Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
Bildsymbol Unternehmensführung| Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
StMELFLWGGartenbauUnternehmensführung und Marketing
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Bericht vom Süddeutschen Unternehmertag für den Gartenbau 2011

Neue Lust auf Gartenbau – erfolgreiche Zukunftsstrategien


Die Veranstaltung fand am 20.01.2011 in Ulm-Seligweiler statt und wurde gemeinsam organisiert vom Württembergischen Gärtnereiverband, vom Bayerischen Gärtnereiverband, von der LWG Veitshöchheim, LVG Heidelberg und vom Gartenbauzentrum Bayern Süd-West.

Abb. 1: Die Moderation übernahmen (von links nach rechts) Christoph Hintze (Leiter der LVG Heidelberg) und Gerd Sander (Abteilungsleiter Gartenbau der LWG Veitshöchheim)

Abb. 1: Die Moderation übernahmen Christoph Hintze, Leiter der LVG Heidelberg,
und Gerd Sander, Abteilungsleiter Gartenbau der LWG Veitshöchheim (von links).

Veränderungen im Gartenbau - was kommt auf uns zu?

Abb. 2: Christoph Killgus (DEGA):

Die Entwicklung der Rahmenbedingungen sei nicht vorhersehbar, meinte Christoph Killgus, verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift DEGA; so kam z.B. die Bankenkrise für jeden einzelnen völlig unverhofft. Genau deshalb bleiben Prognosen immer unsicher: Die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen. Letztendlich muss sich jeder seine eigenen Gedanken machen, denn familiäre Bedingungen sind individuell und zugleich ist deren Berücksichtigung äußerst wichtig für die zukünftige Unternehmensplanung. Lösungen, die für den einen Betrieb passen, müssen nicht auch gleich für einen anderen Betrieb geeignet sein. Wichtig ist, stets mit kreativen Aktionen am Markt zu folgenden Trends teilnehmen zu können:


• Die Kunden wollen ihre Zeit im Garten draußen verbringen, z.B. beim Grillen.
• Kleine Gärten oder der Balkon sind beliebt.
• Der Nutzgarten ist wieder im Kommen.
• Die Best Agers (50-64-jährige, davon 50 % Frauen) sind eine einkommensstarke Schicht.
• Auf Regionalität und umweltfreundliche Produktion wird hoher Wert gelegt.

Im Gartenbau ist die Prognose, dass es keine kleinen Betriebe mehr geben wird und nur die großen eine Überlebenschance haben, nicht eingetroffen. Viele Betriebe im Zierpflanzenbaubereich setzen auf ein breites Angebotsspektrum. Die Zukunft liegt im Weiteren darin, Nischen zu finden und sich gegebenenfalls mit Marktpartnern abzusprechen, denn die Massenproduktion bringt einen enormen Preisverfall mit sich. Die Zusammenarbeit von Einzelhandels-Endverkaufsgärtnereien wird somit zusehends gefragt sein. Als einen ebenfalls wichtigen Aspekt für Zukunftssicherheit nennt Killgus Authentizität: Werbeversprechen, die nicht eingehalten werden können, sind mit die größten Fehler, die einem Unternehmen passieren können.


Abb. 2: Christoph Killgus (DEGA):
„Gärtner müssen gartenbegeistert sein!“

Wie Gartenbauunternehmer ihre Zukunft meistern

Abb. 3: Regionalität – Lokalität – Authentizität, für Eckhard Heinemann wichtige Zukunftsmotoren.

Zwei Gartenbaubetriebe aus den Bereichen Zierpflanzenbau-Gartencenter und Obstbau stellten am Unternehmertag ihre Zukunftsstrategien vor.
Eckhard Heinemann (Grönfingers, Rostock) führt einen Gartenfachmarkt mit gartencentertypischem Vollsortiment. Nicht nur mit seinem umfangreichen Dienstleistungsspektrum, sondern vor allem mit seinen Werbemaßnahmen (z.B. exklusiv für Studenten), Aktionen, Veranstaltungen und dem Café Restaurant Botanica weckt Eckhard Heinemann die Lust an Pflanzen bei den Kunden. Für Heinemann ist es aber auch wichtig, dass seine Mitarbeiter Freude am Beruf „Gärtner“ haben, denn sonst lässt sich diese Begeisterung nicht auf die Kunden übertragen.


Abb. 3: Regionalität – Lokalität – Authentizität,
für Eckhard Heinemann wichtige Zukunftsmotoren.

Abb. 4: Martin Nüberlin führt einen modernen Obstverkauf (Bildquelle: Freimuth)


In seinem Obstbaubetrieb ließ sich Martin Nüberlin etwas Besonderes einfallen: Für den Neubau der Verkaufsanlage organisierte er einen kleinen Architekten-Wettbewerb. Außerdem sorgte er mit seinem „Obst-drive-in“ in der Lokalpresse für Aufsehen und rückte sich somit ins Gedächtnis der Kunden.


Abb. 4: Martin Nüberlin führt einen modernen Obstverkauf.
(Bildquelle: Freimuth)


Wie Sie erreichen, was Sie schon immer erreichen wollten

Abb. 5:  Günther Panhölzl: „Partnerschaft heißt gegenseitige Unterstützung, um erfolgreich zu werden, zu sein und zu bleiben.“

Wie starten Sie denn in Ihrer Grundeinstellung in den Tag? Sind Sie ein Lustmensch oder ein Unlustmensch? „Misserfolg entsteht in unseren Köpfen, denn die Lebenseinstellung prägt uns und unser Tun“, erklärt Günther Panhölzl (SimulationsManagement GmbH Salzburg und München), Top-Wirtschaftstrainer und Bestsellerautor. In seinem Vortrag von höchstem Unterhaltungswert stellte er gewitzt, aber doch mit dem nötigen Ernst und Nachdruck, emotionale Energiequellen des Erfolges vor. Nur wer als Lustmensch, also mit Spaß und Begeisterung in den Tag startet und an seine Arbeit geht, nur wer Erfüllung und Bereicherung in seinem Leben sieht, wird auch Erfolg haben. Dafür sollten Sie sich Ziele stecken, die im Rahmen Ihrer Möglichkeiten auch erfüllbar sind, um Frustration zu vermeiden.


Abb. 5: Günther Panhölzl: „Partnerschaft heißt gegenseitige Unterstützung,
um erfolgreich zu werden, zu sein und zu bleiben." (Bildquelle: Freimuth)

Mein Chef ist der Beste

Die Teilnehmer kamen nicht drum herum, sie mussten auch an das eine oder andere Erlebnis aus Ihrer Ausbildung oder in Ihrem Betrieb denken! Die Sketche unter dem Titel „Mein Chef ist der Beste“, gespielt von sieben Fachschülern aus Veitshöchheim, stellten den Unternehmern auf liebevolle und humorvolle Weise vor Augen, was man als Auszubildender so manchmal „aushalten“ muss. Es war eine gelungene Aufheiterung nach der Mittagspause, die jeden zum Schmunzeln und Lachen brachte.
Auch Fachschüler aus Heidelberg zeigten zwei Szenen, wie unterschiedlich Chefs reagieren können.

Abb. 6: "Missverständliche Anweisungen“, „Generationenkonflikt zwischen Juniorchefin und Seniorchef“ und eine „Flut an wirren Arbeitsaufträgen“,  (Bildquelle: Freimuth)

Abb. 6: „Missverständliche Anweisungen“, „Generationenkonflikt zwischen Juniorchefin und Seniorchef“
und eine „Flut an wirren Arbeitsaufträgen“, dargestellt von Fachschülern aus Veitshöchheim. (Bildquelle: Freimuth)

Bessere Kommunikation - besseres Betriebsklima

Abb. 7: Nach dem Seminar ging´s wieder mit neuem Spaß an die Arbeit, so die Mitarbeiterinnen der Gärtnerei Umbach.

In der Vortragsreihe mit dem Thema „Personalführung – erfolgreiche Zukunftsstrategien“ berichteten Mitarbeiterinnen der Gärtnerei Umbach (Heilbronn) vom Wagnis „betriebsindividuelles Teamentwicklungsseminar“, in das sie von und mit ihrem „Chef“ geschickt wurden. Dabei wurde allen der höchst diffizile Prozess der Kommunikation klar. Die Mitarbeiterinnen der Gärtnerei Umbach resümieren: “Entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens ist die Qualität der Begegnung bzw. Beziehung mit Kollegen, Chef, Pflanzen, Lieferanten, Kunden und einem selbst.“


Abb. 7: Nach dem Seminar ging´s wieder mit neuem Spaß an
die Arbeit, so die Mitarbeiterinnen der Gärtnerei Umbach.

Meine Mitarbeiter - sind sie die Basis meines Erfolges oder mein Ruin?

Abb. 8: Helmut Hohengartner: "Die Führungskraft ist der "Hirte" des Teams!"

Helmut Hohengartner (Hohengartner OG, Rankweil, Gartenbauberater und Coach) stellte vier Fundamente des Erfolgsgefühls vor, die Unternehmer ihren Mitarbeitern vermitteln sollten:


• Sicherheit und Orientierung sind eine unverzichtbare Basis
• Beziehungen müssen aufgebaut werden und Gefühle sollen wirken dürfen
• So sein dürfen, wie man ist
• Ein Zukunftssinn muss zu erkennen sein


Abb. 8: Helmut Hohengartner: "Die Führungskraft ist der "Hirte" des Teams!"


Ich bilde aus! Zukunftsorientiertes Personalmanagement im Gartenbau

Abb. 9: „Verantwortung abgeben will gelernt sein!“, so Barbara Karger. (Bildquelle: Freimuth)

Nach viel Theorie in den vorangegangenen Vorträgen, war beim Beitrag von Barbara Karger (Psychologie im Unternehmen, Waldbüttelbrunn) die aktive Teilnahme des Plenums zum Thema „Ich bilde aus – zukunftsorientiertes Personalmanagement im Gartenbau“ gefragt. In Kleingruppen wurden die Bereiche „Strategische Auszubildenden-Akquise“, „Auszubildenden-Auswahl“, „Auszubildenden-Motivation“ und „Mitarbeiter-Weiterentwicklung“ diskutiert und gegenseitig Erfahrungen ausgetauscht, um anschließend die wichtigsten Maßnahmen dem Plenum vorzustellen. Die Erarbeitung des Themas “Personalmanagement und Unternehmenskultur – wie kann man Menschen motivieren, sich zu qualifizieren“ stellte eine gelungene Abrundung des Süddeutschen Unternehmertages dar und gab Möglichkeiten für einen regen Austausch im Anschluss an die Veranstaltung.


Abb. 9: „Verantwortung abgeben will gelernt sein!“,
so Barbara Karger. (Bildquelle: Freimuth)

zurück zur Hauptseite Unternehmensführung und Marketing

zurück zur Hauptseite Gartenbau



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Abteilung Gartenbau, Johanna Egerer