Besuch vom anderen Ende der Welt
Südkoreanische Delegation in Bamberg

Einen Blick über den internationalen Tellerrand warfen 20 südkoreanische Studierende bei ihrem Besuch des Gemüsebauversuchsbetriebes der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Bamberg. Die interessierten jungen Männer und Frauen, Studenten im Agrar-, Forst- und Gartenbaubereich, nutzten ihre fachliche Europareise, um auch den Gemüseanbau in Bayern kennenzulernen und sich über neue Trends im Biogemüseanbau zu informieren. Denn auch im rund 8.500 km entfernten Südkorea greifen mehr und mehr gesundheitsbewusste Verbraucher zu Biogemüse.
Bei einem Rundgang durch den Gemüsebauversuchsbetrieb der LWG in Bamberg konnten Zuckermais, Süßkartoffeln, Blumenkohl und Brokkoli, Tomaten und Gurken – aber auch sehr spezielle Arten wie Süßholz, Yacon, Ingwer und nicht zuletzt Curcuma, eine asiatische Heil- und Gewürzpflanze, besichtigt und besprochen werden. Wie wird der Gemüseanbau organisiert? Wie kann man den Schädlingsbefall auf den Gemüsefeldern durch Aussaat von Blühstreifen regulieren? Was für Maschinen und Geräte stehen zur Verfügung, um die Arbeit auf den Feldern und in den Gewächshäusern durchzuführen? LWG-Versuchsingenieurin Birgit Rascher begleitete die südkoreanische Delegation auf ihrer Entdeckungstour über das Versuchsgelände und beantwortete die Fragen der biointeressierten Studierenden.

Einblicke in die Praxis

Spannende Einblicke in die Praxis erhielten die koreanischen Gäste beim Besuch des Bioland-Direktvermarkters Sebastian Niedermaier in der Bamberger „Gärtnerstadt“. Mit viel Enthusiasmus und Energie berichtete Herr Niedermaier von seiner Arbeit im historischen Gärtnerviertel Bambergs. Einer Arbeit, die mehr und mehr Zuspruch erfährt: Denn immer mehr Verbraucher machen sich Gedanken über die Herkunft und die Qualität ihrer Lebensmittel und greifen bewusst zum Bio-Siegel. Das eröffnet Chancen für den kleinstrukturierten Anbau und Verkauf mitten in der Stadt. Neben der Wissensvermittlung wurde der Aufenthalt in Bamberg sicherlich auch durch „Fränkisches Schäufala mit Rauchbier“ sowie die Besichtigung der historischen Altstadt mit Selfies vor dem berühmten Brückenrathaus zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Gäste aus Südkorea.
Bereits am Vortag besuchten die weitangereisten Gäste den Biolandbetrieb Rudolf Waas in Landau an der Isar. Das Gartenbauzentrum Bayern Süd-Ost führt als Außenversuchsstelle der LWG Veitshöchheim Gemüseanbau-Versuche in Niederbayern durch. Im 2. Jahr werden verschiedene Süßkartoffelsorten beim Biolandbetrieb Waas im Exaktversuch auf ihr Ertragspotential getestet, den Franziska Haitzmann, Projektmanagerin "Förderung des ökologischen Gemüsebaus", vorstellte. Für weitere Begeisterung sorgten die mehrere Hektar großen Gründünungsbestände von Herrn Waas. Sein Betriebskonzept besteht aus Humusaufbau und Förderung der Bodenfruchtbarkeit durch einen hohen Anteil an Zwischenfrüchten. Neben Süßkartoffeln wurden die Gewächshauskulturen Tomate und Gurke und die Freilandkulturen Rettich, Knollensellerie und Zwiebel besichtigt.