Clematiswelke - Tipps zur Vermeidung

Die großblumige Clematis 'Semu'

Untersuchungen haben gezeigt, dass 80 % der Frühjahrshybriden später im Garten des Kunden mit der Clematiswelke zu kämpfen haben. Was kann getan werden, um dieses Problem zumindest teilweise zu umgehen?

Es gibt eindeutig Sortenunterschiede; so werden z.B. die in der Empfehlung der Internationalen Clematisgesellschaft genannten Sorten aus dieser Gruppe seltener befallen. Aber dennoch ist Befall möglich.

Die Clematiswelke ist primär das Problem der großblumigen und am alten Holz im Frühjahr blühenden Hybridsorten aus der Lanuginosa- bzw. Patens-Gruppe. Das sind leider die Sorten mit den größten Blüten, die zudem in den letzten hundert Jahren auch den Markt beherrscht haben. Die zahlreichen Wildarten von Clematis aber auch deren Sorten sind diesbezüglich wesentlich robuster. Auch die am diesjährigen Holz im Sommer blühenden Hybridsorten der Jackmanii-Gruppe sind da einiges weniger empfindlich. Grund ist die teilweise enge Verwandtschaft mit Clematis viticella.

Die folgenden Tipps helfen, die Welke deutlich zu reduzieren:

  • Kräftige, zweijährige Pflanzen (im 2 l, noch besser im 3 l Topf) ein Blattpaar tief pflanzen.
  • Schwache oder geknickte Triebe beim Pflanzen und in den Folgejahren im Frühjahr unten abschneiden.
  • Alte Blätter, die noch an den Pflanzen hängen, im Frühjahr entfernen.
  • Von unten her braun werdende Blätter in der Vegetationszeit ebenfalls sauber abschneiden.
  • Pflanzen mit Stäben oder einem Gerüst vor allen Dingen an der Basis gut befestigen. Die Welke dringt meist über den verletzten Stängelgrund ein, je weniger die Pflanze im Wind wackelt, desto weniger Verletzungen.
  • Pflanzen beim Gießen absolut trocken halten, das heißt die Blätter aber auch die Triebe dürfen nicht nass werden. Der Pilz wird erst mit Feuchtigkeit aktiv.
  • Regelmäßige, gute Wasserversorgung und ein kühler, schattierter Wurzelraum. Die Welke tritt häufig bei sehr hohen Temperaturen auf, da ist es dann fatal, wenn zu der Zeit zu wenig Wasser zur Verfügung steht.
  • Clematis im großen Gefäß in sauberer Erde und am besten unter dem Vordach mit schonender Bewässerung ist diesbezüglich sehr erfolgsversprechend.
  • Befallene Pflanzenteile nicht auf den Kompost bringen.
  • Bei Nachpflanzungen von Welke empfindlichen Sorten auf infizierten Standorten Boden austauschen.
Die oben genannten Hygienemaßnahmen sind durchaus geeignet, die Problematik der Welke einzudämmen. Generell kann man sagen, je besser es der Pflanze geht, desto besser ist sie gegen die Angriffe der Pilzsporen gewappnet. Dazu gehört auch eine ganz normale Düngung. Und wer das Besondere liebt, muss sich einfach ein bisschen mehr um seine Clematis kümmern, nach dem Motto: "Schönheit hat ihren Preis". Aber im Erfolgsfall sind Ihnen die Neider in der Nachbarschaft sicher.