Innovativ, robust, lecker!
Beerensortiment mit Pfiff

Reife Himbeere liegen dicht nebeneinander in einer Schale.

Im Beerensortiment tut sich was! Geschmacklich gute, neue(re) Sorten, gepaart mit geringerer Pilzanfälligkeit im Vergleich zu alt gewohnten Varietäten, sorgen für „Erfolg im Garten und Gaumen“. Mit den richtigen Sorten kann der Absatz in Baumschulbetrieben gefördert werden. Außer Kiwibeeren und Tafeltrauben – beide jedoch zur Berankung an Wänden geeignet - benötigen Beerengehölze weniger Platz als viele Baumobstarten. Somit findet sich auch in den immer kleineren Gärten eine Möglichkeit. Daneben erfreuen uns Heidelbeeren, Rote Johannisbeeren und einige blaue Trauben mit schöner Herbstfärbung als Zusatznutzen.

Sortenwahl: Basis für erfolgreiches Gärtnern

Falsche, im Extremfall "No-Name"-Sorten, vor allem branchenfremder Anbieter, führen zu Misserfolg ("Frust statt Lust"; weniger Interesse am Anbau von Obst), was bei Dauerkulturen wie Obst besonders gravierend ist. Andererseits kamen in den letzten Jahren zahlreiche robuste Varietäten in den Handel. Beispiele dafür sind mehltaufeste Stachel- und Johannisbeeren, Herbsthimbeeren (einjährige Kultur) kontra Rutenkrankheit in Sommerhimbeeren und pilzfeste Tafeltrauben.

Daher gilt es, neben bewährten Sorten diese Neuheiten verstärkt zu empfehlen, da sie mithelfen, Probleme des Kunden zu lösen. Es liegen mehrjährige Erfahrungen an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim vor. Ein typisches Beispiel: Johannisbeere 'Heros', jährlich mit Stachelbeermehltau befallen. Der Strauch kränkelt, ist weit weniger wüchsig und hat in zwölf Jahren keine gesunden Früchte gebracht. Unmittelbar daneben standen verschiedene Sorten ohne diesen Schaderreger: wüchsig, robust, einwandfreie Beeren. Dies verdeutlicht unser Motto: "Gesundes Obst kann nur von gesunden Gehölzen erzielt werden".

Der Appell an den Fachhandel kann daher nur lauten: "Bevor Ihre Kunde jedes Jahr mit kranken Sorten Schiffbruch erleiden und viel Geld für Pflanzenschutzmittel ausgeben, starten Sie mit robusten Sorten, die Ihren Kunden Erfolg bescheren!" Auch wenn Neuheiten mehr kosten (unter anderem Sortenschutz!) als ältere Sorten, so sind dies über 15 bis 20 Jahre gesehen lediglich "Peanuts".

Zudem beeinflussen kulturtechnische Maßnahmen wie fachgerechter, jährlicher Schnitt, Standortwahl, angemessene Düngung und Bewässerung sowie rechtzeitiger Pflanzenschutz die Fruchtqualität. Damit sind nicht nur äußere Merkmale wie Fruchtgröße und Ertragshöhe gemeint, sondern auch innere Qualitätsmerkmale wie Gehalt an Zucker, Säuren, Vitaminen, Mineralstoffen, diversen „sekundären Pflanzeninhaltsstoffen“ und Saftgehalt. Wie bereits angemerkt müssen „robuste“ Sorten qualitativ und vor allem geschmacklich gut sein, damit sie Ihre Berechtigung behalten, falls Resistenzen durchbrochen werden.

Die hier aufgeführte Sortenempfehlung basiert auf jahrelanger Prüfung und Beobachtung an der LWG Veitshöchheim sowie Erfahrungsaustausch durch viele Führungen, Vorträge, zum Teil auch Verkostungen und Geschmackstests. Die empfohlenen Sorten besitzen ein hohes Qualitätsniveau und wurden aus einem sehr umfangreichen Sortiment ausgewählt. Die Empfehlungen werden stets aktualisiert, da weitere Sortenneuheiten mit ständig sich besserndem Niveau dazukommen.

Johannisbeeren, rot

'Jonkher van Tets'

Ende Juni/Anfang Juli; bewährte Frühsorte. Gut für Mischungen mit Erdbeeren. Je nach Reifegrad mehr Säure. Kürzere Fruchtstiele und Trauben. Durch frühe Blüte mehr gefährdet für Verrieseln der Traube. Intensiver Schnitt fördert die Fruchtqualität, die am jungen Holz stets besser ist.

'Rolan' und 'Rotet'

Beide Mitte Juli; robust (Mehltau, Blattfallkrankheit) und sehr ertragreich, gute Fruchtqualitäten, lange Trauben, lange Stiele: daher gut zu pflücken.

'Rovada'

Ende Juli bis Mitte August; ebenso robust, sehr lange Traube, große Einzelbeeren, platzfest; lange Fruchtstiele. Konnte mehrfach bis Anfang September bei dann geringerem Säuregehalt am Strauch verbleiben, sodass die vitaminreiche Naschsaison verlängert werden kann.

Reife Rote Johannisbeeren hängen am Zweig.

'Jonkheer van Tets'

Reife Rote Johannisbeeren hängen wie Träubchen an den langen Rispen.

'Rotet'

Reife Rote Johannisbeeren mit langen Rispen hängen am Zweig.

'Rovada'

Johannisbeeren, schwarz

'Titania'

Mitte Juli; wüchsig, ertragreich, robust! Günstige Inhaltsstoffe (Säure, Farbstoffe), bestens für Verarbeitung.

'Ometa'

Mitte Juli; etwas süßere Frucht als 'Titania'. Wie diese ebenfalls wüchsig, ertragreich, robust! Günstige Inhaltsstoffe (Säure, Farbstoffe), bestens für Verarbeitung.

'Bona'

Ende Juni; robust; sehr große, mild schmeckende Beeren in Super-Qualität – sowohl als Tafelfrucht als auch für die Verarbeitung. Ähnlich süßliche Sorten sind: 'Big Ben', 'Supernova', 'Kier Royal', 'Veloy'. 'Big Ben' war der Shootingstar 2015 unter den Schwarzen Johannisbeeren: Reife früh (noch vor 'Jonkheer van Tets'), die größte Frucht aller Sorten, mild-süß. Die Beeren sind einzeln zu pflücken.

Da 'Josta' im Garten vielfach Probleme bereitet (starker Wuchs, dann zu viel Schnitt, weniger Ertrag), können diese milden Johannisbeersorten eine Alternative zu 'Josta' sein.

Kurze Rispen mit Schwarzen Johannisbeeren hängen am Zweig.

'Ometa'

Am Zweig hängen kurze Rispen mit Schwarzen Johannisbeeren.

'Bona'

Eine Hand hält Schwarze Johannisbeeren im Vergleich mit kurzen Rispen am Zweig.

'Big Ben'

Kurzen Rispen mit Schwarzen Johannisbeeren hängen am Zweig.

'Kier Royal'

Stachelbeeren

Die Resistenz gegen den Amerikanischen Stachelbeermehltau ist durchbrochen. Dennoch sind Sortenunterschiede vorhanden. Auf hoch anfällige ältere Varietäten wie 'Rote Triumph' bzw. 'Weiße Triumph', 'Grüne Kugel' bzw. 'Rote Kugel', 'Achilles' unbedingt verzichten. Dafür „mehltaufeste Sorten" wählen.

'Invicta'

Anfang bis Mitte Juli; gelbgrün, groß, ertragreich; bessere Fruchtqualität als 'Hinnomäki'.

'Remarka'

Anfang bis Mitte Juli; groß, mittlere Erträge, weinrot, etwas milder. Alternativ auch 'Rokula'.

'Redeva'

Ende Juli; sehr ertragreich, daher etwas kleinere bis mittelgroße Frucht, vollreif dunkelrot.

Neu

Fast stachellose, rotfruchtige, relativ mehltaufeste Sorten wie 'Captivator', 'Spinefree'. Diese liefern leider nur mittelgroße Früchte mit schwächerem Aroma. Die qualitativ bessere 'Pax' ist stark anfällig für Mehltau und somit nicht empfehlenswert.

Hinweis: Der Mehltaubefall hängt stark vom Befallsdruck in den einzelnen Gärten ab. Auch an heißen, trockenen Plätzen tritt dieser Pilzbefall stärker auf. Befallene Triebe stets und rechtzeitig wegschneiden; ggf. Schwefel zum Austrieb bis zur Blüte spritzen. Anschließend helfen auch Stärkungsmittel und Mittel mit dem Wirkstoff Kaliumhydrogencarbonat.

Gelb-grünen leicht behaarten Stachelbeeren hängen am Zweig.

'Invicta'

Hellroten ballonartige Stachelbeeren hängen am Zweig.

'Spinefree'

Dunkelrote, glattschalige Stachelbeeren hängen am Zweig.

'Rokula'

Kulturheidelbeeren

Bei den Kulturheidelbeeren sind viele geschmacklich gute Sorten vorhanden ('Duke', 'Patriot', 'Reka', 'Elizabeth'). Entscheidend ist ein saurer Boden (niedriger pH-Wert). In kalkhaltigen Regionen am besten in große Kübel in Rhododendronerde pflanzen; sauer düngen (z. B. Rhododendron- oder Citrusdünger); mit Regenwasser gießen! Für besseren Ertrag zwei Sorten pflanzen.

Reife und unreife Heidelbeeren hängen in Trauben am Strauch.

'Reka'

Dunkelblaue Heidelbeeren hängen am Zweig.

'Blueray'

Blauen Heidelbeeren hängen in kurzen Tauben am Strauch mit Laubblättern.

'Bluecrop'

Himbeeren

Die Probleme mit Rutenkrankheiten haben sich verstärkt. Hierbei sterben bei den Sommersorten die fruchtenden Ruten noch vor der Ernte ab. Daher anstelle der anfälligen Sommersorten auf herbsttragende Sorten mit einjähriger Kultur ausweichen. Sie sind robust, madenfrei, ertragreich (ab Mitte August bis Mitte/Ende Oktober), haben mittelgroße Früchte mit ansprechendem Geschmack. Den Bestand im Februar (vor dem Austrieb) komplett bodennah abschneiden (einjährige Kultur) und nicht zu viele Neuruten belassen.

Herbsttragende Sorten (ab Mitte August bis Mitte/Ende Oktober)

'Autumn Bliss'

Bewährte Hauptsorte

'Polka', 'Himbo-Top'

Diese Sorten schmecken aromatischer und sind auch etwas größer. Sie widerlegen das Vorurteil, dass „Herbsthimbeeren“ nicht schmecken. Die Sorte 'Aromaqueen' ist geschmacklich gut, jedoch weicher. Daher öfter durchpflücken.

Neue Ergänzungssorte 'Aromaqueen'

Geschmacklich gut, jedoch weicher. Daher öfter durchpflücken.

Sommertragende Sorten

Unabdingbar sind lichte Bestände (abgetragene und überzählige Ruten gleich nach der Ernte sowie befallene Ruten stets entfernen) und bei Neuanlage auf Wechselflächen achten. Nicht auf schwere, verdichtete Böden pflanzen ggf. Dammpflanzung.

'Elida'

Ernte ab Ende Juni; gute Qualität, kürzere Ruten, kaum „Stacheln“.

'Meeker'

Ernte ab Anfang Juli; mittelgroß, fest, wüchsig (lange Ruten).

'Schönemann'

Mitte Juli; positive Qualität und Ertrag, wenn keine Probleme mit Wurzelkrankheiten am Standort auftreten.

'Glen Ample'

Anfang bis Mitte Juli; die mittelgroßen, rundlichen, geschmackvollen Früchte sind mittelfest; daher zweimal je Woche beernten.

'Tula Magic'

Etwas robuster als die Muttersorte 'Tulameen'. Ebenfalls gut im Geschmack. Remontiert stark, das heißt sie trägt auch im Spätherbst an den Spitzen der neu gebildeten Rufen (doppelter Erntesegen).

'Tulameen'

Schneidet im Geschmack meist jährlich am besten ab, ist jedoch als sensible Sorte - im Gegensatz zum professionellen Anbau - für den Haus- und Kleingarten abzulehnen. Wenige, dafür starke Ruten sind anfälliger für Wachstums- und Frostrisse mit sekundärem Befall an Schaderregern. Eine gewisse Schadensminderung kann durch das sogenannte "Rutenmanagement" erfolgen: Rückschnitt zu starker Neutriebe (bei etwa 30 bis 40 Zentimeter Wuchshöhe) auf zwei Augen. Die daraus resultierenden zwei Neutriebe wachsen schwächer.

Dunkelroten Himbeeren hängen am Stiel mit Laubblättern.

'Polka'

Eine Hand hält große reife Himbeeren.

'Himbo-Top'

Dunkelroten herzförmigen Himbeeren hängen am Stiel mit Laubblättern.

'Glen Ample'

Erdbeeren

Robust und pflegeleicht: Erdbeerwiese (ausläuferbildender, langlebiger Bodendecker) mit 'Florika': zwar kleine, dafür aromatische Früchte.

Erdbeere "konventionelle" Sorten: maximal 2-jähriger Bestand; Wechselflächen (neue Beete) wählen! Ausläufer rechtzeitig entfernen, Stroh schon zur Blüte unterlegen.

früh/mittelfrüh

'Clery', 'Daroyal', 'Darselect', 'Honeoye', 'Kent', 'Polka', 'Korona'

mittelspät/spät

'Polka', 'Sonata', 'Salsa', 'Symphony', 'Florence'

aromatische Liebhabersorte, jedoch weich

'Mieze Schindler'

mehrmals tragend

'Everest', 'Seascape', 'Mara des Bois', 'Ostara'

Werden zugleich "einmal tragende" Sorten angebaut, sollten die ersten Blüten der mehrmals tragenden Sorten ausgebrochen werden, damit sie eine qualitativ gute Ernte im Juli/August bringen.

Zwei Schale mit reifen Erdbeeren und Schildern.

'Honeoye'

Eine Schale mit reifen Erdbeeren und Etiketten.

'Korona'

Reife herzförmige Erdbeeren in einer Schale.

'Sonata'

Reife Erdbeeren auf den Teller.

'Mara des Bois'

Brombeeren

Auf geschmacklich mäßige, dornenlose Sorten wie 'Thornless Hull', 'Thornless Evergreen', 'Thornfree', 'Black Satin', 'Jumbo' unbedingt verzichten! Sie haben das Image der Brombeeren geschädigt („dornenlose Sorten schmecken nicht!“).
Dafür:

'Loch Ness'

Als bislang geschmacklich gute dornenlose Sorte etabliert. "Konventionelle" Sorte mit längeren Ruten (über drei Meter); Reife ab Anfang/Mitte Juli.

'Loch Tay'

Noch früher (und daher wegen möglicherweise geringerer Befallsgefahr mit Kirschessigfliege) ab Ende Juni. Da sie schwächere Ranken ausbildet, sollten nur drei Tragruten belassen werden. An überzähligen bzw. zu schwachen Trieben leidet die Fruchtgröße.

Neu

Kompakte, aufrecht wachsende Sorten mit ca. 2,5 Meter langen Ruten. Diese als Fächer-Erziehung bei engen Pflanzabständen von 1,25 bis 1,5 Meter platzsparend möglich.

'Navaho'

Reife ab Ende Juli, dornenlos; Frucht groß, süß-säuerlich mit hervorragendem Geschmack. Winterfeste Sorte mit Zierwert: große, leicht roséfarbene Blüte.

'Asterina'

Neuheit mit sehr großen, süßen Beeren ("Zuckerbrombeere") ab Mitte/Ende Juli bis Anfang September - der Shootingstar der letzten Jahre.

Hinweis für alle Brombeeren

Aromatisch sind nur voll ausgereifte Früchte! Sie müssen sich beim Pflücken ablösen lassen, ohne zu reißen.

Brombeeren und Laubblättern hängen an den Trieben.

'Loch Ness'

Brombeeren und Laubblättern hängen an den Trieben.

'Navaho'

Rote und schwarze Brombeeren hängen an den Trieben mit Laubblättern.

'Asterina'

Mini-Kiwi (Actinidia arguta) = Kiwibeeren

Robuste, äußerst winterfrostharte Kletterpflanze, glattschalig, Verzehr mit Schale! Zweihäusig (männliche und weibliche Pflanzen). Da Kiwibeeren nachreifen, können sie bereits knapp reif gepflückt werden, was einem möglichen Befall durch Kirschessigfliegenlarven entgegenwirken kann.

'Weiki' 'Bayernkiwi) und 'Maki'

Beide gegen Mitte Oktober; stachelbeergroße, rundliche Frucht, süß-aromatisch, meist mit rötlichbraunem Blush auf der Schale.

'Ambrosia'

Ernte Anfang Oktober; mittelgroß, länglich, grasgrüne Schale.

'Issai'

Vorteil: Kompakter Wuchs, früher Ertragsbeginn, selbstfruchtbar! Somit ertragreich, jedoch kleine Früchte, die bei Überbehang im Geschmack nachlassen. Benötigt wegen später Reifezeit gut ausreifende, warme Plätze.

Vielversprechende, über viele Jahre selektierte neue Sorten wie 'Red Jumbo', 'Fresh Jumbo', 'Super Jumbo' sind seit 2014 im Handel. Bei 'Fresh Jumbo' sorgte die Muttersorte „Honigbeere“ für Süße, guten Geschmack und hohen Ertrag, unter anderem auch durch eine frostfeste Blüte.

Glatter grünschaliger Kiwibeeren hängen am Zweig.

'Weiki'

Mittelgroßen, glatter rotschaliger Kiwibeeren hängen am Zweig.

'Maki'

Grünschaliger Kiwibeeren hängen am Zweig.

'Issai'

Breit ovalen grünschaliger Kiwibeeren hängen am Zweig.

'Fresh Jumbo'

Pilztolerante Tafeltrauben (Hausreben)

Gegen Echten und zum Teil Falschen Mehltau wenig(er) anfällig. Sonniger Standort, mehrfache Laubarbeiten und Ausdünnen überzähliger Jungtrauben Ende Juni/ Anfang Juli (spätestens bei Erbsengröße) sind unabdingbar!

Weiße Sorten mit gutem Geschmack

'Birstaler Muskat'

Anfang/Mitte September, ertragreich, süß mit Muskatgeschmack, jedoch (sehr) störende Kerne.

'Garant'

Ähnlich gut im Geschmack mit dem Vorteil weniger dominanter Kerne.

'Frumoasa Alba'

Mitte/Ende September; große Traube; feinfruchtig mit Muskatnote; große Beeren lassen die Kerne weniger spüren. In regenreichen Sommern kann Falscher Mehltau auftreten.

Blaue Sorten

'Muskat bleu'

Fein-aromatisch, sehr robust und winterfest, Reife Anfang/Mitte September bis Anfang Oktober. Ertragreiche Sorte mit Spitzengeschmack, jedoch Kerne störend.

'Ontario'

Traube und Beeren groß, kernarm, festfleischig mit fruchtig-süßem Geschmack und guter Robustheit. Reifezeit: Mitte/Ende September bis Mitte Oktober. Schöne Rotfärbung des Herbstlaubes bringt zusätzlichen Zierwert in den Garten.

Kernlose Sorten

Bei den kernlosen Sorten gilt es gewisse Abstriche (Beerengröße, Robustheit) zu machen.

'New York' ('Lakemont')

Grün-gelb, süß-fruchtig, sehr kleine Beeren. Nicht so pilzfest wie vielfach dargestellt. Traube neigt zum Verrieseln.

'Venus' (blau) und 'Vanessa' (rosé)

Ende August bis Mitte September, süß-fruchtig, zum Teil mit kräftigem Erdbeerton. Die robuste 'Venus' mit kürzerem Erntefenster: wird bei Überreife weich und blumig-süß.

Sonnenstrahlen auf grünliche, lang-gezogene Trauben an den Stielen.

'Birstaler Muskat'

Große, lockere gelb-grünliche Trauben hängen an der Rispe.

'Frumoasa Alba'

Locker aufgebauten Trauben mit blauen Beeren hängen an den Stielen.

'Muscat Bleu'

Blauvioletten Trauben mit ovalen Beeren hängen an den Stielen.

'Ontario'

Trauben mit blauen Beeren hängen an den kurzen Stielen.

'Venus'

Fazit und leider ein Wermutstropfen

Im Beerensortiment tut sich was! Richtige, geschmacklich gute, neue(re) Sorten, gepaart mit geringerer Pilzanfälligkeit im Vergleich zu vielen alt gewohnten Varietäten, sorgen für „Erfolg im Garten und Gaumen“ und Lust am Gärtnern. Außer Kiwibeeren und Tafeltrauben – beide jedoch zur Berankung an Wänden geeignet- benötigen Beerengehölze wenig Platz. Somit findet sich auch in den immer kleineren Gärten eine Möglichkeit. Daneben erfreuen uns Heidelbeeren, Rote Johannisbeeren und einige blaue Trauben mit schöner Herbstfärbung als Zusatznutzen. Alles wäre schön und gut.

Das Auftreten der Kirschessigfliege bringt diese schöne Theorie jedoch ins Wanken. Beerenobst erweist sich durch seine Vielfalt und lange Saison als höchst attraktiv für diesen invasiven Schädling. Soll man Beerenobst im Garten überhaupt noch pflanzen? Auch hierbei kann die Wahl der richtigen bei Beeren der am frühesten reifenden Sorten einen Vorteil bringen, bevor sich eine äußerst starke Vermehrung der Drosophila suzukii einstellt. Beobachtungen und Monitoring 2014 und bislang 2015.

  • Normalkulturen an Erdbeeren und früh reifende sommertragende Himbeeren scheinen bis Mitte/Ende Juni verschont zu bleiben. Remontierende = mehrmals tragenden Erdbeeren und Herbsthimbeeren sind im Herbst stark gefährdet.
  • Johannisbeeren und Stachelbeeren waren weniger stark betroffen als erwartet. Jedoch überreife Früchte vermeiden!
  • (Späte) Brombeere, Holunder, blaue (Tafel-) Trauben und Heidelbeere gelten allgemein als die am meisten befallenen Obstarten. Vor allem deren erste früh reifende Sorten scheinen nach bisherigen Kenntnissen in Abhängigkeit vom lokalen Schädlingsdruck und der Witterung bei diesen Obstarten empfehlenswert: Brombeere 'Loch Tay', 'Loch Ness'; Holunder 'Sampo', 'Samyl'; Heidelbeere 'Bluetta', 'Reka', 'Duke', 'Spartan'.
  • Auch sogenannte „Wildobstarten“ wie Goji, Kiwibeeren, Aronia stellen aufgrund der späten bzw. lang andauernden Reifezeit ein hohes Risiko dar.
  • Spindelerziehung von Johannisbeeren und Stachelbeeren sorgt für locker aufgebaute, luftige, schnell abtrocknende Strukturen. Auch das Auslichten dichter Sträucher fördert die Durchlüftung der Gehölze.
  • Engmaschige Insektenschutznetze (0,8 bis 1 Millimeter Maschenweite) können die Eiablage der Kirschessigfliege einschränken. Beachten Sie: rechtzeitige Auflage (drei bis vier Wochen vor der Pflückreife) und dichtes Schließen der Netze; diese zur Ernte nur kurz öffnen.
  • Obst zügig in kurzen Abständen und vollständig ernten. Keine beschädigten oder vertrockneten Früchte an und unter den Sträuchern belassen. Beerntete Früchte für einige Stunden in den Kühlschrank stellen.
  • Korrektes Entsorgen befallener Früchte hilft, die Kirschessigfliegenpopulation gering zu halten. Kompostieren ist nicht empfehlenswert, ebenso wenig die Entsorgung in Restmüll oder Biotonne, da sich die Kirschessigfliege dort ungestört weiterentwickeln kann. Um Eier und Maden zu vernichten, können befallene Früchte zunächst in einem dicht geschlossenen Behälter oder in einer Plastiktüte mehrere Tage der Sonne ausgesetzt werden, in reichlich Wasser mit etwas Spülmittel mehrere Stunden stehen gelassen oder mit kochendem Wasser überbrüht werden. Erst danach können die Früchte entsorgt werden. Auch ein tiefes Eingraben befallener Früchte kann in Betracht gezogen werden.
  • Fallen überwachen die Befallsstärke den Flugverlauf. Vor der Reife der Früchte können sie einen sich stark ausbreitenden Befall im Vorfeld eindämmen helfen. Sobald Früchte reifen, sind die Beeren attraktiver und die Fallen zeigen ein scheinbar geringes Auftreten an, während Früchte jedoch Maden aufweisen können.