Minigärtner Wiesentheid: Wirsing trifft Gartenchecker

Kann man Brennnessel eigentlich essen? Wie alt muss ein Weihnachtsbaum eigentlich sein, bis er ins Wohnzimmer darf? Wie lassen sich Schädlinge ökologisch bekämpfen? Oder wächst die Gurke wirklich nur in der Erde? Seit 2017 sind 24 Nachwuchsgärtner auf einer ganz besonderen grünen Mission unterwegs und suchen die Antworten auf spannende Alltagsfragen rund um den fränkischen Gartenbau. Am Samstag, den 9. Juni, machten die zwischen acht und elf Jahre alten und selbst ernannten „Gartenchecker“ den Gemüsebauversuchsbetrieb der LWG in Bamberg unsicher und legten beim Pflanzen von Wirsing selbst Hand an, um ganz nebenbei den „fränkischen Superwirsing“ zu finden.

Gründer Daumen & schmutzige Hände

Mittendrin statt nur dabei: „Das Mitmachen steht bei den Aktionen der Minigärtner im Vordergrund und soll dabei helfen, den Gärtnerberuf zu verstehen, aber auch die Vielfalt dieser Berufsgruppe kennenzulernen“, so Margot Burger, Initiatorin der Regionalgruppe Wieseneid. Auch in Bamberg hieß es daher für die Zweit- bis Viertklässler tatkräftig mit anpacken und beim Auspflanzen von Wirsingjungpflanzen Hand anlegen. Tino Hedrich, Versuchsingenieur der LWG in Bamberg, zog für eine Versuchsreihe acht Wirsingsorten, darunter auch eine italienische Variante mit einer eher untypischen roten Blattrandfärbung, Anfang Mai im Gewächshaus – der Kinderstube für den Kohlnachwuchs – vor. Nach rund zwei Stunden hatten die Nachwuchswissenschaftler unter fachkundiger Anweisung von Tino Hedrich die Pflanzen schließlich auf das Feld gebracht und waren sichtlich stolz auf ihre Arbeit. Am Ende wird bewertet, welche Sorte in Sachen Ertrag, Qualität und Robustheit, u. a. gegen Krankheiten und Schädlingen, die Nase vorne hat.

Der „fränkische Superwirsing“?

Er ist auf dem Gemüsemarkt in und um Bamberg immer zu finden: der Spitzwirsing. Es wird angenommen, dass der lokale Ableger der ursprünglich aus dem mediterranen Raum eingewanderten Kohlsorten bereits seit dem 18. Jahrhundert in Oberfranken heimisch ist. Ob als Suppe, Gratin, Quiche oder als Klassiker „Rahmwirsing“ – der Wirsing lässt sich auf unterschiedlichste Art und Weise genießen. Doch bis der Kohl auf die Teller wandert, gibt es einige Herausforderungen zu überstehen: Denn Schädlinge, Wetterkapriolen und schlechte Böden können den Ertrag deutlich reduzieren. Im Versuch „Wirsingsorten für den ökologischen Anbau in Bayern“ testen die Experten am Gemüsebauversuchsbetrieb seit diesem Jahr unterschiedlichste Kohlsorten hinsichtlich Ertrag, Erntequalität (Kopfgewicht und Geschmack) sowie Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Im Fokus stehen dabei mit dem „Bamberger Wirsching“ und einer rotbackigen italienischen Variante auch Kohlraritäten.

Über die Aktion „Europa Minigärtner“

Die Natur im Garten und den Beruf des Gärtners für die Kleinen erlebbar machen – das steht im Mittelpunkt der 2013 von Bettina Gräfin Bernadotte ins Leben gerufenen Aktion „Europa Minigärtner“. Bei Besuchen von Gartenbaubetrieben legen die 7- bis 10-jährigen Minigärtner selbst Hand an und lernen beim Umtopfen, Düngen und Ernten die Vielseitigkeit des Gärtnerberufes kennen. Nach dem Besuch in Bamberg ist noch lange nicht Schluss – denn es warten noch viele spannende grüne Entdeckungen: Als Nächstes machen die Gartenchecker die Landesgartenschau in Würzburg unsicher und stellen dabei ihr kreative Ader unter Beweis.

Hier erfahren Sie mehr über die Aktion „Europa Minigärtner … Externer Link