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Kräuselkrankheit: Befall an allen Pfirsichsorten

Schadsymptome an Blättern
Früchte der weißfleischigen Pfirsichsorte 'Benedicte'

Foto links:
Kräuselkrankheit: Symptome im Mai

Foto rechts:
Die weißfleischige 'Benedicte' bringt qualitativ gute Früchte.

In vielen und vor allem älteren Fachbüchern steht zu lesen, dass gelbfleischige Pfirsichsorten stark von der gefürchteten Kräuselkrankheit befallen werden, rot- und weißfleischige hingegen kaum oder in tolerierbarem Maße. Für Empfehlungen im Hobbybereich – aber auch für den Bioanbau und extensiveren Erwerbsanbau – sollte diese unterschiedliche Befallsstärke überprüft werden.
Im Obstbauversuchsgelände Stutel der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Würzburg/Veitshöchheim wurden ab Dezember 1997 (mit Ergänzungspflanzungen) nur weiß- und rotfleischige Pfirsich- und Nektarinensorten in einer Sortendemonstration aufgepflanzt, da sie ohne Einsatz von Fungiziden kultiviert werden sollten (pro Sorte 2 Bäume, Unterlagen: St. Julien A und/oder Julior, vereinzelt Kondo; Spindelerziehung, Baumabstand 4 m x 3 m). Einige ältere gelbfleischige Pfirsichsorten konnten als Vergleich herangezogen werden.
Schnell stellte sich Befall mit der Kräuselkrankheit ein. Dessen Intensität nahm ab dem 3. Standjahr (1999) stark zu.
Angaben dazu können Sie der folgenden pdf-Datei entnehmen.

Kräuselkrankheitsbefall verschiedener Pfirsich- und Nektarinensorten, ohne Fungizideinsatz  PDF-Dokument Standort Stutel der LWG Veitshöchheim

links vorne mit Kräuselkrankheit befallene Bäume, rechts im Hintergrund regenerierte Bäume
mit Kräuselkrankheit befallene Bäume der Sorte 'Roter Ellerstädter'

Foto links:
Links vorne: Taphrina zeigt sich bei 'Fidelia' sehr stark. Dagegen regeneriert 'Benedicte' (dahinter) Anfang Juni sehr gut nach anfänglich tolerierbarem Ausgangsbefall.

Foto rechts:
Auch die als robust geltende Sorte 'Roter Ellerstädter' wird stark befallen.

Konsequenz dieses mehrjährigen Vergleichs:

  • Weiß- und rotfleischige Pfirsiche und Nektarinen werden bis auf 'Revita' und 'Benedicte’ genauso stark befallen wie gelbfleischige.
  • Die als robust geltende 'Revita' wird ebenfalls mittelstark befallen.
  • Selbst im extensiven Erwerbsanbau und im Bioanbau kann auf Fungizidbehandlung(en) nicht verzichtet werden. Somit können auch die geschmacklich meist besseren gelbfleischigen Sorten zum Anbau kommen.
  • Im Bioanbau sollten aufgrund der Kupferproblematik durchaus die etwas geringer anfälligen 'Benedicte' (gutes Regenerationsvermögen; positive Fruchtqualität) und 'Revita' (Nachteil: mittlere Fruchtqualität) mit einbezogen werden.
  • Für Haus- und Kleingarten kann vorerst nur 'Revita' und aufgrund des besseren Regenerationsvermögens zum Sommer hin 'Benedicte' empfohlen werden, da derzeit keine Fungizide gegen die Kräuselkrankheit eingesetzt werden dürfen.
  • Bei einem starken Befall über mehrere Jahre nimmt die Baumgesundheit rapide ab. Absterbeerscheinungen einzelner Äste sind zu verzeichnen.


Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Abteilung Gartenbau, Sachgebiet Obstbau und Baumschulen