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Gemeinnützige Einrichtung profitiert von Veitshöchheimer Projektunterricht

Das Projekt der Technikerklasse (TG1) an der Staatlichen Fachschule für Agrarwirtschaft der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim (LWG) im 1. Semester beinhaltete die Erstellung eines Marketingkonzeptes für die Landwirtschaftliche Familienberatung (LFB) in Würzburg.

Gruppenfoto TG1, 2006







Gruppenfoto: (links nach rechts) Daniel Singer, Gerd Henke, Markus Hofmann, Enrico Kittel, Sonja Kasch, Otto Baumann, Frank Sillmann, Diana Untenzu, Ralf Gerstenlauer, Benjamin Krippner, Melanie Drescher, Gernot Mattauch, Roman Knorr, Margot Kaiser (LWG), Patrick Müller, Wolfgang Scharl (LFB), Christian Thißen, Benjamin Friele

Die landwirtschaftliche Familienberatung (LFB)

Die LFB mit Sitz in Würzburg ist eine gemeinnützige kirchliche Einrichtung mit 17 geschulten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die vorwiegend aus dem landwirtschaftlichen Bereich kommen und sich daher mit den Problemen der Betroffenen identifizieren können. Die Mitarbeiter nehmen sich der Probleme aus Landwirtschaft, Gartenbau und Weinbau an. Jeder der Berater behandelt verschiedene Schwerpunkte. So ist es der LFB möglich, zu den vielfältigen Problemen den entsprechenden, kompetenten Berater anzubieten. Die Beratung ist kostenfrei und unterliegt der Schweigepflicht. Der Betroffene kann sich telefonisch bei der LFB melden. Der erste Beratungstermin kann dann an einem neutralen Ort oder auch zu Hause stattfinden. Die Betroffenen können ihr Anliegen, ihre Probleme und Gefühle dem Berater schildern.

Die LFB hilft die Probleme zu analysieren, um anschließend gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. "Ziel ist es, den betroffenen Familien oder Einzelpersonen durch Beratung und Begleitung ´Hilfe zur Selbsthilfe´ zu geben. Sie sollen wieder in die Lage kommen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihre Situation für sich und ihre Familien zufrieden stellend zu gestalten", betonte Wolfgang Scharl, Leiter der Einrichtung. "Persönliche, familiäre und betriebliche Probleme nehmen in der Landwirtschaft und im Wein- und Gartenbau stark zu“, sagte Wolfgang Scharl außerdem.

Die LFB bietet Seminare und Vortragsabende zu Themen persönlicher Entwicklung an. Weitere Informationen unter www.lfb-wuerzburg.de. Ähnliche Beratungsstellen sind im gesamten Bundesgebiet verteilt.

Auftrag

Allgemein ist Marketing und Kommunikationspolitik zu einem sehr wichtigen Element im Gartenbau geworden. Daher haben die Studenten der LWG Veitshöchheim im Oktober die Aufgabe bekommen, ein komplettes Marketingkonzept zu entwerfen. Eine Lehrerin der Schule, die sich auch als ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Landwirtschaftlichen Familienberatung in Würzburg engagiert, vermittelte die LFB an Margot Kaiser, die Projektleiterin der Studenten.

Erste Schritte

Bei der ersten Vorstellung stellte Wolfgang Scharl, Leiter der LFB, zusammen mit drei Mitarbeitern seine Einrichtung vor. Hierbei nutzten die Studierenden die Möglichkeit, notwendige Informationen einzuholen, um diese hinterher in ihr Projekt einzubringen.
Die 16 Studenten der TG1 wurden in 5 Gruppen eingeteilt, in welchen die Studierenden ein Werbeplakat, sechs Stellwände und eine PowerPoint-Präsentation erarbeiteten. Außerdem stellten sie eine Koordinierung des gesamten Konzeptes zusammen. Für das Entwickeln der Plakate und Stellwände war es erforderlich Bilder zur Veranschaulichung einzufügen. Aber wegen der allgemeinen Urheberrechte mussten Szenen zu den Themen von den Studierenden selbst nachgestellt werden.

Bekanntheitsgrad erhöhen

Ein Grund warum die Technikerklasse dieses Konzept für die LFB entwickelte ist, dass deren Hilfsangebot die betroffenen Personen oft nicht erreicht. Außerdem haben viele Betroffene noch Hemmungen, sich bei der LFB zu melden. Denn deren Ziel ist es, mehr Menschen aus der Landwirtschaft, dem Garten- und Weinbau bei ihren Problemen zu helfen und zu unterstützen. Mit dem neuen Marketingkonzept kann die LFB ihren Bekanntheitsgrad erhöhen und die Zielgruppen besser erreichen.

Corporate Design

Um erfolgreich zu werben, hat sich die TG1 zusätzlich darauf geeinigt, ein Corporate Design zu entwerfen. Dieses garantiert den Wiedererkennungswert beim Betrachter. Zu unserem Corporate Design gehören ein Ecklogo, ein Logo als Wasserzeichen im Hintergrund und der erklärende Teil als Fußzeile. Das Alles spiegelt sich im Werbeplakat und in allen Stellwandplakaten wieder.

Gruppen

Gruppe 1: Werbeplakat

Die erste Gruppe beschäftigte sich damit, ein allgemeines Werbeplakat zu entwerfen. Dieses soll in der Öffentlichkeit Interesse wecken, zur Information dienen und ist von den Stellwandplakaten unabhängig. Es wurde konzipiert, damit es mit kurzen Stichworten und Sätzen die wichtigsten Fragen des Betrachters beantwort, um so die LFB vorzustellen. Nur das Corporate Design wurde aus den Stellwandplakaten übernommen. Die einzelnen Probleme werden durch Bilder und Fragen dargestellt, um den Betrachter direkt anzusprechen. Unterstützt wird das Ganze mit der Telefonnummer und der Aufforderung anzurufen.

Gruppe 1: Infoplakat

Dieses Plakat dient zur reinen Information, auf dem alle Fragen zur LFB beantwortet werden. Auf dem Infoplakat werden bildlich und schriftlich die Zielgruppen der LFB sowie deren Ziel dargestellt. Um die Kernaussage beim Betrachter zu festigen, wurde mit einem Zitat gearbeitet: “Es ist bereits ein großer Schritt zur Befreiung, wenn einer sein Leid nicht mehr stumm erträgt, sondern laut klagt“, Berthold Brecht. Das Logo und der Adressabschnitt sind besonders wichtig, um den Wiedererkennungswert zu schaffen und Information zu geben.

Gruppe 2: PowerPoint-Präsentation

Eine zweite Arbeitsgruppe erstellte eine digitale Präsentation, die alle Themen der Stellwandplakate mit aussagekräftigen Texten und Bildern aufgreift. Diese soll dann auf Messen und Info-Veranstaltungen zusätzlich und selbsterklärend über die LFB informieren und gerade junges, modernes Publikum ansprechen. Dabei läuft der Vortrag in einem fest eingestellten Zeitfenster selbstständig ab und ist fortlaufend. Zusätzlich kann die LFB selbstständig die Präsentation erweitern, um z.B. über aktuelle Themen in der Landwirtschaft und im Wein- und Gartenbau zu berichten.

Gruppe 3: Stellwände

Studierende Sonja Kasch vor der Stellwand "Partnerschaft"

Mit dem Konzipieren der Stellwände befassten sich sechs Studenten. Sie stellen die Hauptprobleme „Generationenkonflikt“, „Partnerschaft“, „Betriebsübergabe“, „finanzielle Probleme“, „Überlastung“ sowie „Stress und Konflikte im sozialen Umfeld“ dar. Die Studenten arbeiteten ihre Stellwände so aus, dass sie ohne Erklärung für den Betrachter leicht verständlich sind und auf Messen als ‚Stumme Diener’ agieren können. Darüber hinaus war es wichtig, dass die Stellwandplakate beliebig kombinierbar sind und so ein Messestand den Platzverhältnissen angepasst werden kann. Das Corporate Design wurde in alle Stellwandplakate übernommen.







Studierende Sonja Kasch stellt die Stellwand mit ihrem Thema "Partnerschaft" vor.

Gruppe 4: Pressetext

Aus der Pressegruppe Roman Knorr und Melanie Drescher

Der ‚Pressegruppe’ fiel die Aufgabe zu, sich alle Grundlagen über einen Pressetext einzuholen und eine Pressemeldung zu schreiben. Ziel war es, diese an möglichst viele Redaktionen zu senden. Die Auswahl der Redaktionen beschränkte sich, mit Ausnahme der Würzburger Tageszeitung, auf 14 landwirtschaftliche und gartenbauliche Zeitschriften und Magazine. Man kann hier zusätzlich davon ausgehen, dass zur schriftlichen Verbreitung auch noch die so genannte ´Mund-zu-Mund-Propaganda` hinzukommt und so eine noch größere Verbreitung entsteht.







Letzte Absprachen in der Pressegruppe: Roman Knorr und Melanie Drescher

Gruppe 5: Koordination des Gesamtkonzeptes

Diese Gruppe befasste sich genau mit allen Werbemitteln. Dabei wurden Vor- und Nachteile aller Werbemittel erfasst, z.B. die Platzierung der Werbe- und Stellwandplakate. Ermittelt wurde auch, bei welchem Werbemedium man Kosten sparen kann und in welches man mehr investieren sollte. Hierbei wurden für die LFB Kostenvoranschläge eingeholt, z.B. über Plakatdruck oder Kosten von verschiedenen Stellwandsystemen. Es ging auch darum Möglichkeiten zu zeigen, wie man die einzelnen Teile des Projektes einsetzen kann, um den Bekanntheitsgrad der LFB zu erhöhen.

Endergebnis

Nachdem die LFB bei einer Zwischenpräsentation Ende November noch Verbesserungsvorschläge und Wünsche äußerte, arbeiteten die angehenden Gartenbautechniker akribisch an Details weiter, um dem Projekt ein einheitliches Design zu geben. Es kristallisierte sich heraus, das Motto der LFB ‚Mit uns aus der Krise’ zu übernehmen und mit diesem ein neues, aber wieder erkennbares Logo zu erschaffen. Dieses wurde bei der Endpräsentation am 21. Dezember im Plenarsaal der LWG in Veitshöchheim eigens als ‚Corporate Design’ vorgestellt. „Ein neues Logo war in der eigentlichen Aufgabe nicht gefordert“, betonte Margot Kaiser, Lehrerin an der Technikerschule und Leiterin des Projektes. „Aber mit dem abgewandelten Logo wird direkter auf das Wirken der LFB hingewiesen.“, meinte Wolfgang Scharl nach der Präsentation.

„Die LFB ist den Studenten für ihre Leistung sehr dankbar. Wir haben so tolle Ergebnisse bei der Plakatgestaltung nicht erwartet – und besonders nicht eine solch schöne Endpräsentation“, betonte Herr Scharl außerdem.

Bei der 2-stündigen Endpräsentation wurde jedes entworfene Plakat von den jeweiligen Gruppen vorgestellt und erklärt. Es waren auch Vertreter der katholischen Kirche in Veitshöchheim anwesend und zeigten sich beeindruckt von der Professionalität der Studenten. Arved von Mansberg, Leiter der Abteilung Gartenbau an der LWG, nannte es „eine Punktlandung“. Die LFB wird nun umgehend die Plakatentwürfe an eine Druckerei geben und sich schon bald mit neuem Design, entwickelt von Veitshöchheimer Gartenbautechnikern, in der Öffentlichkeit präsentieren.

Übergabe der Entwürfe






Übergabe der Entwürfe: Moderator Benjamin Friele übergibt an Wolfgang Scharl, Leiter der LFB, die Dokumente in Form einer CD



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Abteilung Gartenbau, Sachgebiet Unternehmensführung und Marketing