Bayerische Gartenakademie on Tour
Rundfahrt – Seminar „Besuch bei urbanen Gärtnern“

"Unser Garten Bruck": Frau Kern erklärt die Anlage der Gärten
So vielfältig sind die neuen Gartenaktivitäten in Stadt und Land. Die 27 Teilnehmer an der Rundfahrt-Exkursion der Bayerischen Gartenakademie im Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen, unter der Leitung von Frau Marianne Scheu-Helgert, staunten – so viele Anregungen für ihre eigenen Vorhaben hatten sie nicht erwartet.
An der ersten Station führte uns Frau Helga Balletta durch den „Interkulturellen Garten Fürth“. An der Uferpromenade der Rednitz pflegen auf ca. 2000 m² 25 BürgerInnen aus 16 Nationen jeweils etwa 25 m² große Parzellen. Hinzu kommen Gemeinschaftsflächen, zum Beispiel der Kräutergarten mit Kräutern aus der Zeit Karls des Großen. Frau Gundula Holm, die bereits an der Vorbereitung der Rundfahrt mitwirkte, zeigte Hochbeete, die sie im Rahmen ihres Urban-Gardening-Projektes als Beispiel angelegt hatte. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit unmittelbar mit einem Mitbürger aus Südvietnam, der mit selbstentwickelten Bier-Schneckenfallen hantierte, und einem Gartler aus Indien zu plaudern.
In ländlicher Umgebung und somit auf mehreren Hektar Fläche verteilt führte uns Herr Helmut Wening durch eine ausgedehnte Streuobstfläche. Etliche Mitglieder waren bei der Kirschenernte, eine kleine Herde von Waldschafen, einer regionalen Haustierrasse, kümmerte sich um den Graswuchs. Im Bereich der „Ziegelleite“ (alter Flurname in der Nähe von Schloss Atzelsberg) werden Rüben zur Winterfütterung angebaut.
Bei einem leckeren Linsen“eintopf“ nach einem pakistanischen Rezept langten dann alle Teilnehmer bei der Mittagsrast kräftig zu. Kein Wunder, hatte doch die Initiative um Frau Ursula Kern ("Unser Garten Bruck") Tische und Bänke aufgebaut inmitten einer grünen, städtischen Fläche. Aus dem zunächst extensiv mit Gras und Büschen bestandenen Gelände haben die Mitglieder der Interessensgemeinschaft zunächst einen Gemeinschaftsgarten, später einen größeren Garten mit Einzelbeeten sowie weitere Flächen mit unterschiedlichen Themensetzungen geschaffen. Neu ist der „Schattengarten“, nach einer Trockenecke und einem Bereich mit teils sehr witzigen Hochbeeten und anderen Kulturgefäßen.
Auf den ersten Blick wie von Kleingartenanlagen gewohnt präsentierte sich die Kleingartenanlage am Westpark. Herr Werner Schad führte uns dann aber zu einem Bereich mit alten Kultursorten, präsentiert von Frau Annemarie Drüschler vom VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V.). Anschließend erläuterte der Kreisvorsitzende der Kreisimkerschaft Herr Matthias Rühl die aktuellen Probleme der Honigbiene und auch von anderen Insekten. Er lobte die Besitzer von bunten, gut gefüllten Gärten in der Stadt, die das Leben der Bienen im Sommer oft besser fördern als eine ländliche Umgebung.
Zum Abschluss gab uns Frau Xenia Mohr einen guten Einblick in die bekannte Anlage der „Nürnberger Stadtgärtner“ auf dem alten Quelleparkplatz. Weil dieser natürlich vollständig versiegelt ist, wird in Hochbeeten aller Art, in Kisten und auch in Erdaufschüttungen gearbeitet. Neben bunt blühenden Kräutern reifen die ersten Tomaten und viele anderen Gemüse. Die kleinen, üppig tragenden Kirschbäume waren in alte Gardinen und andere Stoffe gepackt, um die Vögel von der Ernte abzuhalten. Wie auch im „Unser Garten Bruck“ zahlen die einzelnen Mitglieder mit Einzelcontainern nicht nur eine symbolische kleine Pacht. Zusätzlich bekommt jeder noch Zusatzaufgaben für die Gemeinschaftsanlage. Dabei geht es natürlich um Gießaufgaben, aber auch um die Wartung der Komposttoilette.