Veranstaltungsbericht
Industriegemüsetag 2011

Am 15.12.2011 hatte die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zum Bayerischen Industriegemüsetag in den Sebastian-Englerth-Saal nach Veitshöchheim geladen. Anton Magerl, Präsident der LWG und Reinhard Kindler vom Gartenbauzentrum Bayern Süd-Ost begrüßten 60 Teilnehmer aus Anbau, Forschung, Beratung und Industrie. Dabei kam die Mehrzahl der Besucher aus Bayern. Es konnten jedoch auch Vertreter der Sauerkonservenindustrie aus Baden-Württemberg, Thüringen und Nordrhein-Westfalen begrüßt werden. Diese Kontakte weiter auszubauen, stellt ein Ziel der Veranstalter dar, da die LWG bundesweit das verantwortliche Kompetenzzentrum für (verarbeitetes) Industriegemüse ist.

Organisatoren und Referenten

Bild (von links): Christoph Freitag, Bundesverband der obst-, gemüse und kartoffelverarbeitenden Industrie e.V. (BOGK), Bonn; Franz Wöhrl, Gemüsehof Wöhrl, Ingolstadt; Reinhard Kindler, Gartenbauzentrum Bayern Süd-Ost, Landshut; Oskar Kreß, LWG Veitshöchheim; Stefan Tarnowski, Vorsitzender des Verbandes der Bayerischen Sauerkonservenindustrie; Markus Göttl, Gartenbauzentrum Bayern Süd-Ost, Dienstsitz Landau a.d. Isar; Jörg Lübcke, Brandenburgisches Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung

5,7 Millarden Euro Umsatz

„Marktstellung der Sauerkonservenindustrie – Produkt mit Zukunft“, so lautete das Thema von Christoph Freitag, Geschäftsführer beim Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie e.V. (BOGK). Die meisten Firmen, die Gemüse in Konserven haltbar machen, sind Mitglied beim Bundesverband. Momentan sind es 112 Betriebe mit einer Beschäftigtenzahl von 18 400 und einem Umsatzvolumen von 5.687 Millionen €.
Markus Göttl (Gartenbauzentrum Bayern Süd-Ost, Dienststelle AELF Landau an der Isar) stellte in seinen beiden Vorträgen die Ergebnisse der Sortenversuche für Einlegegurken und Buschbohnen vor.
2011 wurden in Brandenburg erstmals wieder in zwei landwirtschaftlichen Betrieben Sortenversuche zu Einlegegurken durchgeführt. Jörg Lübcke vom Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Brandenburg berichtete über die Versuchsergebnisse.
Dr. Ulrich Busch, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Oberschleißheim, referierte zum Thema Qualitätssicherheit in der Lebensmittelproduktion. Er stellte die Hygieneanforderungen an die Landwirtschaft gemäß den rechtlichen Vorgaben vor. Die hohen Anforderungen an den Produzenten lösten eine größere Diskussion unter den Tagungsteilnehmern aus.
Über seine Erfahrungen mit der maschinellen Ernte von Weißkraut berichtete Landwirt Franz Wöhrl aus Ingolstadt. Bereits seit vielen Jahren erntet er das Kraut mit einer vierreihig arbeitenden Erntemaschine, die speziell nach seinen Wünschen gebaut wurde. Neben dem Fahrer wird Personal am Verleseband benötigt, das mit dem Aussortieren und Putzen beschäftigt ist. Mittels eines Knickelevators werden die Krautköpfe auf einen Hänger geladen. Bei einer kalkulierten Fläche von 40 ha muss mit Erntekosten in Höhe von 1020.- € gerechnet werden.
Die Veranstaltung bot die Möglichkeit sich zu informieren, Kontakte zu pflegen und zu diskutieren. Eine eigene Arbeitsgruppe befasste sich im Anschluss an die Vorträge mit der optischen Erfassung des Längen-Dickenverhältnisses von Einlegegurken.