Veranstaltungsbericht
Industriegemüsetag 2014

Herr Dr. Kolesch begrüßt die Teilnehmer

Herr Dr. Kolesch begrüßt die Teilnehmer

Am 12.01.2015 fand im niederbayrischen Aiterhofen im Gasthaus Karpfinger der Bayerische Industriegemüsetag statt. Die Veranstaltung wurde von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Zusammenarbeit mit dem Gartenbauzentrum Bayern Süd-Ost organisiert.

Dr. Hermann Kolesch (Präsident der LWG) begrüßte fast 100 Fachbesucher aus dem gesamten Bundesgebiet und Österreich, darunter 37 Anbauer aus den Anbaugebieten Spreewald, Thüringer Becken, Heilbronn, Unterfranken und natürlich aus Niederbayern. Namentlich konnte er Heinz-Peter Frehn als Vertreter des Arbeitsausschusses Vertragsgemüse, Christoph Freitag vom Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie e.V. aus Bonn, Josef Apfelbeck jun. als Vorsitzender und Theo Däxl als Geschäftsführer vom Landesverband Bayerischer Feldgemüseanbauer im Bayerischen Bauernverband sowie Stefan Tarnowski als Vorsitzenden der Bayerischen Sauerkonservenindustrie begrüßen. Anwesend waren die Firmenvertreter/innen aus dem Bereichen der Züchtung, der Sauerkonservenindustrie, der Beratung sowie die Vertreter der zuständigen bayerischen Dienststellen und Behörden.
Seit dem 01.01.2015 gilt das neue Mindestlohngesetz (MiLoG). Darauf muss die Gartenbaubranche reagieren. Eine Reaktion könnte eine verstärkte Mechanisierung von Feld- und Erntearbeiten sein. Klaus Eschlböck von der Firma Efko, Österreichs größter Sauerkonservenhersteller, berichtete über erste Erfahrungen zur maschinellen Ernte bei Industriekraut. Das Unternehmen hatte sich für 2014 einen zweireihigen Selbstfahrernter ASA Lift angeschafft. Die gemachten Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr waren durchaus positiv, allerdings sind technische Veränderungen an der Maschine erforderlich. Außerdem werden Sortenalternativen für eine späte Ernte mit einer höheren Pflanzdichte benötigt.

Vortrag Klaus Eschlböck (Maschinelle Ernte von Industriekraut - Erfahrungsbericht Selbstfahrernter) pdf 3,3 MB

Industriegemüsetag 2015 - Der Saal war gut gefülltZoombild vorhanden

Der Saal war gut gefüllt

Brandaktuell ist auch die Thematik der Verwertung von Produktionsabfällen. Jochen Köck von der Straubinger Konserven- und Sauerkrautfabrik GmbH & Co. KG stellte die Situation aus Sicht eines Betroffenen in seinem Vortrag „Verwertung von Produktionsabfällen - ein Situationsbericht“ dar. Immer schärfere Auflagen würden die Produktion am Standort erschweren.

Eine sinnvolle und bezahlbare Verwertung von Abwässern aus der Produktion muss gefunden werden. Eine Möglichkeit wäre beispielhaft die Verwendung des Sauerkrautsaftes in einer Biogasanlage, so wie es im französischen Elsass schon praktiziert würde.
Anschließend referierte zu diesem Thema Hans Maidl (AELF Straubing Fachzentrum L 3.2 Agrarökologie) zu den gesetzlichen Grundlagen. Reste aus der Gemüseverarbeitung sind Düngemittel und unterliegen somit dem Düngerecht. Erntereste aus dem Gemüsebau haben im Regelfall einen wesentlichen Gehalt an verfügbarem Stickstoff (>10% am Gesamt-N). Das bedeutet, dass beispielsweise für Dünger mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff künftig neue längere Sperrfristen gelten werden. Lösungen für die Zwischenlagerung, die Verwertung in Biogasanlagen oder die Aufkonzentration flüssiger Abfälle (siehe z.B. Kartoffelfruchtwasserkonzentration) sind für die Sperrfristen zu finden.

Vortrag Hans Ottmar Maidl (Ausbringung von Resten aus der Gemüseaufbereitung und der Verarbeitungsindustrie – was regeln die Düngegesetze) pdf 205 KB

Herr Tarnowski v. Bayer. Sauerkonservenverband bedankt sich bei Fr. Kabba für die gute ZusammenarbeitZoombild vorhanden

Herr Tarnowski bedankt sich bei Frau Kabba

Monika Kabba von der Hochschule Weihenstephan stellte in gewohnter Weise die Ergebnisse der sensorischen Sortenprüfung der Einlegegurken vor.

Da Frau Kabba in Kürze in ihren wohlverdienten Ruhestand geht, bedankte sich Herrn Tarnowski vom Bayerischen Sauerkonservenverband bei ihr im Namen aller Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und überreichte einen Blumenstrauß.

Vortrag Monika Kabba (Sensorikergebnisse von Einlegegurken aus den Anbaujahren 2013/14)

Erstmals wurde der Industriegemüsetag mit der Straubinger Vortragsreihe gekoppelt. Die pflanzenbaulichen Ergebnisse der Sortenversuche wurden diesmal im Rahmen dieser Vortragsreihe durch Frau Gleißner und Herrn Göttl präsentiert.
Zu dieser Neukonzeption des Industriegemüsetages wurde ein Fragebogen ausgegeben. Die Auswertung der Fragebogen ergab ein überwiegend positives Feedback.
Am Ende des Industriegemüsetages stellte Herr Schulz die Internetplattform www.lwg-industriegemuese.de vor. Ziel dieser Plattform ist es, ein Podium der Information, Diskussion und eines deutschlandweiten Gedankenaustausches im Bereich Industriegemüse (Einlegegurken und Industriekraut) zu schaffen. Weiterhin bietet die Plattform die Möglichkeit der Bildung von „geschlossenen“ Nutzergruppen zu aktuellen Themen wie Bewässerung, Sensorik etc..

Vortrag Martin Schulz (Vorstellung der Internetplattform www.lwg-Industriegemüse.de) pdf 929 KB

Referenten und Organisatoren von links nach rechts: Reinhard Kindler, Markus Göttl, Monika Kabba, Hans Ottmar Maidl, Jochen Köck, Klaus Eschlböck, Martin Schulz, Dr. Hermann Kolesch, Oskar Kress, Daniela Gleißner

Referenten und Organisatoren von links nach rechts: Reinhard Kindler, Markus Göttl, Monika Kabba, Hans Ottmar Maidl, Jochen Köck, Klaus Eschlböck, Martin Schulz, Dr. Hermann Kolesch, Oskar Kress, Daniela Gleißner