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Einjährige Kletterpflanzen - bunte Himmelsstürmer

Thunbergia gibsonii


Einjährige Kletterpflanzen vollbringen in ihrer kurzen Vegetationszeit eine erstaunliche Wuchsleistung. Doch damit nicht genug, die meisten bringen zusätzlich wunderschöne Blüten oder bizarre Früchte hervor.

Mit einjährigen Kletterpflanzen lassen sich Zäune, Terrassen, Balkone oder Pergolen jedes Jahr anders gestalten. Es können immer wieder andere Arten verwendet werden, zum Beispiel farblich abgestimmt auf die jeweilige Balkonkastenbepflanzung.

Viele Arten gedeihen sehr gut im Kübel. So lässt sich selbst auf kleine Balkone sommerliche Blütenpracht zaubern.

Bestens geeignet sind einjährige Kletterer auch, um Kinder mit der Wunderwelt der Pflanzen vertraut zu machen. Wie beeindruckt sind Kinder, wenn aus dem winzigen Samenkorn, das sie in die Erde gesteckt haben, nach wenigen Wochen eine Pflanze geworden ist, die genauso groß ist wie sie selbst! Und wieder einige Wochen später müssen sie den Kopf sogar ganz in den Nacken legen, um die großen Blüten gegen den blauen Sommerhimmel bewundern zu können.

Die Kletterer lassen sich in der Regel problemlos aus Samen ziehen. Zum Teil sind im Frühjahr in Gärtnereien auch Jungpflanzen erhältlich.

Kletterhilfen

Ob im Kübel oder im Garten, alle einjährigen Kletterer brauchen eine Kletterhilfe, also ein Gerüst aus Holz oder Bambus, einen Zaun, oder einfach ein paar gespannte Schnüre oder Drähte (Schnüre aus verrottbaren Naturfasern wie Kokos, Jute oder Hanf wandern im Herbst einfach mit auf den Kompost!). Selbst das billigste Gerüst wird im Sommer von reichlich Blättern und Blüten verdeckt. Baustahlgitter oder selbstgeflochtene Kletterhilfen aus Weidenruten geben den Pflanzen ebenfalls stabilen Halt. Aus Weidenruten lassen sich auch relativ leicht dekorative Kletterpyramiden herstellen. Groß genug dimensioniert wird daraus im Sommer ein grünes und blühendes Zelt, ein idealer Spielplatz für Kinder.

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Auswahl geeigneter Pflanzenarten

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Asarina - Gloxinienwinde

Blüten von Asarina scandens

Blüte:

Asarina ist ein schöner, reichblühender Kletterer. Die Gattung umfaßt etwa 15 Arten, deren Röhrenblüten in Größe und Farbe unterschiedlich ausgebildet sind. Angeboten werden vorwiegend die Arten Asarina barclaiana und A. scandens.

Die Blüten von A. barclaiana sind etwa 4 bis 5 cm lang und seidig behaart. Bei der ursprünglichen Form sind die Blüten außen purpurrot und innen hell gefärbt. Als Saatgut erhältlich ist meist eine rosa bis violett-rosa blühende Variante.

Die Farbpalette von A. scandens reicht von weiß über rosa bis hin zu blau-violett mit weiß gefärbtem Schlund. Die Blüten dieser Art sind etwas zierlicher.

Beide Arten blühen ab Juni bis Oktober, also bis zum ersten Frost.



Wuchs und Verwendung:

Die Asarina wird 2 bis 3 m hoch. Setzt man mehrere Pflanzen nebeneinander, so bilden sie mit ihren kleinen, herzförmigen, an Efeu erinnernden Blättern ein dichtes Laubwerk. Gleichzeitig wirken sie durch die Zierlichkeit der Blüten und Blätter sehr anmutig.

Asarina läßt sich außerdem sehr gut in Kübeln ziehen.


Als Kletterhilfe eignen sich am besten gitterförmige Konstruktionen. Mit ihren Blattstielen umwickelt die Pflanze das Klettergerüst und hält sich so daran fest. Wichtig ist, daß die Streben oder Schnüre nicht zu dick sind, damit die grazilen Blattstiele sich fest darum legen können. Durchmesser von etwa 3 mm sind noch bestens geeignet.



Standort:

Asarinen sollten sonnig und windgeschützt stehen. Leichter Schatten wird noch akzeptiert. An den Boden stellen sie keine besonderen Ansprüche.

Asarina: Röhrenblüten mit weißem Schlund



Anzucht:

Im Februar werden drei bis fünf Samen in Töpfe (Durchmesser 10 - 12 cm) ausgesät, nur wenig mit Erde bedeckt und bei 18 - 20 °C zum Keimen gebracht. Nach zwei bis drei Wochen werden die Keimlinge kühler gestellt (15 °C), um sie genügend abzuhärten. Sind die Sämlinge etwa 10 cm lang, werden die Triebe leicht eingekürzt. Damit wird die Verzweigung gefördert, die Pflanzen werden buschiger. Möglichst frühzeitig sind die Pflänzchen an dünnen Stäben aufzubinden, sonst gibt es rasch ein unentwirrbares, grünes Knäuel. Nach den Eisheiligen kann dann ins Freie gepflanzt werden. Pflanzabstand bei mehreren Pflanzen: maximal 50 cm.

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Cardiospermum halicacabum - Ballonwein, Herzsame

Blüte:

Die grünlichen Blüten sind unscheinbar, aber der Ballonwein besticht durch die auffallenden Früchte, die ihm auch den Namen gegeben haben: sie sind 4 bis 5 cm groß, hellgrün und ballonartig geformt. Die Früchte enthalten kugelrunde, schwarze Samen mit einem herzförmigen, weißen Fleck. Davon leitet sich der andere deutsche Name "Herzsame" ab.



Wuchs und Verwendung:

Der Ballonwein kann bis zu 3 m hoch werden. Seine gefurchten Triebe werden von Ranken, die an den Blütenständen entstehen, am Klettergerüst festgehalten. Als Kletterhilfen eignen sich gitterförmige Konstruktionen am besten. Seine dekorativen Früchte machen ihn zu einer interessanten Pflanze für Zäune, Pergolen, Terrasse und Balkon. Er ist gut im Kübel zu halten.



Standort:

Der Ballonwein möchte einen sonnigen und warmen, geschützten Platz mit einem humosen Boden.



Anzucht:

Aussaat Ende Februar/Anfang März, 3 Samen pro Topf. Der Ballonwein benötigt hohe Temperaturen zum Keimen (20 - 22 °C). Nach 3 Wochen pikieren und bei 14 - 16 °C abhärten. Pflanzung nach den Eisheiligen.

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Cobaea scandens - Glockenrebe, Krallenwinde

Cobaea scandens

Blüte:

Der Name "Glockenrebe" bezieht sich auf die großen glockenförmigen, nickenden Blüten. Sie sind etwa fingerlang und sitzen an 15 bis 20 cm langen Stielen. Stempel und Staubgefäße ragen deutlich aus der Blütenkrone hervor. Die Blüten zeigen sich etwa ab Mitte Juli bis zum Frost. Sie verströmen einen honigartigen Duft. Die Blütenfarbe wandelt sich im Laufe der Entwicklung von grün zu violett. Außerdem gibt es eine cremeweiß blühende Sorte.



Wuchs und Verwendung:

Die Glockenrebe ist sehr raschwachsend, binnen weniger Wochen entwickelt sich dichtes Laubwerk. Sie eignet sich daher sehr gut als Sicht-, Wind- und Sonnenschutz. Wegen der großen Blattmasse ist die Verdunstung sehr groß. Die Pflanzen müssen daher vor allem an heißen Sommertagen ausreichend gewässert werden. Ausgepflanzt kann die Glockenrebe leicht 3 bis 4 m hoch werden und so auch problemlos größere Lauben und Pergolen bewachsen. Soll Cobaea scandens als Kübelpflanze gezogen werden, so muss das Pflanzgefäß ausreichend dimensioniert sein (mindestens 30 cm hoch und entsprechend breit). Die Pflanze bleibt in der Regel im Kübel etwas kleiner.

Die gefiederten Blätter enden in auffälligen, rötlich gefärbten Ranken, die am Ende mit einem Haken versehen sind. Davon leitet sich der weniger bekannte deutsche Name "Krallenwinde" ab. Mit Hilfe dieser Blattranken hält sich die Pflanze an den unverzichtbaren Kletterhilfen fest. Besonders gut geeignet sind (wie für alle Ranker) gitterförmige Klettergerüste mit nicht zu dicken Streben.



Standort:

Glockenreben lieben sonnige, warme Standorte. Halbschatten ist zwar möglich, dort wachsen sie aber schwächer und blühen nicht so üppig. Obwohl Glockenreben humose, gut mit Nährstoffen versorgte Böden bevorzugen, können zu nährstoffreiche Standorte die Blühwilligkeit herabsetzen.



Anzucht:

Glockenreben werden Ende Februar/Anfang März ausgesät und an einen warmen Platz (18 - 20 °C) gestellt. Pro Topf werden drei bis fünf Samen gelegt. Günstig ist es, den Pflänzchen frühzeitig Rankhilfen, zum Beispiel dünne Bambusstäbe, zu geben. Ein- bis zweimaliges Stutzen fördert die Verzweigung und einen dichteren Wuchs. Nach den Eisheiligen wird ins Freie gepflanzt.

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Cucurbita pepo - Zierkürbis

Cucurbita pepo

Blüte und Frucht:

Von Juli bis September schmückt der Zierkürbis sich mit mächtigen trichterförmigen, gelben Blüten. Sie haben einen Durchmesser von 5 bis 10 cm. Daraus entwickeln sich zahlreiche äußerst dekorative Früchte, die sehr gut als herbstlicher Zimmerschmuck und für Bastelarbeiten verwendet werden können. Im Handel erhältlich sind mehrere Sorten, deren Früchte stark in Farbe und Form variieren. So gibt es flaschen-, birnen- und eierförmige Früchte, und sogar Früchte, die an Turbane, Kronen oder Bischofsmützen erinnern. Die Farbpalette umfaßt weiß, grün, gelb, orange und rot, bis hin zu mehrfarbigen und grün-gelb gestreiften Exemplaren. Oft werden Mischungen von Samen angeboten. Zierkürbisse gehören übrigens zur gleichen Pflanzenart wie Speisekürbis und Zucchini, bilden jedoch nur sehr wenig Fruchtfleisch aus.



Wuchs und Verwendung:

Die starkwüchsigen Zierkürbisse mit ihren 10 bis 20 cm großen Blättern können sehr gut als schnell wachsender Sicht- und Sonnenschutz herangezogen werden. Die Pflanzen erreichen eine Höhe bis 5 m. Sie sind nur bedingt für Kübel geeignet, da sie einen großen Wurzelraum benötigen. Als Kletterhilfen bieten sich Rankgitter an. Zierkürbisse können auch gut an senkrecht oder leicht schräg gespannten Schnüren aufgeleitet werden. Die Hilfen müssen ausreichend robust und stabil sein, denn die Pflanzen entwickeln aufgrund ihrer Größe und des reichlichen Fruchtbehanges ein erhebliches Gewicht.



Standort:

Zierkürbisse sind sehr wärmeliebend. Sie benötigen einen sonnigen Standort mit tiefgründigem Boden. Je flachgründiger der Boden, desto wichtiger sind pflanzengerechte Düngung und ausreichendes Wässern.



Anzucht:

Es kann ab Mitte Mai direkt ins Freie ausgesät werden. Um kräftiger entwickelte Pflanzen zu bekommen, kann man sie auf der Fensterbank ab Mitte April vorziehen. Dazu werden pro Topf drei Samenkörner ausgesät und bei 18 °C zum Keimen gebracht. Nach 10 bis 14 Tagen werden die Sämlinge kühler gestellt (12 - 14 °C) und gestäbt.

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Dolichos lablab - Helmbohne, Faselbohne

Blüte:

Am richtigen Standort entwickelt die Helmbohne von Juli bis September dekorative violette Blüten. Es existiert auch eine weißblühende Form. Auf die Blüten folgen purpurne bis dunkelviolette, etwa 7 cm lange flache Bohnenhülsen, die ebenfalls Zierwert haben. Übrigens trägt die Faselbohne einen neuen botanischen Namen. Sie heißt jetzt Lablab purpureus. In den Samenkatalogen ist sie allerdings immer noch unter Dolichos lablab zu finden.



Wuchs und Verwendung:

Die Helmbohne wächst schnell und dicht, vorausgesetzt, der Standort entspricht ihrem großen Wärmebedürfnis. Sie wird 2 bis 4 m hoch und ähnelt in Blattform und Habitus der Feuerbohne. Mit den großen Blättern eignet sie sich gut dazu, auch größere kahle Wandflächen zu begrünen. Dazu werden mehrere Pflanzen im Abstand von etwa 50 cm gepflanzt. Der Helmbohne reichen als Schlinger senkrecht ausgerichtete Kletterhilfen.



Standort:

Dolichos lablab gedeiht in normaler Gartenerde, braucht aber unbedingt einen sonnigen und vor allem warmen Standort. Nur dann entwickeln sich die Blüten zufriedenstellend. An zu kühlen, ungeschützten Stellen kommen die Helmbohnen entweder gar nicht zur Blüte oder erst sehr spät (September/Oktober). Auch das Laub- und Triebwachstum ist, wie bereits bemerkt, an solchen Standorten eingeschränkt. Bei trockener Witterung ist ausreichend zu gießen.



Anzucht:

Ab Mitte März bis Anfang April werden zwei bis drei Korn pro Topf ausgesät und bei 18 - 20 °C zum Keimen gebracht. Die Keimzeit beträgt 10 bis 14 Tage. Danach Weiterkultur bei 15 - 18 °C. Frühzeitig stäben und nicht vor Ende Mai auspflanzen. Pflanzabstand bei mehreren Pflanzen: 50 cm.

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Eccremocarpus scaber - Schönranke

Eccremocarpus scaber

Blüte:

Eccremocarpus scaber trägt den Namen "Schönranke" zu Recht: mit ihrem farbenprächtigen, langwährendem Blütenflor und den dekorativen, doppelt gefiederten Blättern ist sie wirklich eine der schönsten einjährigen Kletterpflanzen, aber auch eine der anpruchsvollsten.
Sie schmückt sich von Juli bis zum Oktober mit röhrenförmigen, etwas bauchigen Blüten, die zu lockeren, 10 bis 15 cm langen Trauben aufgereiht sind. Die Einzelblüten sind 2 bis 3 cm lang. Das Farbenspektrum reicht von goldgelb über leuchtend orange- und karmesinrot bis hin zu purpurrosa. Zum Teil werden auch Saatgutmischungen der verschiedenen Farbvarietäten angeboten.



Wuchs und Verwendung:

Eccremocarpus scaber bildet rasch zahlreiche Triebe mit nicht allzu dicht stehenden Blättern. Die Blätter enden in zierlichen Ranken, mit denen sich die Pflanze anklammert. Wie alle Blattranker bevorzugt auch die Schönranke gitterförmige Kletterhilfen, deren Streben nicht zu dick sein dürfen, damit sie gut umwickelt werden können. So erreicht die Schönranke eine Höhe von bis zu 3 m. Gerne klettert sie auch an Sträuchern empor, vorausgesetzt, sie bekommt genug Sonne.
Schönranken bieten eine gelungene Kombination aus lockerem Sichtschutz und Farbenpracht und lassen sich auch gut für Terrasse und Balkon im Kübel ziehen.



Standort:

Nur an warmen und sonnigen Standorten (am besten sind geschützte Süd- und Südwestlagen) fühlt sich die Schönranke richtig wohl, und nur dort entwickelt sie sich zu voller Schönheit. An ungünstigen Standorten oder bei schlechter Witterung leiden Wuchsstärke und Blühfreudigkeit stark. Der Boden sollte nährstoffreich und durchlässig sein.



Anzucht:

Ausgesät wird Ende Februar/Anfang März bei 18 °C. Die Sämlinge werden frühzeitig pikiert (zwei bis drei Stück in den 8 bis 10-cm-Topf) und bei 15 - 18 °C weiterkultiviert. Auspflanzung nicht vor Ende Mai. Sollen mehrere Pflanzen nebeneinander gepflanzt werden, zum Beispiel um eine ganze Wand zu schmücken, reichen Abstände von 1 bis 1,5 m. Die Schönranke bildet nämlich immer wieder längere Einzeltriebe, die sich mittels Schnüren oder Drahtgerüsten in die gewünschte Richtung lenken lassen.

Wer einen kühlen, hellen Platz zur Überwinterung hat, kann auch im Juli aussäen, die Pflänzchen überwintern und sie im nächsten Jahr Ende Mai auspflanzen. Diese Pflanzen blühen bereits Mitte Juni und werden meist auch kräftiger.

In ihrer Heimat Südamerika ist die Schönranke mehrjährig. In unseren Breiten kann sie in klimatisch bevorzugten Regionen (z.B. Weinbaugebieten) an besonders geschützten Standorten mitunter den Winter überdauern. Dazu schneidet man die Pflanze nach dem Frost im späten Herbst bis auf 0,5 m zurück und schützt Wurzeln und Triebe, zum Beispiel mit trockenem Laub.

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Humulus scandens - Japanischer Hopfen

Blüte:

Im August und September zeigen sich relativ unscheinbare Blüten. Der Japanhopfen ist zweihäusig, d.h. es gibt Pflanzen mit rein männlichen und Pflanzen mit rein weiblichen Blüten. Aus letztgenannten bilden sich ab September gelbgrüne, typisch hopfenartig geformte Früchte. Die einjährige Hopfenart Humulus scandens (Synonym: Humulus japonicus) besticht also weder durch üppige Blütenpracht noch durch besonders attraktiven Fruchtbehang. Sie besitzt jedoch zwei andere hervorragende Eigenschaften: sie hat sehr schönes Laub und sie ist eine der wenigen Kletterpflanzen, die auch für schattige Standorte geeignet ist.



Wuchs und Verwendung:

Die langgestielten Blätter sind etwa 10 bis 15 cm groß, handförmig (5- bis 7-lappig) und von einem lebendigen, frischen Grün. Humulus scandens ist sehr schnell wachsend, wird bis zu 4 m hoch und bildet ein dichtes Laubwerk. Er eignet sich bestens zur Begrünung von Wänden, Pergolen und Zäunen und als Sicht- und Windschutz für Terrasse und Balkon. Die Kultur im Kübel verläuft problemlos.
Dem Japanhopfen als Schlinger genügen senkrecht ausgerichtete Drähte, Schnüre oder Stangen als Kletterhilfe.



Standort:

Der Japanhopfen ist eine anpruchslose Pflanze. Sie gedeiht auf fast jedem Boden und wächst auch an schattigen Stellen gut. Bei Kultur im Kübel möchte sie ausreichend gegossen und regelmäßig gedüngt werden. Die Pflanzgefäße sollten außerdem nicht zu klein sein.

Selten geworden ist die buntlaubige Sorte "Variegatum" mit ihren panaschierten, also grün und weiß gefärbten Blättern. Diese Form ist etwas anpruchsvoller. Sie benötigt, um ihre Blattfärbung richtig auszubilden, einen sonnigen Standort und einen nicht zu nahrhaften Boden. Auch unter günstigen Standortbedingungen bleibt sie mit einer Höhe von 2 bis 3 m kleiner als die grünlaubige Verwandte.



Anzucht:

Zwar kann der Japanhopfen ab April direkt an seinen Platz im Garten gesät werden, kräftigere Pflanzen erhält man jedoch mit einer Vorkultur auf der Fensterbank. Dazu wird Ende Februar/Anfang März ausgesät. Zur Keimung reichen 15 °C, die Keimzeit beträgt 20 bis 28 Tage. Danach werden die Keimlinge in größere Töpfe (12 cm) verpflanzt, gestäbt und bei 12 - 15 °C weiterkultiviert. Pflanzung ins Freie nach den Eisheiligen. Pflanzabstand bei mehreren Pflanzen: 50 bis 60 cm.

Unter günstigen Standortbedingungen sät sich der Japanhopfen auch selbst aus. Die panaschierte Form sollte immer im Haus vorkultiviert werden.

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Ipomoea tricolor - Prunkwinde

Ipomoea tricolor im Kübel

Blüte:

Auffällige Blüten begründen die deutsche Namensgebung. Besonders in warmen Sommern kleidet sich dieser Kletterer in einen prunkvollen, üppigen Flor aus trichterförmigen, im Durchmesser bis zu 10 cm großen Blüten, die an langen Stielen aus dem Blattwerk ragen. An einem Stiel sitzen drei bis vier Blüten, die sich nacheinander entfalten.

Bei Regen, aber auch bei zu viel Sonnenschein in den Mittagsstunden schließen sich die Blüten. Die Blütezeit geht von Juli bis September.

Der botanische Name "tricolor" (dreifarbig) bezieht sich auf die Färbung der Blüte: beim Aufblühen des Blütentrichters ist der Saum zunächst rot, später himmelblau gefärbt, der weiße Schlund bringt die dritte Farbe ins Spiel. Daneben ist eine karmesinrote Sorte mit dem Namen ´Scarlett O´Hara´ erhältlich.

Nah verwandt mit Ipomoea tricolor ist die Trichterwinde Pharbitis purpurea, deren Stammform purpurrot blüht. Es gibt sie aber auch in Weiß, Rosa, Rot und verschiedenen Blautönen. Die Blüten sind mit einem Durchmesser von 6 bis 7 cm etwas kleiner als bei der Prunkwinde, dafür sitzen bis zu fünf Einzelblüten an einem Stiel. Zum Teil werden Farbmischungen angeboten, oft unter dem alten botanischen Namen "Ipomoea purpurea".






Wuchs und Verwendung:

Prunkwinden bilden in kurzer Zeit ein dichtes Laubwerk aus herzförmigen, circa 10 cm großen Blättern. Sie eignen sich zur schmückenden Bekleidung von Zäunen, Pergolen und Spalieren und im Kübel als schöner Sichtschutz für Balkon und Terrasse.

Die Streben der notwendigen Kletterhilfen dürfen nicht zu dick sein, damit sich die Prunkwinde gut darum schlingen kann. Dann erreicht sie in warmen Sommern leicht eine Höhe von bis zu 3 m.

Einzelblüte von Ipomoea tricolor


Standort:

Prunkwinden wollen sonnig und windgeschützt stehen. Sie bevorzugen einen nahrhaften, kalkhaltigen, sandig-lehmigen Boden. Vor allem während der Wachstumsphase darf die Erde nicht austrocknen. Außerdem verlangen die Prunkwinden eine regelmäßige Düngung, nur dann blühen sie auch wirklich prunkvoll.

Trotz aller Pflege kann es bei lang anhaltender nasser und kalter Witterung zu Blüh- und Wachstumsstörungen bis hin zum Totalausfall der Pflanzen kommen. Die Trichterwinde Pharbitis purpurea ist in der Regel nicht ganz so empfindlich und anpsruchsvoll.



Anzucht:
Ausgesät werden kann von März bis Anfang April bei 18 bis 20 °C: entweder direkt drei bis fünf Korn pro Topf oder nach zwei bis drei Wochen zu dritt in einen Topf pikieren.

Prunkwinden verlangen in den ersten Wochen eine warme Anzucht (18 bis 20 °C). Man darf sie nur vorsichtig abhärten, am besten stellt man sie stufenweise kühler. Ausgepflanzt werden kann ab Ende Mai, Pflanzabstand 40 bis 50 cm.

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Lathyrus odoratus - Duftwicke

Lathyrus odoratus

Blüte:

Die zierliche Duftwicke ist eine der bekanntesten Kletterpflanzen und eine geschätzte Sommerschnittblume: bei vielen Sorten reichen wenige Blütenstiele aus, um eine ganze Wohnung mit Duft zu erfüllen.

Die ab Juni erscheinenden Schmetterlingsblüten sitzen zu mehreren an langen Stielen und entwickeln je nach Sorte Durchmesser von 3 bis 8 cm. Die Farbpalette ist groß: blau, violett, weiß, rosa und rot in vielen Schattierungen, bis hin zu mehrfarbigen Varianten. Aus den Blüten entwickeln sich an Erbsenschoten erinnernde Hülsenfrüchte. Wer sich jedoch bis in den Herbst hinein an Blütenflor und -duft erfreuen will, sollte laufend alles Verblühte noch vor der Früchtebildung abschneiden. Ein zu starker Samenansatz verleitet die Pflanzen dazu, Wachstum und Blüte fast einzustellen.



Wuchs und Verwendung:

Typisch sind die kantig-geflügelten Stengel mit den kleinen, gefiederten Blättern. Die Duftwicken klettern mit Hilfe von geteilten Ranken, mit denen sie gern Maschendraht und andere, nicht zu dicke Gitter umwickeln. Mit etwas Geduld können sie auch an dünnen Stangen oder Schnüren hochgezogen werden. Duftwicken bilden zwar keine dichten grünen Wände, sind aber schöner Schmuck für Zäune, Garten, Terrasse oder Balkon.

Bei der Sortenwahl sollte nicht nur auf die Farbe geachtet werden, sondern auch auf die Wuchshöhe. Einige Duftwicken, wie zum Beispiel die in verschiedenen Farben erhältliche Sorte 'Royal', werden leicht 1,50 m hoch. Es gibt aber auch Zwerg- und Buschformen, die je nach Sorte nur zwischen 20 und 40 cm hoch werden!



Standort:

Duftwicken möchten einen sonnigen, windgeschützten Platz und bevorzugen einen lockeren, tiefgründigen und nahrhaften Boden. Auf Hitze, Trockenheit und zu pralle Mittagssonne reagieren Duftwicken oft mit der Einstellung der Blütenbildung. Regelmäßiges Gießen ist notwendig.



Anzucht:

Duftwicken können in günstigen Lagen ab Ende März bis Mitte April direkt ins Freie gesät werden. Dies bringt jedoch oft unbefriedigende Auflaufergebnisse, vor allem bei längerem Regen faulen die Samen leicht. Besser ist daher eine Vorkultur im Haus. Dazu werden im April 4 bis 6 Körner in Töpfe ausgelegt und bei 15 °C zum Keimen gebracht. Nur vorsichtig gießen, um Fäulnis zu verhindern! Die Töpfe können auch mit Folie überspannt werden, sie brauchen dann bis zur Keimung nicht gegossen zu werden. Pflanzung nach den Eisheiligen, Pflanzabstand 20 bis 40 cm.

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Phaseolus coccineus - Feuerbohne, Prunkbohne

Phaseolus coccineus


Blüte:

Die Feuerbohne schmückt sich von Juni bis September mit feuerroten, etwa 1 cm großen Schmetterlingsblüten, die zu mehreren an langen, aus dem Blattwerk ragenden Stielen sitzen. Es gibt aber auch weißblühende Sorten (z.B. ´Weiße Riesen´, ´Desirée´). Aus den Blüten entwickeln sich die für Bohnen typischen grünen Hülsenfrüchte, die in sich die Samen tragen. Die Hülsen werden je nach Sorte über 25 cm lang und sind in der Regel flach und fleischig. Jung geerntet, können sie wie andere Gartenbohnen zubereitet und verzehrt werden. Will man sich allerdings möglichst lang an der Blütenpracht erfreuen, sollte immer wieder alles Verblühte entfernt werden, bevor die Pflanze Früchte ansetzen kann.



Wuchs und Verwendung:

Die Feuerbohne bildet aus großen, sattgrün gefärbten Blättern rasch ein dichtes Laubwerk. Sie ist daher sehr gut als Sicht- und Windschutz für Terrasse und Balkon verwendbar, aber auch zur Begrünung von Zäunen, Pergolen und Wänden. Starkwüchsige Sorten wie ´Weiße Riesen´ und ´Preisgewinner´ (rotblühend) erreichen leicht Höhen von 3 bis 4 m. Etwas kleiner bleiben die Sorten mit mittelstarkem Wuchs (z.B. ´Desirée´).

Als Kletterhilfen genügen senkrecht bis leicht schräg gespannte Drähte und Schnüre. Natürlich eignen sich auch Bohnenstangen oder entsprechende Gitter.



Standort:

Die Feuerbohnen sind widerstandsfähige Kletterpflanzen, die auf fast jedem Boden zurechtkommen und sogar im Halbschatten gut gedeihen. Sie eignen sich auch für rauhere Lagen, die Früchte entwickeln sich sogar besser und gleichmäßiger bei feuchter und kühler Witterung.

Bei heißer und trockener Witterung wollen sie gut gegossen werden, vor allem, wenn sie in Pflanzgefäßen stehen.



Anzucht:

Feuerbohnen werden direkt an Ort und Stelle ins Freie gesät, etwa ab dem 10. Mai (die Keimlinge durchstoßen dann die Erde nach den Maifrösten), jeweils sechs bis acht Samenkörner im Abstand von 30 bis 40 cm.

Im Gegensatz zu Busch- oder Stangenbohnen keimen die Feuerbohnen auch im kühlen Boden gut, eine Abdeckung der Aussaat mit Folie oder anderen Materialien ist daher nicht nötig. Die Keimlinge sollten aber später durch Abdecken vor starken Nachtfrösten geschützt werden.

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Ipomea quamoclit - Sternwinde

Blütenstände von Quamoclit lobata

Blüte:

Ipomea quamoclit ist eine Kletterpflanze von besonderer Schönheit, von Juli bis in den Herbst hinein trägt sie einen herrlichen Blütenflor.

Elegant-schmale Einzelblüten sitzen hintereinander an bis zu 40 cm langen, sich immer wieder zweiteilenden Blütenständen (sogenannte Wickel).

Interessant ist die Färbung der Blüten: als Knospen und beim Aufblühen sind sie leuchtend rot, später orange, dann gelb und zum Schluß fast weiß. So ergibt sich ein farbenprächtiges Bild.

Im Handel ist die Sternwinde oft unter dem Namen Quamoclit lobata zu finden.




Quamoclit lobata




Wuchs und Verwendung:

Die Sternwinde wächst schnell und kräftig und kann an sehr günstigen Standorten bis zu 5 m hoch werden. Sonst bleibt es meist bei einer Höhe von 3 m. Die dekorativen Blätter sind dreigeteilt, an der Basis herzförmig und von einem kräftigen, dunklen Grün. Das Laubwerk ist dicht.

Die Sternwinden eignen sich sehr gut als attraktiver Sichtschutz für Sitzplätze und Terrassen, sowie als schmückender Blickfang für Zäune, Wände und freistehende Gerüste im Garten. In einem ausreichend großen Pflanzgefäß lassen sie sich auch auf den Balkon holen. Sternwinden können gut an senkrecht gespannten Schnüren oder an Gittern gezogen werden.



Standort:

Wichtig ist ein warmer und sonniger Standort. Außerdem bevorzugen Sternwinden lockeren, humosen Boden.



Anzucht:

Sternwinden können ab Mitte Februar bis Mitte März vorgezogen werden: drei bis vier Samen pro Topf, Keimung bei 18 °C. Nach der Abhärtung bei 12 bis 15 °C kommen die Pflänzchen ab Ende Mai ins Freie. Pflanzabstand bei mehreren Pflanzen: 50 bis 75 cm.

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Rhodochiton atrosanguineus - Rosenkelch, Rosenmantel

Rhodochiton atrosanguineus im Kübel


Blüte:

Der Rosenkelch ist eher als Zimmerpflanze bekannt, kann aber auch als Kletterpflanze für draußen verwendet werden.

Auffallend sind seine Blüten: sie sind trompetenförmig, etwa 5 cm lang, dunkel violett-rot und werden von kürzeren, pinkfarbenen Kelchblättern wie von einem kleinem Schirm umgeben. Diese Kelchblätter bleiben auch nach dem Verblühen der eigentlichen Blüten noch an der Pflanze.



Wuchs und Verwendung:

Der Rosenkelch ist ein Blattstielranker, er umwickelt mit den Stielen seiner herzförmigen, spitz zulaufenden Blätter die Kletterhilfen. Auf diese Weise kann er bis über 3 m hoch werden.

Am besten wächst der Rosenkelch an gitterförmigen Kletterhilfen empor. Einzelne Triebe können entlang waagrechten Drähten oder Schnüren gezogen werden. Dann kommen die Blüten und vor allem die lange Zeit zierenden pinkfarbenen "Schirmchen", die wie aufgereiht an den Trieben sitzen, besonders gut zur Geltung.

Der Rosenkelch ist hervorragend geeignet als Kübelpflanze für Terrasse und Balkon. Er kann auch als Ampelpflanze oder als schöner Blüher für den Wintergarten verwendet werden.


Die Kelchblätter bleiben auch nach dem Verblühen der eigentlichen Blüten noch an der Pflanze


Standort:

Nur an vollsonnigen, warmen und geschützten Stellen gedeiht der Rosenkelch im Freien wirklich gut. Ein optimaler Standort ist zum Beispiel eine windgeschützte Ecke an der Südwand des Hauses. Regelmäßiges Gießen und Düngen sind notwendig.



Anzucht:

Der Rosenkelch hat eine sehr lange Kulturzeit, er beginnt erst etwa 5 Monate nach der Aussaat mit der Blüte. Dementsprechend früh ist mit der Vorkultur zu beginnen (Ende Januar/Anfang Februar). Die Keimtemperatur beträgt 15 bis 20 °C, die Keimdauer bis zu 4 Wochen. Nach etwa 6 Wochen wird pikiert. Die Sämlinge werden bei 12 bis 15°C abgehärtet. Aufstellen im Freien nicht vor Ende Mai.

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Thunbergia alata - Schwarzäugige Susanne

Thunbergia alata

Blüte:

Die Blüten dieser beliebten Kletterpflanze sind wohl jedem Blumenfreund bekannt: leuchtend orangegelb mit dem typischen dunklen Schlund, dem sogenannten "Auge".

Mittlerweile gibt es auch Züchtungen mit weißen, hellgelben und orangebraunen Blütenblättern, zum Teil mit Auge, zum Teil aber auch reinfarbig. Im Handel sind von diesen neuen Sorten oft nur Mischungen (´Susie Mix´, ´Susie Mischung´) erhältlich.

Die Schwarzäugige Susanne blüht sehr lang, von Juni bis Oktober, denn sie bildet immer wieder neue achselständige Stiele, an denen einzeln die bis zu 4 cm breiten Blüten sitzen.



Wuchs und Verwendung:

Mit einer Höhe von 1,5 bis 2 m bleibt Thunbergia alata zwar relativ niedrig, aber mit ihrem reichen, lang dauernden Blütenflor und den hübschen herzförmigen Blättern ist sie ein Blickfang für Garten, Balkon und Terrasse.

Sie läßt sich auch als Hängepflanze für Balkonkästen oder Ampeln verwenden, wobei sie natürlich versucht, an den Schnüren oder Ketten, an denen die Ampeln aufgehängt sind, nach oben zu klettern.

Als Kletterhilfe reichen senkrechte Schnüre oder Stäbe. Sehr hübsch macht sich die Schwarzäugige Susanne auch an kleinen Pyramiden.



Standort:

Thunbergien möchten einen sonnigen, warmen und windgeschützten (vor allem bei Ampeln darauf achten!) Standort. Die Erde sollte locker und humos sein. Auf zu nasse Böden reagieren die Pflanzen empfindlich.



Anzucht:

Aussaat ab Anfang März bei 18 bis 20 °C. Die Keimdauer beträgt zwei bis drei Wochen. Die Sämlinge werden zu dritt pikiert, frühzeitig gestäbt und für eine bessere Verzweigung einmal gestutzt. Nach der Abhärtung (16 °C) können sie ab Ende Mai ins Freie gebracht werden. Die ersten Blüten zeigen sich etwa 15 Wochen nach der Aussaat.

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Tropaeolum - Kapuzinerkresse

Tropaeolum - Kapuzinerkresse

Blüte:

Von Juli bis Oktober leuchten einem aus vielen Gärten die großen, langgestielten Trichterblüten der Kapuzinerkresse in Gelb, Orange oder Rot entgegen. Meist handelt es sich dabei um Sorten, die durch Züchtung aus Tropaeolum majus hervorgegangen sind. Die ebenfalls im Handel erhältlichen halb- bis ganzgefüllten Sorten (z.B. ´Doppelte Glanz-Hybriden´, ´Bunte Juwelen´) sind aus Kreuzungen von T. majus und T. peltophorum entstanden.



Wuchs und Verwendung:

Die Kapuzinerkresse bildet aus den rundlichen, schild- bis nierenförmigen Blättern rasch ein dichtes, sattgrünes Laubwerk. Blätter und Blüten sind eßbar, sie haben einen scharfen, senf- oder kresseähnlichen Geschmack. In Salaten machen sich die Blätter gut als pikante Beigabe und die Blüten als farbenfrohe Garnierung. Knospen und junge Früchte können als Kapernersatz dienen (drei bis vier Tage in Salzwasser und dann in Essig einlegen).
Bei der Sortenwahl ist darauf zu achten, dass es buschig wachsende Sorten und rankende Kletterer gibt. Erstere werden nur etwa 30 cm hoch und eignen sich gut für Blumenbeete, Töpfe, Ampeln oder Balkonkästen. Die Ranker hingegen können 2 bis 3 m hoch werden und bewachsen rasch Zäune und andere Kletterhilfen (am besten gitterförmige Gerüste mit nicht zu dicken Streben oder Schnüren).

Als weitere Art ist Tropaeolum peregrinum im Handel, zum Teil unter dem Namen "Kanarische Kresse", obwohl sie eigentlich aus Peru stammt. Sie unterscheidet sich in Blatt und Blüte grundsätzlich von den oben erwähnten Züchtungen. Die Blätter sind 5- bis 7-lappig und wirken wesentlich zierlicher. Die Blüten sind zitronengelb mit gefransten Rändern und erreichen nur Durchmesser von 3 cm. Sie ist ein hervorragender Kletterer, der bis zu 2 m hoch wird.



Standort:

Zur Beliebtheit der Kapuzinerkresse haben bestimmt ihre Robustheit und ihre Anspruchslosigkeit beigetragen. Sie wächst, außer in schweren und staunassen, in fast allen Gartenböden. In der Sonne, aber auch im Halbschatten fühlt sie sich sichtlich wohl; nur im Schatten bildet sie wenig Blüten aus. Eine zu hohe Versorgung mit Stickstoff mindert die Blühwilligkeit stark.



Anzucht:

Direktsaat ins Freie ist ab Anfang Mai möglich. Kräftigere Pflanzen erhält man durch Vorkultur in Töpfen ab April (Keimtemperatur 15 °C, Abhärtung bei 10 bis 12 °C). Auspflanzung ins Freie dann ab Ende Mai. Tropaeolum peregrinum muss immer vorgezogen werden.



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Bayerische Gartenakademie