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Leonardo-Auslandspraktikum - eine attraktive Zusatzqualifikation im Gartenbau
„Das war eine ganz wichtige Erfahrung für uns persönlich. Wir würden sofort wieder ins Ausland gehen“ – so lautete das Urteil der meisten Teilnehmer über ihr Auslandspraktikum im Rahmen des europäischen Berufsbildungsprogramms LEONARDO DA VINCI. Das Kennenlernen anderer Kulturen und das Erleben von herzlicher Gastfreundschaft beeindruckte die jungen Gärtner im europäischen Ausland letztendlich mehr, als der fachliche Erfahrungsaustausch.
„Man kommt aus England zurück und ist ein anderer Mensch!“ so ein Resümee von Ralf Gerstenlauer. Das EU-Berufsbildungsprogramm LEONARDO DA VINCI unterstützt die grenzüberschreitende Mobilität von jungen Arbeitnehmern in ihrer beruflichen Weiterbildung, um sie auf die Herausforderungen des europäischen Arbeitsmarktes vorzubereiten.
Die Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim bietet als Partner des EU-Programms LEONARDO DA VINCI jährlich 20 bis 30 deutschen Gärtnerinnen und Gärtnern die Möglichkeit, ein 3 bis 26-wöchiges Praktikum in Betrieben des europäischen Auslands zu absolvieren. Es wird ein neunwöchiges Praktikum empfohlen. Vor allem junge Gärtner sollen internationale Erfahrungen sammeln und sich von interessanten Ideen und anderen Denkweisen inspirieren lassen.
Es können sowohl schulexterne Gärtner als auch Studierende der Fach- und Technikerschule Veitshöchheim am LEONARDO DA VINCI-Programm teilnehmen.
Wie funktioniert das Praktikum
Ziel des Praktikums ist es im Rahmen des EU-Programmes für lebenslanges Lernen die Mobilität junger Arbeitnehmer im Gartenbau zu fördern. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gartenbau. Der interessierte Teilnehmer sendet der LWG ein Motivationsschreiben und einen EU-Lebenslauf. Nach Prüfung der Unterlagen erhält der Bewerber in der Regel eine Förderzusage durch die LWG.
Jetzt kann der Teilnehmer einen Betrieb in einem EU-Land suchen. Gerne hilft die LWG durch Zusendung von Betriebslisten und individuelle Beratung. Der Teilnehmer holt vom Betrieb eine Absichtserklärung ein und legt in Absprache mit dem Betrieb die Praktikumszeiten fest. Jetzt kann ein Praktikumsvertrag mit der LWG und dem Teilnehmer abgeschlossen werden. Der Teilnehmer nimmt an einem Vorbereitungs-Seminar der LWG teil.
Wie viel Geld bekommen die Teilnehmer?
Die Teilnehmer erhalten eine Aufenthaltspauschale die sich an der Dauer des Aufenthaltes sowie am Zielland orientiert. Im aktuellen Projekt erhalten z.B. Teilnehmer für ein neun-wöchiges Praktikum in England 2.222,- €.
Die Auszahlung erfolgt in zwei Raten: 80% vor der Entsendung und 20% nach der Rückkehr und Vorlage aller Berichte und Belege.
Hinzu kommt eine Förderung der sprachlichen und kulturellen Vorbereitung in Höhe von maximal je 150,- €. Dieser Betrag wird in Abhängigkeit von den vorliegenden Nachweisen ausgezahlt.
Während des Praktikums
Im laufenden Praktikum sollen die Teilnehmer Ihr Arbeitsprogramm beachten und Informationen im aufnehmenden Betrieb und Gastland sammeln. Bilder und Info-Broschüren sind ebenso hilfreich wie viele Kontakte zu den Arbeitskollegen. Des Weiteren soll die Situation der beruflichen Bildung in der jeweiligen Region erkundet werden. Die sprachliche, kulturelle und kommunikative Fortbildung sind ebenfalls wichtige Bausteine der Zusatzqualifikation.
Wer hat bisher am Praktikum teilgenommen?
Bisher haben 49 Studierende der Fach- und Technikerschule Veitshöchheim sowie 36 externe aus dem gesamten Bundesgebiet am Leonardo-Projekt für transnationale Mobilität im Gartenbau teilgenommen, siehe Abbildung 1 und 2.
Abb. 1: Leonardo-Auslandspraktikum für Gärtner – Verteilung der Teilnehmer auf die Projekte und Länder.
Abb. 2: Leonardo-Auslandspraktikum für Gärtner – entsendete Teilnehmer in europäische Länder von 2005 – 2009.
Bewertung des Praktikums durch die Betriebe
„Bisher habe ich ganz patente Jungs bekommen. Die haben in jedem Arbeitsbereich mit angepackt.“ So die Aussagen von Reinhard Biehler, Inhaber von Baytree Nurseries & Garden Centre, Spalding, England.
Frau Martina Schullian, Inhaberin der Gärtnerei Schullian, Bozen, Italien sagt: „Es macht uns riesig Spaß die deutschen Praktikanten in die italienische Lebens- und Arbeitswelt einzuführen. Jedoch ist die Praktikumszeit Sommer für uns nicht in jedem Jahr geeignet. Gerne würde ich Praktikanten im Frühjahr und Sommer aufnehmen.“
Von der Insel Mallorca in Spanien berichtet Alexander Zingg, Jardins de Tramuntana: „Die Praktikanten können bei uns nach wenigen Wochen bereits eine Arbeitsgruppe führen und einige wickeln dann selbstständig umfangreiche Baustellen im Bereich Gartengestaltung ab.“
Aus Frankreich erhalten wir von Elke Burmann, Midi Plantes Azur, La Londes folgende Rückmeldung: „Die deutschen Praktikanten sind für uns stets eine Hilfe. Grundvoraussetzung ist ein gewisser französischer Wortschatz an gartenbaulichen Fachbegriffen.“
Konnten wir Sie für ein Leonardo-Praktikum im europäischen Ausland begeistern?
Bewerbungen nehmen entgegen:
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Leiter des Sachgebietes Unternehmensführung und Marketing im Gartenbau Dr. Andreas Becker An der Steige 15 97209 Veitshöchheim Tel.: 0931-9801-159 Fax: 0931-9801-150 poststelle@lwg.bayern.de www.lwg.bayern.de
Bilder von Absolventen:
Abb. 3: Kakteen-Betrieb „Horticultura Tenerosa“ (Tenneriffa), Andreas Bastuck, Tobias Wölfel, 2005
Abb. 4: Baumschule Hillier in Romsey (England), Melanie Drescher, Ralf Gerstenlauer, 2006
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