränende Herz. Mit den bis 60 cm hohen, eleganten Blütenständen und den aufgereihten, herzförmigen Einzelblüten ist es ein echter Hingucker.
Die in Nordamerika und Ostasien beheimatete Staude will lichten Schatten und frischen, humos-torfigen Boden ohne Staunässe. Bald nach der Blütezeit von April bis Juni vergilbt das filigrane Laub, die Pflanzen ziehen ein. Erst wieder im März/April beginnt der Austrieb der beblätterten Triebe, an deren Spitzen sich die Blüten entfalten.
Im Gewächshaus beim Gärtner beginnt der Austrieb schon im Februar. Die im März gekauften, knospigen oder blühenden Dicentra dürfen nicht ins Freie gestellt werden. Denn die Blüten sind frostempfindlich und können selbst im Mai noch Schaden nehmen.
Tränende Herzen gibt es in der Hauptfarbe Rosa und in Weiß.

zum Seitenanfang

Gämswurz (Doronicum orientale)

Gämswurz, Sorte ´Leonardo´

Für das leuchtende Gelb der Gärten im Frühjahr ist diese Staude mitverantwortlich. Durch ihre bis 50 cm hohen Blütenstände mit den zahlreichen, strahlenförmigen Korbblüten kommt Höhe und Eleganz in die Blumenbeete. Es gibt einige einfachblühende Sorten wie 'Little Leo' und die neue Sorte 'Leonardo' (siehe Bild). Im Garten sehen Gämswurz am wirkungsvollsten aus in kleinen Gruppen von 5 bis 8 Pflanzen.
Doronicum stammt aus Südeuropa bis Asien und gedeiht auf allen durchschnittlichen, aber ausreichend feuchten Böden.
Mit einer Blütenstiellänge von etwa 30 cm im ersten Jahr eignen sich die Gämswurz als höhere, dominierende Pflanzen auch für bunte Frühlingskombinationen.

zum Seitenanfang

Schöterich (Erysimum-Hybriden)

Schöterich, Sorte ´Yellow Bird´mit strahlend gelben Blüten

Seit Jahren führen die stecklingsvermehrten Schöterich-Sorten ein Mauerblümchendasein – völlig zu Unrecht. Diese buschig wachsenden, recht winterharten Sorten bieten eine breite Palette an Wuchsformen und Blütenfarben. 'Bowles Mauve' (lila) und 'Sweet Sorbet' (orange, später purpurlila) wachsen bis 40 cm hoch. Kräftig kompakt entwickeln sich 'Plant World Lemon' und 'Devon Sunset' mit interessantem Farbspiel. An den Pflanzen sind gleichzeitig frisch geöffnete gelbe und ältere lila Blüten.
Extrem kleinlaubig und buschig wächst 'Zwerg' mit zahllosen zitronengelben Blüten.
'Yellow Bird' (siehe Bild) wird aus Samen gezogen und wächst zweijährig. Im Frühjahr des zweiten Jahres entwickeln sich die gelben Blüten. Der Blütenstand streckt sich bis auf 30 cm Länge. Obwohl nur zweijährig, kann 'Yellow Bird' durch Selbstaussaat viele Jahre im Garten blühen.
Alle Schöteriche wollen gut gedüngt werden, damit sie kein gelbes Laub bekommen.

zum Seitenanfang

Wolfsmilch (Euphorbia-Arten)

Euphorbia Hybride ´Efanthia´ mit gelbgrünen Brakteen

Es sind dies Milchsaft führende Stauden, die von Europa bis in den Iran vorkommen und deren eigentliche Blüten unscheinbar sind. Die Kronenblätter werden durch Hochblätter (sogenannte Brakteen) ersetzt, die wie Blumenblätter schön gefärbt sind. Die Brakteen der frühblühenden Arten leuchten in gelbgrünen Tönen teils über den von der Winterkälte noch violett gefärbten Laubblättern und Stängeln. Dies ist der Fall z. B. bei Mandelwolfsmilch (Euphorbia amygdaloides) und der Hybride 'Efanthia' (siehe Bild). Euphorbien lieben Sonne und keinen zu nassen Gartenboden. Dort blühen sie ab April bis Juni. Vom Gärtner vorkultivierte Pflanzen zeigen ihre gelbgrünen Brakteen ab März.

zum Seitenanfang

Purpurglöckchen (Heuchera-Hybriden)

Heuchera mit goldfarbenem Laub

Sie bringen elegante, lange Blüten­rispen in rot, rosa und weiß. Doch einige der Purpurglöckchen-Sorten werden vorwiegend wegen ihres attraktiven Laubes für Frühjahrszusammenstellungen verwendet. So hat 'Purple Petticoats' stark gerüschtes, tief purpurfarbenes Laub mit leuchtend magentafarbenem Revers und ebensolcher Blattunterseite. 'Amber Waves' ist eine der schönsten und außergewöhnlichsten Heuchera-Neuzüchtungen der letzten Jahre. Sie hat gewelltes, bernstein- bis goldfarbenes Laub mit purpurfarbener Blattunterseite. Beide Sorten blühen eher unscheinbar. Im Garten liegt die Blütezeit von Juni bis August.
Die Purpurglöckchen sind vielseitig verwendbar. Sie wollen sonnig bis halbschattig stehen und frischen, humosen, nährstoffreichen Boden. Längere Trockenheit vertragen sie schlecht. Ältere Pflanzen lassen sich teilen. Vor starken Kahlfrösten sollten sie durch Abdecken, z. B. mit Reisig, geschützt werden.

zum Seitenanfang

Immergrüne Schleifenblume (Iberis sempervirens)

Iberis in der gärtnerischen Produktion auf Grundbeeten

Schleifenblumen sind unverzichtbare, polsterbildende Frühjahrsblüher, die in jeden Steingarten gehören. Sie blühen in niederliegenden bis überhängenden weißen Blütenkissen. Ein Rückschnitt nach der Blüte hält die Pflanze kompakt, denn im Lauf der Jahre verholzen und verkahlen sie von innen her. Manche Sorten können auch, ähnlich wie Buchs, zu Einfassungen zurückgeschnitten werden. Die Heimat von Iberis sempervirens ist das Mittelmeergebiet. Trotzdem sind die meisten Sorten gut winterhart.
Samenvermehrte Sorten blühen recht früh, 'Weißer Zwerg' beim Gärtner im Gewächshaus schon ab Februar. Die kleinen Einzelblüten öffnen sich am Blütentrieb nacheinander über einen Zeitraum von vielen Wochen. Dies ergibt im Garten wie auch in einer Pflanzschale eine lange Zierwirkung. Eine Pflanzenteilung ist unergiebig, besser wird im Sommer mittels Stecklingen vermehrt.

zum Seitenanfang

Islandmohn (Papaver nudicaule 'Pulchinella')

Zahlreiche Blüten des Islandmohn, Sorte ´Pulchinella´

Die meisten Sorten des Islandmohns blühen den Sommer über. 'Pulchinella' jedoch beginnt im Gewächshaus schon im Winter mit dem Schieben der Knospen. Anfang April tragen dann alle Töpfe mehrere Knospen und teils offene Blüten und können so gekauft werden. Aber erst ins Freie gepflanzt entfaltet 'Pulchinella' ihre ganze Pracht. Viele Knospen und Blüten pro Pflanze sind von Mitte April bis Mai ein echter Blickfang.
Die großen einfachen Mohnblüten in weiß, gelb, orange und rot stehen auf 30 bis 40 cm hohen, schlanken Stielen und leuchten über große Entfernungen. Wegen des starken Wachstums auch des Laubes ist der Mohn sehr nährstoffbedürftig. Im Pflanzgefäß oder auf dem Beet muss nachgedüngt werden. Die Auswinterungsrate nach dem ersten Blühjahr ist hoch, also muss jährlich neu gesät bzw. zugekauft werden.

zum Seitenanfang

Polsterphlox, Flammenblume (Phlox douglasii, P. subulata)

Hellrosa blühender Polsterphlox, Sorte ´Ronsdorfer Schöne´

Der Phlox ist eine beliebte Staude, die ursprünglich aus Nordamerika zu uns kam. Durch intensive Züchtungsarbeit sind herrliche Sorten entstanden. P. douglasii und P. subulata blühen im Garten ab Mai bis Juni. Sie gefallen mit dem rasenartigen, überhängenden Wuchs und sorgen für Farbkontraste.

Zum Beispiel 'Red Admiral' in karminrot, 'Georg Arends' in rosalila und 'Ronsdorfer Schöne' (siehe Bild) in hellrosa. Sonnige Lagen und durchschnittliche Gartenböden werden verlangt. Die Sorten müssen vegetativ vermehrt werden, die Entnahme von Risslingen ist möglich, aber nicht ganz einfach.

zum Seitenanfang

Kugelprimel (Primula denticulata)

Kugelprimeln auf Grundbeeten in der gärtnerischen Produktion

Die Kugelprimeln werden bis 30 cm hoch. Vereinzelt werden sie auch als Schnittblumen angebaut.
Erhältliche Farben sind Weiß ('Alba') und Auslesen nach kräftigen Farben von Rubinrot ('Rubin Auslese', 'Ruby', 'Rubin', letztere siehe Bild), Lila und Blau ('Blaue Kugel', 'Blaue Auslese'). Eine Mischung dieser Farben enthalten die 'Ronsdorfer Hybriden'.
Kugelprimel ziehen im Oktober/November ein. Das heißt, das Laub vergilbt, die Nährstoffe aus den Blättern werden abgebaut und in den Wurzeln und den markanten Sprossknospen gelagert.
Die Februar- bzw. Märzsonne erweckt die Pflanzen wieder zu neuem Leben. Erst werden die Blütenkugeln, dann die Blätter geschoben. Während der Blüte entwickeln sich die Blätter weiter und können im Garten bis 40 cm lang werden.
Mit den hoch über dem Laub stehenden Blütenkugeln eignet sich P. denticulata sehr gut zur räumlichen Gliederung gemischter Schalen.
Ausgesät wird bald nach der Samenreife. Kugelprimeln können auch mit Wurzelschnittlingen vermehrt werden. Diese schneidet man während der Blütezeit.

zum Seitenanfang

Rosenprimel (Primula rosea)

Blütenstände einer Rosenprimel

Die Rosenprimeln gehören zu den schönsten Frühjahrsblühern. Sie leuchten karmesinrot in unseren Frühlingsbeeten. Doch wollen sie auf dem Beet wie in der Pflanzschale bewusst platziert werden, damit sie mit ihren nur 15 cm hohen Stielen nicht verdeckt werden. Die Sorte 'Gigas' ist also nicht so gigantisch wie der Name vielleicht vermuten lässt.
Rosenprimeln ziehen wie Kugelprimeln über den Winter ein.
Im Garten beginnt der Austrieb Ende März, trotzdem sind die zarten Blüten später frostgefährdet.
Rosenprimeln stehen sonnig bis halbschattig.
Vermehrt wird mittels Aussaat gleich nach der Samenreife oder durch Teilen der Blattrosetten.

zum Seitenanfang

Echte Schlüsselblume (Primula veris)

Echte Schlüsselblumen auf Grundbeeten in der gärtnerischen Produktion

Primula veris (früher: P. officinalis), die Wiesenschlüsselblume oder Echte Schlüsselblume, unterscheidet sich von der Waldschlüsselblume P. elatior durch kleine, dottergelbe Blüten mit fünf orangenfarbenen Flecken im Schlund. Sie duftet. Neben der Art ist auch die neue Sorte 'Cabrillo' in Gärtnereien erhältlich. Zur Selbstaussaat gibt es außerdem Sortenmischungen in Ocker-, Orange- und Rottönen.
Die bei uns heimische Echte Schlüsselblume liebt Sonne bis Halbschatten und wie alle Primeln einen frischen und humosen, gut durchlässigen, alkalischen Boden.


zum Seitenanfang

Moossteinbrech (Saxifraga-Arten)

Sorte ´Schneezwerg´

Diese frühjahrsblühende Steingartenstaude bildet moosartige Matten bzw. kugelige Kissen aus mittelgrünen Blättern. Pro Pflanze bilden sich bis zu 50 zarte Blütenstände.
Die Sorten blühen meist rosarot ('Peter Pan', 'Purpurteppich', 'Purpurmantel') oder weiß (S. hypnoides, 'Pixie White', 'Schneezwerg', letztere siehe Bild). 'Carpet' gibt es in hellrosa, dunkelrosa und weiß.

Ebenfalls in Rot- und Rosatönen erblüht die neue 'Highlander'. Die Knospen der rosafarbenen Sorten sind dunkelrot. Gut sortierte Staudengärtnereien führen weitere durch Stecklinge vermehrte Sorten. Die Polster lassen sich auch leicht teilen. Im Garten blühen die Saxifragen von April bis Mai. Das frische Grün der Laubpolster wirkt auch ohne Blüten in bunten Schalen.

zum Seitenanfang

Schaumblüte (Tiarella-Hybriden)

Schaumblüte, Sorte `Spring Symphony´

Die Heimat der Schaumblüte liegt in Asien und Nordamerika. Sie ist eine ausgezeichnete und reich blühende Kleinstaude für den leichten Schatten bis Halbschatten. Wohl fühlt sie sich im frischen, humusreichen, kalkarmen und lockeren Boden. Durch ihren kissenförmigen, kriechenden Wuchs wird sie zum wertvollen Flächendecker, dessen Laub sich im Herbst und Winter in einen dekorativen Kupferton verfärbt.
Erst seit einigen Jahren wurde die Schaumblüte von den Gärtnern für das Frühjahrsgeschäft entdeckt. Sie bringt für den Gartenfreund völlig neue und ungewohnte Möglichkeiten der Gestaltung von Frühjahrsbepflanzungen.
Angeboten werden zum Beispiel 'Spring Symphony' (siehe Bild) mit dunkelolivgrünen, sternförmigen Blättern und unzähligen Blütenrispen mit rosafarbenen Knospen und schneeweißen Blütchen.
Ebenso zu finden ist 'Black Velvet' mit moosgrünem Blatt, jeweils mit einem pechschwarzen Mittelfleck versehen. Die vielen kurzen Blütenrispen sind mit beigeweißen Schneeflockenblüten besetzt.



Besonderheiten

zum Seitenanfang

Kalmus (Acorus gramineus)

Die goldgelb gestreifte Sorte ´Ogon´ (im Bild ganz rechts)

Bisher meist nur bei Herbstarrangements verwendet, lässt sich der Kalmus hervorragend auch für Frühlingszusammenstellungen einsetzen. Diese wintergrünen grasartigen Blattpflanzen bereichern Arrangements durch ihre fächerförmigen Horste und eleganten Halme. 'Ogon' (im Bild ganz rechts) hat länglich, elegant gebogene Halme, die goldgelb gestreift sind (wunderschön in Kombination mit gelb- und blaublühenden Part­nern!). 'Variegata' ist etwas kompakter und steifer im Habitus als 'Ogon' und weiß/grün gestreift. Diese Sorte ist bestens für gemischte Bepflanzungen in weiß, rosa und blau geeignet. Im Garten wächst A. gramineus an kleinen Teichen im flachen Wasser bis 5 cm Tiefe, in Wassertrögen und flachen Schalen, am besten im Schatten und Halbschatten. Optimal sind nährstoffreiche, lehmige Böden. In kalten Gegenden ist leichter Winterschutz von Vorteil. Die Sorten sind relativ teuer, da sie langsam wachsen und die Rhizome nur durch Teilung vermehrt werden können.

zum Seitenanfang

Lerchensporn (Pseudofumaria-Arten)

Pseudofumaria alba subsp. alba mit hellgelben, gespornten Blüten

In ganz Europa teils durch Auswilderung verbreitet ist diese zierliche, schattenliebende Wildstaude. Sie siedelt nach erfolgreicher Pflanzung von selbst im Garten an halbschattigen, feuchten Plätzen an. Bei zusagendem Standort versamen sie sich leicht.
Die Lerchensporne gefallen im Garten durch ihre von Mai bis September anhaltende Blüte und das zarte, stark gefiederte hellgrüne Laub. Aus diesen Gründen werden sie vereinzelt von Gärtnern auch im Gewächshaus vorkultiviert und ab März blühend angeboten. Pseudofumaria lutea (= Corydalis lutea) hat mehrere goldgelbe, gespornte Einzelblüten je Stiel und ist wintergrün.
P. alba subsp. alba (= Corydalis ochroleuca, siehe Bild) blüht mit hellgelben, gespornten Blüten und verträgt auch Trockenheit. Die Vermehrung durch Aussaat funktioniert gut. Im Garten sorgen oft Ameisen für eine Verteilung der Samen.

zum Seitenanfang

Hungerblümchen, Immergrünes Felsenblümchen (Draba-Arten)

Draba aizoides im Topf kultiviert

Sie sind in europäischen bis asiatischen Gebirgen zu Hause und eignen sich für Trockenmauern, Steinfugen und Tröge in sonniger Lage. Sie gehören in jedes Alpinum. Dort bilden sie auf steinigen, gut drainierten trockenen Böden rosetten- bis teppichartige Polster. Werden Hungerblümchen im Topf kultiviert, brauchen sie, wie der Name sagt, nur schwach gedüngtes, mit Sand und Split abgemagertes Substrat. Bei Draba aizoides (siehe Bild) wachsen die wenige Zentimeter hohen, lockeren Blattrosetten nur langsam.

Schon im März beginnt die Blütezeit dieser unscheinbaren Pflänzchen und hält den April über an. Die Blütenstiele werden bis zu 10 cm hoch und sind mit unzähligen gelben, duftenden Blüten besetzt. Erst im April erscheinen bei D. rigida auf zarten Stielchen die eher unspektakulären gelben Blüten. Interessant ist D. rigida aber wegen ihrer dichten, moosartigen Polster in frischgrüner Farbe. Damit lassen sich in Frühlingsschalen im Farbenmeer Ruhepunkte setzen. Die Aussaat ist problemlos, der Same keimt wie bei allen Kreuzblütlern schnell.

zum Seitenanfang

Alpenbalsam (Erinus alpinus)

Alpenbalsam, Sorte ´Violet´

Von den Westalpen und den Pyrenäen kommt diese Steingarten­staude für Felsfugen und Trockenmauern mit porösen Steinen. Der Alpenbalsam blüht recht lange von Mai bis Juni mit vielen kleinen violetten Lippenblüten (im Bild die Sorte 'Violet') und wirkt trotz einer Höhe von 10 cm sehr zierlich.

Für den Topf wie für das Auspflanzen im Garten sollte die Erde mit reichlich Schotter oder Bimskies durchmischt werden, denn der Alpenbalsam ist gegen zu viel Feuchtigkeit, vor allem im Winter, empfindlich. Er wintert leicht aus, erscheint aber durch Selbstaussaat im nächsten Frühjahr und Sommer wieder.

zum Seitenanfang

Gämskresse (Pritzelago alpina)

Gämskresse mit strahlend weißen Blüten

Über dem immergrünen, dunklen Laub stehen 10 cm hoch unzählige kleine, reinweiße Blüten. Die neue Sorte 'Icecube' ist eine sehr reichblühende Verbesserung der reinen Art.
Pritzelago alpina (= Hutchinsia alpina) kommt mit durchlässigen, humusarmen, kalkhaltigen Böden zurecht und steht in der Sonne bis im Halbschatten. Im Garten gehört sie ins Alpinum, den Steingarten oder Tröge.
In gemischten Frühlingsschalen lässt sie mit ihrem strahlenden Weiß die anderen Farben leuchten. Durch Aussaat ist sie am besten zu vermehren.


zum Seitenanfang

Frühlingsmargerite (Leucanthemum hosmariense)

Frühlingsmargerite mit typisch silbrigem Laub

Eine Blütenform des Sommers wird mit Leucanthemum hosmariense in den Frühling gebracht. Es handelt sich um eine staudige Margerite mit feingliedrigem, silbrigem Laub und kompaktem Wuchs.
Sie bringt schon sehr zeitig an langen Stielen große, einfache, aber langlebige Korbblüten in Reinweiß mit dottergelber Scheibe hervorbringt. Bereits Wochen zuvor sind die Pflanzen mit dem silbrigen Laub und den markanten Knospen sehr attraktiv.
L. hosmariense wird bisher nur vegetativ vermehrt.
Über Ausdauer und Winterfestigkeit liegen noch keine Erfahrungen vor.

zum Seitenanfang

Lungenkraut (Pulmonaria-Hybriden)

Lungenkraut, Sorte ´Trevi Fountains´

Als Frühjahrstopfpflanzen haben die Gärtner seit einigen Jahren auch das Lungenkraut entdeckt. Bisher werden sie als wertvolle Flächenpflanzen für den Steingarten und zur Unterpflanzung bei Gehölzgruppen in schattiger bis halbschattiger Lage verwendet. Sie möchten einen frischen bis feuchten, mittel durchlässigen, humusreichen, sauer bis kalkarmen, nährstoffreichen Boden.
Die Blätter sind rau behaart, grün, zum Teil gefleckt.

Die Blüten gibt es von weiß über rosa bis blau. Grünes Laub mit silbrigen Flecken haben zwei Neuzüchtungen: 'Trevi Fountains' (siehe Bild) wächst kompakt horstig und bringt kurze Blütenrispen hervor, die mit vielen azurblauen Blüten besetzt sind. Einen schönen Farbkontrast bilden die rosafarben Blütenknospen.
Bei 'Raspberry Splash' färben sich Knospen und Blüten vom anfänglichen Himbeerrosa ins Violett.

zum Seitenanfang

Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)

Küchenschelle, Sorte ´Violet Blue´

Diese hübsche Pflanze besticht durch ihre glockenförmigen, leicht nickenden Blüten, die über dem buschigen Laub erscheinen.
In freier Natur ist die Küchenschelle auf kalkhaltigen trockenen Heidewiesen zu finden.
Beachten Sie unbedingt, dass Küchenschellen keinesfalls von Wildstandorten entnommen werden dürfen. Sie stehen unter Naturschutz!
Die Entnahme aus der Natur ist auch gar nicht nötig, denn es werden genügend Pflanzen aus gärtnerischer Anzucht angeboten. Mittlerweile gibt es sie nicht nur in Staudengärtnereien zu kaufen, sondern auch vorgetrieben bei Zierpflanzengärtnern, so dass bereits im März blühende Exemplare zu erhalten sind. Angeboten werden verschiedene Sorten in weiß, rosa, rot und violett (im Bild die Sorte 'Violet Blue').
Möchten Sie, dass sich diese schönen, horstbildenden Pflanzen im Garten wohlfühlen und ansiedeln, sollten Sie für folgenden Standort sorgen: Volle Sonne und trockener, mittel durchlässiger, humoser, neutraler bis kalkreicher und nährstoffarmer Boden.

zum Seitenanfang

Ehrenpreis (Veronica-Arten)

Ehrenpreis, Sorte ´Georgia Blue´

Neben vielen sommerblühenden Arten hat die Gattung Veronica auch einige frühblühende Vertreter aufzuweisen. Verstärkt in Gärtnereien angetrieben wird V. peduncularis mit den Sorten 'Georgia Blue' (siehe Bild) und 'Big Blue'. Mit ihren zahlreichen enzianblauen Blüten an bis 30 cm langen Trieben bringen sie eine hängende Wuchsform und die Farbe blau in Frühjahrskombinationen.
Von unzähligen kleinen blauen Blüten besetzt sind die feinen Triebe von V. armena. Diese aus dem Kaukasus stammende Steingartenstaude bildet bis 10 cm hohe Polster. Sie ist nässeempfindlich und mag durchlässige, magere Erde in voller Sonne. Im Garten blüht diese zarte Besonderheit ab Mai.
Die hellblaue V. repens bildet im Garten maximal 5 cm hohe dichte Matten, bestehend aus den kriechenden, an den Knoten wurzelnden Stängeln. Sie will frischen, nicht zu trockenen Boden in sonniger Lage.

zum Seitenanfang

Pfingst-Veilchen (Viola sororia)

Pfingsveilchen mit vielen blauen Blüten

Gegen die Übermacht der Stiefmütterchen und Hornveilchen haben es Staudenveilchen schwer. Ein anbauwürdiger Vertreter dieser Gruppe ist zum Beispiel das Pfingst-Veilchen Viola sororia.
Über einem kompakten Polster nierenförmiger Blätter stehen von April bis Mai viele Veilchenblüten in weiß ('Albiflora') oder blau. Stark blühende Exemplare sind nicht billig, da diese rhizombildenden Pflanzen etwas älter sein müssen, um im Topf reich zu blühen. Im Garten verzweigen sich die Rhizome kräftig. Das Pfingst-Veilchen will frischen, normalen, aber kalkarmen Gartenboden und steht am besten im Schatten bis Halbschatten. Es ist eine hübsche, gartenwillige Art, die sich durch Selbstaussaat im durchlässigen Boden weiterverbreitet, ohne lästig zu werden. Rhizomteilung ist möglich.

Zusammenstellung: Hubert Hanke
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Sachgebiet Zierpflanzenbau



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Bayerische Gartenakademie