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Mehrjährige Kletterpflanzen - Charmante Alleskönner

Kletterhortensie

Verwendung

Üppiges Blattwerk und bunte Blütenpracht auf kleinstem Raum, lebendiger Sichtschutz, grüne Zäune, lauschige Lauben, abwechslungsreiche Innenhöfe und Fassaden: all dies sind Begriffe, die einem unwillkürlich einfallen, wenn es um mehrjährige Kletterpflanzen geht. Gerade diese Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten macht den Charme dieser Pflanzengruppe aus und hat zu ihrer ständig steigenden Beliebtheit beigetragen.

Kletterpflanzen an Sitzplätzen

Clematis und Kletterrose

Lauben, Terrassen und Balkone laden erst dann richtig zum Verweilen ein, wenn sie geschützte Sitzplätze und Atmosphäre bieten. Sehr gut lassen sich diese beiden Anforderungen mit mehrjährigen Kletterern lösen. Die Laubwände dienen als Sicht-, Wind- und Sonnenschutz, dämpfen Lärm und filtern Staub aus der Luft. Gleichzeitig tragen sie mit dekorativen Blättern oder farbenfrohen Blüten viel zum subjektiven Wohlgefühl der Menschen bei.

Dies wusste man übrigens schon sehr früh zu schätzen: bereits vor 4000 Jahren wurden im alten ägypten Lauben mit kletternden Weinreben verschönt, mit Trauben als willkommener Zugabe. Aus dem Mittelalter sind Abbildungen von Lauben bekannt, die mit Wein, aber auch mit Geißblatt oder Rosen begrünt waren. Und in der Renaissance war eine Garten- oder Parkanlage undenkbar ohne Spaliere, Pergolen oder Lauben mit Kletterpflanzen.

Zurück zur Gegenwart: auch auf Balkonen lassen sich die Vorteile von mehrjährigen Kletterpflanzen verwirklichen, denn die schwachwüchsigen Vertreter dieser Pflanzengruppe geben sich durchaus mit größeren Pflanzgefäßen als Bodenersatz zufrieden. Zusätzlich bestückt mit Ampeln, Kübelpflanzen oder Balkonkästen werden Sitzplätze, egal ob im Garten oder auf dem Balkon, mit Hilfe der Kletterpflanzen zu „grünen Zimmern", zu gern genutztem Wohnraum im Freien.

Kletterpflanzen als Gestaltungselement im Garten

Kletterpflanzen sind natürlich besonders für kleine Gärten geeignet. Durch „das Gärtnern in der Vertikalen" lässt sich auf engstem Raum Pflanzenvielfalt verwirklichen.

Aber auch sonst sind sie ein wichtiges Gestaltungselement im Garten. Mit Kletterern begrünte Zäune und Begrenzungsmauern wirken lebendig und bilden gelungene übergänge von Straße, Nachbargrundstück, Garage oder Haus in den Garten.

Pergolen oder freistehende Bögen und Säulen, mit Kletterpflanzen üppig bewachsen, bilden Hingucker und sind zugleich Raumteiler oder sanfte „Wegweiser", und damit wichtige Mittel bei der Gartengestaltung.

Und warum nicht einmal mit einem etwas ausgefallenen Klettergerüst in Einzelstellung ein regelrechtes Kunstobjekt im eigenem Garten schaffen? Der Fachhandel bietet hierzu mit Kletterhilfen in den verschiedensten Formen viele Anregungen, und der eigenen Kreativität sind mit etwas handwerklichem Geschick ebenfalls kaum Grenzen gesetzt.

Kletterpflanzen zur Fassadenbegrünung

Fassadenbegrünung

Natürlich können auch ganze Fassaden mit Kletterpflanzen begrünt werden, vorausgesetzt, es werden dementsprechend wuchskräftige Arten gewählt.

Fassadenbegrünungen werten die Gebäude nicht nur ästhetisch auf, sondern sorgen auch für ein ausgeglichenes Wohnklima und schützen das Mauerwerk vor Witterungseinflüssen.

Vorsicht kann jedoch bei den Kletterern geboten sein, die mit Haftorganen direkt an der Mauer emporklettern, den sogenannten Selbstklimmern (siehe unten), wie Efeu oder Wilder Wein. Hier sollte man, um unliebsame überraschungen zu vermeiden, vor der Bepflanzung einen Fachmann zu Rate ziehen. Oft genügen schon kleinste Risse im Putz, und die Pflanzen dringen mit ihren Haftorganen in das Mauerwerk ein. Manche Putze bieten auch nicht die notwendige Tragfähigkeit.

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Kletterhilfen

Der Handel bietet ein umfangreiches Sortiment an Bausätzen und montagefertigen Kletterhilfen für alle Verwendungszwecke. Natürlich eignen sich auch Eigenkonstruktionen zum Beispiel aus Baustahlmatten, Holzlatten oder Drahtseilen. Wichtig sind eine ausreichende Lebensdauer der Materialien und eine Konstruktionsart, die dem Klettertyp der geplanten Pflanze entspricht:

Spanndrähte, Metallgerüste und Baustahlmatten sollten verzinkt oder durch einen Anstrich vor Rost geschützt sein. Holzkonstruktionen sind am besten aus druckimprägniertem Holz oder werden mit einem pflanzenverträglichen Schutzanstrich wetterfest gemacht.

Wenn es um größere Systeme zur Fassadenbegrünung geht, sind die Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, oder auch Baumschulen und Gärtnereien kompetente Ansprechpartner.

Als Faustzahlen für den Abstand der Kletterhilfe zu Wänden gelten bei fast allen Kletterpflanzen 10 bis 15 cm.

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Klettertypen

Kletterpflanze ist nicht gleich Kletterpflanze, besonders, wenn es um das Klettern an sich geht. Sie haben im Laufe ihrer Entwicklung ganz unterschiedliche Techniken und Pflanzenteile entwickelt, um sich in die Höhe ans Licht zu ziehen. Je nach Klettertyp werden deshalb ganz unterschiedliche Kletterhilfen bevorzugt.

Unabhängig vom Klettertyp sind übrigens alle Pflanzen dafür dankbar, wenn sie anfangs durch Anbinden in ihrem Aufwärtsdrang unterstützt werden, auch die selbstkletternden Arten!

Ranker

Mit oft korkenzieherähnlichen Spross- oder Blattteilen halten sich die sogenannten Ranker an den Kletterhilfen fest. Sie bevorzugen gitterförmige Kletterhilfen, deren Streben nicht zu dick sein sollten. Als Faustregel gilt: alles bis zu Bleistiftdicke (circa 7 mm) kann von den Spross- oder Blattranken gut umwickelt werden. An massiveren Gerüsten muss oft mit Anbinden Halt gegeben werden. Gute Dienste als Kletterhilfen leisten bei den Rankern zum Beispiel Baustahlgitter oder gitterartige Drahtbespannungen. Typische Vertreter der Sprossranker sind zum Beispiel die Weinreben, die Clematis-Arten sind Blattstielranker.

Selbstklimmer

Die sogenannten Selbstklimmer halten sich selbständig an der Wand fest, entweder mit Haftscheiben wie der Wilde Wein oder mit Haftwurzeln wie Efeu oder Kletterhortensie. Sie brauchen kein zusätzliches Gerüst.

Spreizklimmer

Kletterrose ´Morning Jewel´

Diese Pflanzen haken sich in der freien Natur mit Stacheln, Dornen oder abstehenden Seitenzweigen an vorhandener Vegetation fest. Genauso stützen sie sich auf Rankgerüste, ihre meist peitschenartigen Triebe müssen, da echte Haftorgane fehlen, angebunden werden. Daher eignen sich gut Kletterhilfen aus waagrecht ausgerichteten Holzlatten, Stäben oder Drahtseilen, wobei Abstände von etwa 40 cm zwischen den einzelnen Etagen ausreichend sind. Bei gekauften Gerüsten oder Spalieren ist auf eine ausreichende Anzahl waagrechter Sprossen zu achten, auch gitterförmige Konstruktionen sind geeignet.

In die Gruppe der Spreizklimmer gehören zum Beispiel Kletterrosen und auch der leuchtend gelb blühende Winterjasmin (Jasminum nudiflorum).

Schlinger

Schlinger oder Winder besitzen keine extra ausgebildeten Kletterorgane. Dafür windet sich der ganze Pflanzenspross vorzugsweise um senkrecht stehende Spanndrähte oder Stäbe und klettert so nach oben. Auch an Gittern werden nur die senkrechten Streben umschlungen. Obwohl den Schlingern also senkrechte Stützen durchaus reichen, kann es manchmal zu Problemen an sehr glatten Materialien kommen. Die Pflanzen können aufgrund ihres Gewichtes zum Teil abrutschen. Kleine querliegende Streben verhindern dies. Bekannte Schlinger sind die verschiedenen Geißblattarten und der Blauregen (Wisteria sinensis, W. floribunda), auch als Glyzine bekannt. Die meisten Schlinger sind übrigens Linkswinder, d.h. sie wachsen von oben gesehen gegen den Uhrzeigersinn. Nur wenige Arten sind Rechtswinder, so zum Beispiel das Geißblatt und die Wisteria-Art W. floribunda.

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Trompetenblume

(Campsis radicans, Campsis-Hybriden)

Campsis radicans

Zierwert:

Die Trompetenblume ist eine wunderschöne, von Juli bis Herbst reich blühende Kletterpflanze. Den Namen bekam sie von den bis zu 8 cm langen, trompetenförmigen Trichterblüten, die sich in kräftigen Gelb- bis Rottönen vom dekorativen frischgrünen Laub leuchtend abheben.

Angeboten werden in der Regel folgende Arten beziehungsweise Sorten: Campsis radicans mit orange farbenen Blüten, die gelb blühende C. radicans ´Flava´, sowie die Hybride C. x taglibuana ´Madame Galen´, deren Blüten außen orange und innen scharlachrot sind.


Wuchs und Verwendung:

Je nach Art, Sorte und Standort wächst die Trompetenblume etwa 5 bis 10 m hoch. Sie eignet sich mit ihren kräftigen Haupttrieben und ihren leicht buschig überhängenden Blütentrieben besonders für großflächige Begrünungen von Wänden, kann aber auch für Lauben, Bögen und Pergolen Verwendung finden.

Obwohl die Trompetenblume zu den Selbstklimmern zählt, bildet sie nur mäßig Haftwurzeln aus und braucht Unterstützung. Vor allem die Hybriden wachsen eher strauchartig. Hier heißt es, waagrechte Drähte in Abständen von 60-80 cm zu spannen oder sie an einem Klettergitter aufzuleiten.


Standort und Pflege:

Die Trompetenblume liebt einen geschützten Standort mit viel Wärme und Sonne. Dafür gibt sie sich mit fast jedem Boden zufrieden. Da die Trompetenblume ein Flachwurzler ist, ist auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten. Sehr günstig für das Wachstum ist es, wenn der Wurzelbereich mit einer Bepflanzung aus kleineren Sträuchern oder Stauden, durch Steine oder durch eine Mulchdecke vor zu intensiver Sonneneinstrahlung geschützt wird. Denn Sonne oben, Schatten unten entspricht dem natürlichen Standort im lichten Wald.


Schnitt:

Die Trompetenblume blüht als typischer Sommerblüher an dem im gleichen Jahr gewachsenen Holz. Der Rückschnitt erfolgt daher am besten im zeitigen Frühjahr (März), indem die letztjährigen Triebe bis auf Zapfen mit etwa 3 bis 4 Augen zurückgesetzt werden. Dadurch bilden sich viele neue Triebe mit reichem Blütenflor.

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Clematis

(Clematis-Wildarten, Clematis-Hybriden)

Clematis tangutica

Zierwert:

Clematis beeindrucken durch die prächtigen, sich in unvergleichlicher Fülle zeigenden, oft angenehm duftenden Blüten. Im Winter schmücken meist auffallende Früchte mit silbrig-seidenen Haarschweifen. Im Handel zu finden sind verschiedene Sorten der großblumigen Clematis-Hybriden, deren Blüten je nach Sorte Durchmesser bis zu 15 cm erreichen können, sowie mitteleuropäische und ostasiatische Wildarten. Letztere haben zwar zierlichere Blüten, sind aber dafür robuster und weniger anfällig gegenüber der sogenannten Clematis-Welke (siehe unten). Die Größen-, Formen- und Farbenvielfalt der Blüten bietet das Richtige für jeden Geschmack: es gibt Hybriden und Wildformen in Weiß, verschiedenen Rosa- und Rottönen, sowie aus dem Spektrum von hellblau bis blauviolett. Die Blüten der Wildart C. tangutica leuchten wie kleine Lampions in kräftigem Gelb.

Die Formen (von glockenförmig bis flach ausgebreitet) variieren ebenso wie die Anzahl der Blütenblätter. Auch bei der Blütezeit kann ausgewählt werden, und zwar zwischen Frühjahrsblühern mit der Hauptblüte im April und Mai, sowie den Sommerblühern, deren Blüte je nach Art oder Sorte im Juni bis August beginnt.


Clematis-Hybride ´Nelly Moser´


Wuchs und Verwendung:

Die Clematis-Hybriden werden je nach Sorte 2-5 m hoch. Bei den Wildformen gibt es große Unterschiede: sie erreichen je nach Art 2 (C. alpina) bis 12 m (C. vitalba)! Je nach Wuchsstärke lassen sich große und kleine Lauben, Pergolen, Zäune und Wände mit Clematis verschönern, wobei die Hybriden besonders schön wirken, wenn sie nur punktuell eingesetzt werden. Die Wildformen eignen sich dagegen auch gut zur flächigen Begrünung. Ein regelrechtes „Highlight" im Garten entsteht, wenn man eine hellblütige Wildform an einem Gehölz in tiefem Grün (z.B. Eibe, Wacholderarten) hinaufklettern lässt!


Wunderschöne Blickfänge bilden Clematis außerdem mit farblich passenden Kletterrosen. Beide haben ähnliche Standort- und Pflegeansprüche und lassen sich daher gut kombinieren.

Die schwachwachsenden Clematistypen (beim Kauf auf die Wuchshöhe achten) können in einem ausreichend großen Gefäß gut auf Balkon und Terrasse gezogen werden.



Standort und Pflege:

Alle Hybriden und die meisten Wildarten bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Für Standorte im lichten Schatten eignet sich gut die Alpen-Waldrebe (C. alpina), auch die Berg-Waldrebe (C. montana) und die Rosa Anemonen Waldrebe (C. montana var. rubens) wachsen und blühen hier zufriedenstellend.

Der Boden sollte nährstoffreich sein und vor allem durchlässig. Staunässe wird keinesfalls vertragen, der Boden des Pflanzloches sollte mit einer Drainageschicht (z.B. aus Kies) versehen werden.

Die Clematis möchte (wie die Trompetenblume) einen kühlen, vor dem Austrocknen geschützten Fuß. Will man den Wurzelbereich durch kleine Sträucher schützen, pflanzt man die Clematis und ihre Begleiter am besten gleichzeitig, da die Clematis auf nachträgliches Bearbeiten oder Verdichten des Wurzelbereiches oft empfindlich reagiert.



Clematis-Welke:

Es handelt sich um eine durch Pilze hervorgerufene Krankheit, bei der die Leitungsbahnen in der Pflanze durch das Pilzgeflecht „verstopft" werden. Dadurch sterben bis dahin unversehrt erscheinende Triebe innerhalb weniger Tage vollkommen ab. Besonders anfällig sind die großblütigen, im Frühjahr blühenden Hybriden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme werden befallene Triebe tief bis in das gesunde Holz zurückgeschnitten. Da die Pilze überwiegend an der übergangstelle zum Boden in die Pflanzen eindringen, muss meist bis unter die Erdoberfläche zurückgeschnitten werden. Bei veredelten Hybridsorten ist es deshalb sehr wichtig, so tief zu pflanzen, dass die Veredelungsstelle mindestens 7-10 cm unter der Erdoberfläche liegt. So sind genug schlafende Augen des Edelreis vorhanden, die nach der radikalen Schnittmaßnahme wieder austreiben.

Clematis montana var. rubens



Schnitt:

Beim Schnitt ist unbedingt zwischen den Frühjahrs- und den Sommerblühern zu unterscheiden. Die Frühjahrsblüher sollten, wenn überhaupt, nach der Blüte durch leichtes Einkürzen nur in Form gebracht werden. Die Sommerblüher (egal ob Hybriden oder Wildformen) dagegen müssen im Februar/März stark zurückgenommen werden, und zwar auf kräftige Knospen in etwa 30 bis 40 cm Höhe, damit sich viele neue Triebe bilden. Nur so bekommt man wirklichen Blütenreichtum.

Aufwändig wird der Schnitt allerdings, wenn Frühjahrs- und Sommerblüher miteinander kombiniert werden und ein unübersichtliches Gewirr aus Zweigen bilden. Hier die richtigen Triebe zum Schneiden herauszufinden, gelingt nicht ohne weiteres. Daher sollte man auf solche Kombinationen besser verzichten.


Weitere Informationen zu Clematis:

Clematisliste für Einsteiger  PDF-Dokument

Clematis und Kletterrosen zärtlich vereint

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Kletterhortensie

(Hydrangea anomala ssp. petiolaris)

Kletterhortensie

Zierwert:

In der großen Familie der Hortensien gibt es diese eine kletternde Form. Sie besticht durch hohen Zierwert und wird meist unter der Kurzbezeichnung Hydrangea petiolaris angeboten. Die Kletterhortensie treibt sehr zeitig im Frühjahr aus und bildet üppiges Laub. Im Juni und Juli zeigen sich die 15 bis 25 cm großen, flachen Dolden aus sterilen Randblüten und fruchtbaren Innenblüten in ihrer weißen Pracht und verströmen leichten Duft. Nach der Blüte trocknen die großen Randblüten ein und schmücken so meist bis in das nächste Frühjahr hinein. Das Laub färbt sich im Herbst intensiv gelb, die Zweige sind von einem auffallendem Zimt- oder Rotbraun.



Wuchs und Verwendung:

Nach meist langsamem Wachstum in den ersten 3 bis 5 Jahren, erreicht dieser Selbstklimmer später sehr rasch beachtliche Ausmaße (diese Anlaufschwierigkeiten gelten leider auch für die Blütenbildung, richtig reich blühend sind erst die etwas älteren Pflanzen). Kletterhortensien werden bis zu 12 m hoch und sorgen mit ihren etwa 10 cm großen, herzförmigen Blättern für dichte Laubwände. Sie eignen sich besonders für größere Pergolen und Lauben und zur flächendeckenden Begrünung von Mauern und Fassaden. ältere Pflanzen entwickeln auf Grund ihrer Größe enormes Gewicht, die Unterlage muss dementsprechend stabil sein! Besonders an Wänden ist es außerdem sinnvoll, Spanndrähte oder ähnliches zur Unterstützung anzubieten, da die Haftwurzeln das Gewicht größerer Pflanzen allein oft nicht mehr zufriedenstellend halten können. Die Pflanze wächst dann eher überhängend und bleibt wesentlich niedriger.



Standort und Pflege:

Die Kletterhortensie verbindet Schönheit mit Anspruchslosigkeit, nur vor kalter Zugluft sollte sie geschützt sein. Sie wächst in allen nicht zu schweren Gartenböden, vorzugsweise im Halbschatten und Schatten. Wenn es sein muss, gedeiht sie auch in sonnigen Lagen, vorausgesetzt, man wird ihrem hohem Wasserbedarf gerecht. In Südlagen sind die Austriebe allerdings durch die Spätfröste gefährdeter (früherer Austrieb, größere Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht).



Schnitt:

Ein Schnitt ist nicht erforderlich. Es reicht aus, abgestorbene Zweige oder störende Triebe zu entfernen.

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Winterjasmin

(Jasminum nudiflorum)

Winterjasmin in üppiger Pracht

Zierwert:

Nicht verwandt mit dem bekannten sommerblühenden Duftjasmin (Philadelphus), aber nicht weniger attraktiv ist der echte Winterjasmin Jasminum nudiflorum. Wie der Name verspricht, erstrahlen seine leuchtend gelben, leider nicht duftenden Blüten bereits im Februar und März, bei milder Witterung manchmal sogar schon im Dezember.

Die 2-3 cm großen Blüten sind zwar frostempfindlich, aber die Blütenknospen vertragen Temperaturen bis –15°C. Die jungen Triebe sind grün gefärbt und geben dem Strauch ein „immergrünes" Aussehen.



Wuchs und Verwendung:

Freistehend wächst der Winterjasmin zu lockeren, stark überhängenden, niedrigen Sträuchern heran. Mit einem Klettergerüst hingegen, an dem die Haupttriebe angebunden werden (die eher hängenden Seitentriebe sorgen für üppigkeit), erreicht dieser Spreizklimmer Höhen von 2 bis 3 m. Die Wuchsbreite beträgt etwa 2 m. Besonders schön macht er sich an Wänden als Blicke fangender Vorfrühlingsbote (auf Einsehbarkeit von der Wohnung aus achten!). Er lässt sich gut in Kübeln halten und damit auf Balkon und Terrasse holen. Sein Wuchscharakter mit den langen überhängenden Trieben eröffnet außerdem die Möglichkeit, kleinere Wandpartien „von oben herab" zu begrünen, indem man ihn auf Mauerkronen auspflanzt oder ihn dort in standfesten Gefäßen aufstellt.

Blüten im Schnee durch Winterjasmin

Standort und Pflege:

Winterjasmin wächst an geschützten Stellen zwar auch in leichtem Halbschatten, den üppigsten Blütenflor bringt er allerdings an sonnigen und warmen Standorten. Jeder einigermaßen nährstoffreiche und durchlässige Boden ist geeignet. Auf schweren Böden steigt die Frostempfindlichkeit und sinkt die Wuchsfreudigkeit.


Schnitt:

Alle zwei bis drei Jahre empfiehlt sich ein leichter Frühjahrsschnitt (nach der Blüte), um die Blühwilligkeit zu erhalten. Ein radikaler Verjüngungsschnitt verspricht keinen Erfolg.

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Wilder Wein

(Parthenocissus-Arten)

Parthenocissus quinquefolia ´Engelmanii´ in roter Herbstfärbung

Zierwert:

Der Wilde Wein, auch als Jungfernrebe bekannt, bietet zwar keine Blütenpracht, dafür schmückt er sich den ganzen Sommer über mit dichtem Laub und besticht durch eine prachtvolle Herbstfärbung in leuchtenden Orange- oder flammenden Rottönen. Seine unscheinbaren hellgrünen Blüten werden gern von Bienen besucht, die sich im Herbst entwickelnden kleinen Trauben sind für menschliche Gaumen ungenießbar, aber willkommene Vogelnahrung.
Angeboten werden zwei Arten: der aus Nordamerika stammende Parthenocissus quinquefolia mit seinen fünflappigen Blättern und der aus Japan kommende P. tricuspidata mit dreigeteilten Blättern. Die Herbstfärbung setzt bei P. quinquefolia etwas früher ein, meist bereits Ende August/Anfang September, die Blätter werden allerdings auch schneller abgeworfen.



Wuchs und Verwendung:

Die Normalform des fünfblättrigen Wilden Weines wird etwa 10 bis 15 m hoch, wächst betont senkrecht und damit nur wenig flächendeckend. Besser zur Begrünung großer Flächen geeignet, ist seine im Handel ebenfalls verbreitete Sorte ´Engelmannii´, die ausladender wächst und außerdem viel mehr Haftscheiben entwickelt.

Kombination von P. tricuspidata ´Veitchii´  (hellgrün) und P. quinquefolia (dunkelgrün)

Auch P. tricuspidata bildet viele Haftscheiben aus und wächst eher raumgreifend fächerförmig bis in Höhen von 15 m, manchmal bis 18 m. Ein optimales Grün für große Gebäude! Am bekanntesten ist hier die Sorte ´Veitchii´.

Beide Arten eignen sich mit ihrem dichten Blattwerk außerdem als Sicht- und Sonnenschutz an Pergolen, Lauben und Zäunen. In ausreichend großen Pflanzgefäßen können sie ebenfalls gezogen werden, bleiben dann aber kleiner.



Standort und Pflege:

Robust und pflegeleicht, so ist der Wilde Wein charakterisiert. Er wächst in Sonne bis Halbschatten, auf jedem einigermaßen mit Nährstoffen versorgtem Gartenboden und ist gut windverträglich.



Schnitt:

Der Wilde Wein verlangt an sich nicht nach einem Schnitt. Um ein wildes Überwuchern kleinerer Gebäude (Dachrinne!) oder der Klettergerüste zu verhindern, kann er jedoch kräftig (auch bis ins alte Holz) zurückgenommen werden.

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Kletterrosen

(Rosa)

Kletterrose ´New Dawn´

Zierwert:

Von der Königin der Blumen, der Rose, gibt es sehr schöne Klettersorten. Wie bei den Strauchrosen wird auch hier in einmal und öfter blühende Rosen unterschieden. Einmal blühende Sorten zeigen einen überreichen Blütenflor, allerdings nur im Juni und Juli. öfter blühende Sorten bilden zwar weniger Blüten aus, die Blühzeit reicht dafür bis zum Herbst.

Beim Kauf sollte wie bei allen Rosen auf das ADR-Qualitätszeichen geachtet werden. Es steht für die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung. Bei dieser mehrjährigen Prüfung werden der Zierwert und die Widerstandsfähigkeit beurteilt und nur die besten Sorten bekommen dieses Zeichen.

Robuste Rosensorten  PDF-Dokument

Kletterrose in Einzelstellung


Wuchs und Verwendung:

Mit Kletterrosen lassen sich Bögen, Spaliere oder Zäune schmücken. Auch Lauben und Pergolen können mit einem Blütenmantel überzogen werden. Die Wuchsstärke reicht von 1,5 m bis zu 5 m. Es gibt also durchaus Sorten, die in kleine Gärten oder an kleine Wandflächen passen oder sich für die Verwendung im Pflanzgefäß auf dem Balkon eignen.

Außerdem lassen sich die Ausmaße einer Kletterrose durch die biegsamen Triebe, die bei dem Spreizklimmer Rose sowieso angebunden werden sollten, leicht lenken. Ideal ist beim Aufleiten ein 45-Grad-Winkel, also leicht schräg oder auch leicht bogenförmig nach oben. Das gewährleistet einen gleichmäßigen Wuchs der Seitentriebe und eine gleichmäßige Blütenverteilung



Standort und Pflege:

Der ursprüngliche Standort von wilden Rosen ist der Waldrand. Dementsprechend sollte auch der Standort im Garten oder am Haus gewählt werden. Als junge Pflanzen vertragen sie zwar Schatten, aber die Blüten recken sich der Sonne entgegen. An der Nordseite eines Hauses im Vollschatten wird die Kletterrose deshalb nicht blühen! Ideal sind Südost- oder Südwestwände, die nicht der brütenden Hitze der Mittagssonne ausgesetzt sind.

Wie alle Rosen bevorzugen auch die Kletterer aus dieser Familie einen lehmigen, gut mit Humus versorgten, von der Bodenreaktion her neutralen Boden ohne stauende Nässe. Auf eine ausreichende Versorgung mit Wasser und Nährstoffen ist zu achten.

Vor allem junge Pflanzen oder auch Exemplare in exponierteren Lagen brauchen einen Winterschutz in Form von Fichtenzweigen oder Reisig am Fuß oder einer Abdeckung mit leichtem Jutegewebe.



Schnitt:

Wichtig bei Kletterrosen ist es, alle ein bis zwei Jahre im Spätwinter oder Vorfrühling (nach den stärksten Frösten) die überalterten Äste möglichst bodennah heraus zu schneiden, so dass die Pflanze immer wieder von unten her neue Langtriebe zum Aufleiten am Gerüst bildet. Ansonsten gelten die gleichen Regeln, wie beim Schnitt von einmal bzw. öfter blühenden Strauchrosen.

Rosen richtig schneiden  PDF-Dokument

Clematis und Kletterrosen zärtlich vereint

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Blauregen

(Wisteria-Arten)

Wisteria floribunda

Zierwert:

Der auch als Glyzine bekannte Blauregen ist seit langer Zeit in den Gärten beliebt und gilt als eine der schönsten blühenden Kletterpflanzen. Zu Recht, wenn man die langen, dicht an dicht hängenden Kaskaden aus angenehm duftenden Blüten betrachtet. Das frischgrüne gefiederte Laub trägt zu seinem aparten Erscheinungsbild bei und macht ihn auch nach der Blüte zu einem dekorativen Schmuck.

Angeboten werden überwiegend zwei Arten, zumeist als Veredelungen von blühfreudigen Selektionen (Sämlinge sind oft blühfaul): Wisteria floribunda (einer der wenigen Rechtswinder unter den Schlingern) mit je nach Sorte lichtblauen, violetten oder weiß-rosa Blüten. Sie blühen von Mai bis Juni. Die Blütenstände erreichen je nach Sorte Längen zwischen maximal 40 und 70 cm. Bekannter ist die linkswindende Art W. sinensis, der Chinesische Blauregen. Dem Namen zum Trotz gibt es neben der blauvioletten Form, auch die weißblühende Sorte ´Alba´. Die Blütentrauben bleiben mit 15 bis 30 cm etwas kleiner als bei W. floribunda. Hauptblütezeit ist der Mai. Eine Nachblüte im August ist möglich.

Alle Wisterien erreichen ihre volle Blühfreudigkeit etwa ab dem 5. Jahr.



Wuchs und Verwendung:

Wisterien sind stark wachsende Kletterer, die als ältere Pflanzen ein beachtliches Gewicht entwickeln. W. sinensis wird etwa 10 m hoch, W. floribunda bleibt mit 8 m etwas kleiner. Sie eignen sich für Lauben, Pergolen und stabile Klettergerüste. Hat die Pflanze die gewünschte Höhe erreicht, lassen sich die langen Triebe leicht in die Waagrechte leiten, wodurch ihre Blütentrauben erst richtig zur Geltung kommen. Auf diese Weise können auch Wände und Fassaden, sogar um die Hausecke herum, sehr schön geschmückt werden. Die Wisterie braucht, je nach Triebstärke, mindestens 2 bis 10 cm dicke Gerüststreben. Dünnere würde diese kräftige Kletterpflanze zusammendrücken oder sie würde sich daran regelrecht selbst strangulieren.



Standort und Pflege:

Wisterien sind wärmeliebend und wachsen und blühen am besten an einem sonnigen Standort. Es bieten sich geschützte Lagen an, da sie nur mäßig frosthart ist. Die Wisterie kommt auch mit relativ armen Böden zurecht. Gut geeignet sind sandig-lehmige Böden, auf zu schwere Böden oder zu hohe Kalkgehalte reagiert sie mit Blattaufhellungen (Chlorosen). Wichtig ist eine ausreichende Wasserversorgung, besonders bei warmer Witterung, regelmäßiges Gießen ist hier oft nötig.



Schnitt:

Um möglichst viele Blütenstände zu erhalten, muss die Wisterie einmal im Jahr kräftig geschnitten werden: im August kürzt man die Jahrestriebe bis auf circa 10 cm ein.

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Weitere geeignete Arten

Mehrjährige Kletterpflanzen für Halbschatten bis Schatten
Pflanzenart Botanischer Name Klettertyp Wuchshöhe
Pfeifenwinde  Aristolochia macrophylla
 
Schlinger  6 - 10 m 
Kletternder Spindelstrauch  Sorten von Euonymus fortunei (auch buntlaubige Sorten im Handel), E. fortunei var. radicans, E. fortunei var. vegetus
 
Selbstklimmer  1,5 - 5 m (je nach Sorte bzw. Varietät) 
Efeu  Hedera helix, H. helix ´Goldheart´ (gelbbunt), H. helix ´Hibernica´ (großblättrig, starkwachsend)
 
Selbstklimmer  10 - 20 m 
Geißblatt-Arten  Lonicera x brownii, L. caprifolium, L. x heckrottii, L. henryi, L. x tellmanniana, L. periclymenum, z.T. in Sorten
 
Schlinger  2 - 7 m (je nach Art und Sorte) 
Kletterbrombeere  Rubus henryi
 
Spreizklimmer  2 - 4 m 
Mehrjährige Kletterpflanzen für Sonne bis Halbschatten
Pflanzenart Botanischer Name Klettertyp Wuchshöhe
Strahlengriffel-Arten, Kiwi  Actinidia arguta, A. arguta ´Weiki´

A. kolomikta
 
Schlinger  5 - 8 m

2 - 4 m 
Akebie, Klettergurke  Akebia quinata
 
Schlinger  4 - 6 m 
Baumwürger  Celastrus orbiculatus
 
Schlinger  8 - 12 m 
Schlingknöterich  Fallopia aubertii
 
Schlinger  8 - 15 m 
Hopfen  Humulus lupulus
 
Schlinger  4 - 6 m 
Wilde Rebe, Rostrote Rebe  Vitis coignetiae
 
Ranker  6 - 10 m 
Mehrjährige Kletterpflanzen für sonnige, geschützte Lagen
Pflanzenart Botanischer Name Klettertyp Wuchshöhe
Kiwi  Actinidia deliciosa (= A. chinensis)
 
Schlinger  5 - 8 m 
Echte Rebe, Weinrebe  Vitis vinifera
 
Ranker  2 - 15 m (je nach Sorte und Schnitt) 


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