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Die "Top - Ten der Obstsorten für den Hausgarten"

Aktualisiert: November 2008


Frust durch krankheitsbefallenes, nicht genießbares Obst aufgrund falscher Sortenwahl kann dazu führen, dass viele Hobbygärtner keine Obstgehölze mehr pflanzen wollen. Dies muss nicht sein – jedoch Aufklärung betrieben werden.

Die Vielzahl der angebotenen Obstsorten erschwert es dem Privatgärtner, die richtige Auswahl zu treffen. Dabei hat die Sortenwahl stärkere Bedeutung gewonnen, seitdem das Pflanzenschutzgesetz 2001 auch für den Haus- und Kleingarten starke Einschränkungen mit sich brachte. Viele liebgewonnene Pflanzenschutzmittel dürfen heute nicht mehr bzw. nur bei bestimmten Kulturen eingesetzt werden. Somit kommt den robusten Sorten noch größere Bedeutung zu, um erfolgreich und ohne größere Probleme Obst im eigenen Garten anbauen zu können.

An diesen zentralen Punkten sollte die Fachkompetenz der Baumschulen bzw. Gartenfachcenter ansetzen: Mit neuen, innovativen und zugleich problemlösenden Sorten gegenüber no-name- (Billig-) Sorten branchenfremder Anbieter.

Gerade weil Innovationen (u. a. durch Lizenzgebühren) höher als herkömmliche Sorten im Preis liegen, ist es unverzichtbar, deren Vorteile zu kommunizieren. Am Ende und über einen langen Anbauzeitraum sind sie sogar sparsamer als empfindliche Sorten, da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln stark reduziert werden oder gar entfallen kann. Außerdem sind die Erträge meist sicherer und gleichmäßiger bei gleichzeitig guten Qualitätseigenschaften. Das Motto kehrt sich um in "Gesundes Obst von gesunden Gehölzen". Das sensibilisiert sehr viele Menschen. Schwimmen Sie also mit auf der derzeitigen Gesundheitswelle! Nehmen Sie diese Sorten auf, zeigen Sie sie, bewerben Sie sie offensiv als Exklusivsortiment, das auch einen höheren Preis rechtfertigt.

Möglichkeiten der Bewerbung

Als Premiumprodukte müssen diese Sorten hervorgehoben und verstärkt beworben werden, sowohl verbal ("unsere Exklusiv- oder Premiumsorten", unsere "Top Ten", "besondere Empfehlung" oder ähnliches) als auch durch einen speziellen Platz im Verkaufsgelände. Die Vorteile der Sorten sollten in einer Übersicht und einem Flyer beschrieben werden.

Von großem Nutzen ist ein Schaugarten, in dem diese Sorten aufgepflanzt sind und ganzjährig gezeigt werden können. Dies wird den Kunden am besten überzeugen, wenn er Behang, Fruchtqualität und Robustheit der Gehölze sehen kann. Früchte wichtiger Sorten und Arten können im Kassenbereich verkauft werden, sodass sich z. B. 'Topaz', 'Hanita', 'Muscat bleu' & Co. als geschmackliche Highlights beim Kunden etablieren mit dem Wunsch, so einen Baum auch pflanzen zu wollen. Fruchtige "Give-aways" an Kinder können ebenfalls die Nachfrage steigern helfen wie Geschenkgutscheine.

Gezielte Aktionstage mit dem Schwerpunkt oder Einbeziehung von Obst sind unverzichtbar, um Neuheiten und deren Vorteile zu kommunizieren. An einem Sortenstand sollten obstbaulich kompetente Fachleute beraten, informieren und/oder Fachvorträge zu gewissen Zeiten halten. Einige Betriebe praktizieren dies auf vorbildliche Art und Weise. Neben betriebsindividuellen Veranstaltungen stellte die in Bayern landesweit von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau koordinierte Aktion "Treffpunkt Baumschule – Schauen wo es wächst" nach 1997 nun 2005 zum zweiten Mal den Schwerpunkt Obst heraus. 2005 waren es die "Top Ten" der Obstgehölze. Durch die Gemeinschaftsaktion, an der neben 35 bayerischen auch einige Baumschulen anderer Landesverbände teilnahmen, konnte die Öffentlichkeitsarbeit optimiert werden. In den Septemberausgaben wichtiger Zeitschriften des Freizeitgartenbaues und Obstbeiträgen im Fernsehen (Querbeet, Unser Land/Bayern 3) wurde neben fachlicher Hintergrundinformation auf die Aktion hingewiesen. Die beteiligten Betriebe bewarben in Lokalzeitungen mit ihren individuellen Programmen.

Fazit:

Obstgehölze sind nach wie vor "in" und können durch die richtige Sortenwahl erfolgreich angebaut werden. Als wichtige Artikel können sie gerade im Herbst- und Frühjahrsgeschäft – den traditionellen Pflanzzeiten – Kunden in die Baumschulen bzw. Gartenfachcenter locken, was den Verkauf weiterer Artikel fördert.

Problemlose Spezialsorten, die jedoch offensiv beworben werden müssen, stellen die Fachkompetenz der Betriebe heraus. Zufriedene Kunden halten diesen die Treue und können über Mundpropaganda neue Kundenkreise erschließen helfen. Beispiele für einen Aufschwung im Absatz sind einzelne Sorten, z. B. Apfel 'Topaz', oder aber die neue Generation Tafeltrauben, welche qualitativ eine deutliche Verbesserung gegenüber den früher üblichen Rebsorten darstellt. Denkbar sind auch Zuwächse bei Himbeeren und Aprikosen, die - vollreif gepflückt - ein hohes Geschmackspotential besitzen.


Schwerpunkt Kern- und Steinobst

Schwerpunkt Beerenobst



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Abteilung Gartenbau, Sachgebiet Obstbau und Baumschulen