Nachlese - Seminar am 5. Dezember 2014 in Veitshöchheim
Tag des Bodens 2014 „Die Bodenfruchtbarkeit biologisch fördern“ - Nachlese

Herr Dr. Becker machte auf die Wichtigkeit eines gesunden Bodens aufmerksam.
Das Seminar fand großes Interesse und war mit 50 Teilnehmern total ausgebucht. Fruchtbare Böden sind bei der Bewirtschaftung des Gartens ein wichtiger Ausgangspunkt. Es gab unter anderem viele Informationen zu Effektiven Mikroorganismen, Gründüngung und Kompost. Nachhaltig Gärtnern werde in Zukunft immer wichtiger, betonte der Leiter der Gartenakademie Dr. Andreas Becker in seiner Begrüßung. Der Boden müsse auch für die kommenden Generationen erhalten werden, müsse auch in Zukunft Nahrung liefern können.
„Der Einsatz von effektiven Mikroorganismen (EM) im Gemüsegarten bringt tatsächlich höhere Erträge. Allerdings ist der Unterschied so gering, das er statistisch kaum ins Gewicht fällt.“ Das erklärte die Gartenbauingenieurin Birgit Rascher am Tag des Bodens, den die Bayerische Gartenakademie jährlich mit einem Seminartag in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim begeht. Frau Rascher hat schon vor einigen Jahren im Ökologischen Gemüsebauversuchsbetrieb der LWG mit Effektiven Mikroorganismen experimentiert. EM bestehen vor allem aus Milchsäurebakterien. Sie vertreiben andere Bakterien und üble Gerüche. „Das Überschwemmen des Bodens mit ihnen könnte tatsächlich die Umsetzungsprozesse im Boden ankurbeln“, sagte Rascher.

Stickstoffsammler pflanzen und einarbeiten

Ein Weg zum nachhaltigen Gärtnern ist die Gründung, zeigte Marianne Scheu-Helgert von der Bayerischen Gartenakademie auf. Spinat, Roggen, Senf eignen sich ebenso dazu wie Stickstoff sammelnde Leguminosen wie Ackerbohnen oder blühende Phazelien (Bienenfreund), Borretsch, Ringel- und Sonnenblumen, Schmuckkörbchen (Cosmeen), Zinnien und Kornraden. Sie alle werden nach den ersten Frösten im November oder Dezember in den Boden eingearbeitet. Wer damit wartet, bis auch der Boden leicht angefroren ist, kann damit gleichzeitig mögliche Gelege von Schnecken wirkungsvoll reduzieren, empfiehlt Frau Scheu-Helgert. Im folgenden Frühjahr wird der organisch gebundene Stickstoff nach dem Wiedererwärmen der Böden rasch umgesetzt und liefert eine Fülle von Nährstoffen.
Eine weitere Möglichkeit zur Bodenverbesserung ist der Einsatz von Kompost. Robert Lhotka von Natur im Garten aus Niederösterreich schilderte den rund 50 Freizeitgärtnern, dass dieser neben Nährstoffen der Pflanze auch Selbstheilungskräfte liefere. Damit könnten die Pflanzen bodenbürtige Krankheiten bekämpften. Wichtige sei eine luftige Mischung aus Grüngut und feingehäckseltem, holzigem Material. Mit Mikroorganismen aus Altkompost und Mist könne man den Kompost impfen. Fertiger Kompost solle allerdings maßvoll eingesetzt werden, erklärte Dr. Fred Fürstenfeld vom Bodengesundheitsdienst Ochsenfurt. Gärten seien meist einseitig mit Phosphat überdüngt und auch Gartenkompost enthalte hohe Mengen an Phosphat. Nur eine im Labor analysierte Bodenprobe gebe Aufschluss auf den Düngerbedarf eines Bodens.
Der nächste Tag des Bodens findet am 4. Dezember 2015 in der LWG Veitshöchheim statt.