Pflanzenportrait
Nashi, die Asienbirne: eine Naschfrucht (Pyrus pyrifolia)

Nashi 'Nijiseiki'
Schon seit vielen Jahren finden wir Nashi auf Obstmärkten, im Fruchthandel und in Spezialsortimenten von Obst- und Endverkaufsbaumschulen. Dennoch steht die fälschlicherweise manchmal auch als „Apfelbirne“ bezeichnete Nashi im Schatten der Europäerbirne, mit der sie sehr viele Eigenschaften gemein hat und wie diese auch kultiviert werden kann.
Herkunft
Zentral- bis Südostchina, Korea; viele Kultursorten in Japan gezüchtet.
Wuchs
auf Sämlingsunterlage Kirchensaller Mostbirne fast ähnlich stark wie Birne; auf Quitten-Unterlagen mit Spindelerziehung kann der Baum auf gewünschte Höhe (2,50 bis 3,50 m) begrenzt werden.
Blüte
zum Teil selbstfruchtbar. Befruchtung sichern durch eine weitere Nashisorte; möglich auch Birnensorten wie 'Williams Christ', 'Conference'. Die sehr frühe, reiche Blüte bedeutet einen hohen Zierwert; birgt aber auch die Gefahr von Blütenfrösten. Für regelmäßige Erträge Frostlagen meiden oder Spalier an Hauswand vorsehen. Bei reichem Behang sollten überzählige Jungfrüchte bereits im Juni ausgedünnt werden, was den Baum entlastet und die Fruchtqualität verbessert.
Frucht
fast kugelrund, apfelförmig mit jeweils trichterförmiger Stiel- (tief) und Kelchgrube (flach). Schale glatt bis rau/berostet, gelbgrün bis bronzefarben mit deutlich sichtbaren Lentizellen (Schalenpunkten). Fleisch weiß, fest, saftig, schmelzend; sehr süß, wenig Säure; mit ± ausgeprägtem Melonen-, jedoch fehlendem „Birnenaroma“. Nashis wirken v.a. bei Überreife sehr parfümiert (bis hin zu penetrantem Fremdgeschmack). Um Geschmack und Aroma zu verbessern, wurden Kreuzungen von Europäer- und Asienbirnen durchgeführt. (u.a.: 'Benita')
Reifezeit
je nach Sorte Anfang bis Ende September wenn die Grundfarbe deutlich heller wird. Knapp reif geerntete Früchte lassen sich länger im "Normallager" aufbewahren (ca. sechs bis zehn Wochen) als voll reife Asienbirnen.
Sorten
in Europa sind relativ wenige vertreten. Die bekanntesten sind u.a. die apfelförmigen 'Kosui' (gelbbraun bis bronze), 'Hosui' (ocker bis bronze), 'Shinseiki' (gelb), 'Nijisseiki' (grünlich bis gelb), 'Chojuro' (bronzefarben), 'Kumoi' (gelb bis bräunlich). Diese apfelförmigen sind den eher birnenförmigen, grünlich bis gelben, eher fade schmeckenden Sorten (meist aus China) vorzuziehen.
Shinseiki, eine der besten Nashis

'Shinseiki'

'Nijiseiki'

'Nijisseiki'

Chojoro, groß, berostet, bronzefarben, saftig, süß, parfümiert

'Chojuro'

'Benita'®, eine schweizer Kreuzung aus Asien- und Europäerbirne, reift bereits im August, ist geschmacklich reinen Nashi-Sorten überlegen, fällt aber im Vergleich zur etwa gleichzeitig reifenden Birne 'Williams Christ' ab. Neuere Nashi-Sorten aus Asien und Neuseeland bzw. weitere Artenkreuzungen sollen zu einem Durchbruch in der Beliebtheit bei europäischen Verbrauchern führen.
Schaderreger
Analog den Birnen; u.a.: Feuerbrand, Schorf, Birnblattsauger, Blattläuse, Birnengitterrost. Hier konnte z.B. bei einigen 'Kumoi'-Sämlingen beobachtet werden, dass sie weniger stark die orangefarbenen Flecken bekamen und dass sie keine Zäpfchen blattunterseits ausgebildet hatten, d.h. keine Sporulation zu Wacholderarten erfolgte. Wespen und Vögel fügen große Frassschäden zu, die bei kleinkronigen Bäumen oder Wandspalieren durch Schutznetze abgewehrt werden können.
Wespen bei Nashis

Wespen bei Nashis

Verwendung
als Tafelfrucht, Bestandteil von Obstsalaten, Käse- und Schinkenbuffets (als Ersatz für Melone). Auf Grund ihres geringen Eigengeschmackes sollten Nashis mit anderen Früchten zu Kompott, Saft/Gelee verarbeitet werden.