Nachbericht
Erdbeertag 2018 - Sommer, Sonne, Erdbeeren!

Teilnehmer des Erdbeertages stehen an einem Tisch unter einem Schirm und verkosten Erdbeeren
Trotz der hohen Temperaturen und dem schönen Wetter haben sich am 12. Juni 2018 wieder über 35 Erdbeeranbauer und Branchenkenner zum jährlichen Erdbeertag am Versuchsbetrieb in Bamberg eingefunden. Im Fokus stand auch in diesem Jahr wieder das LWG-Projekt, das sich mit dem Nachbau von Erdbeeren auf bodenmüden Standorten beschäftigt. Dabei sollen an drei Standorten in Bayern Behandlungsstrategien für den konventionell-integrierten und den ökologischen Erdbeeranbau erarbeitet werden. Zunächst wurden die Ergebnisse der letzten Jahre (2016/17) be-sprochen, gefolgt von einer Feldbegehung mit anschließender Erdbeerverkostung.

Phosphonat gegen die Bodenmüdigkeit

Im Zuge des Theorieteils stellte Alexander Zimmermann (LWG Veitshöchheim) die Ergebnisse der beiden konventionellen Versuche vor (Standort Praxisbetrieb Bergtheim und Lehr und Beispielsbe-trieb Deutenkofen). Sein Fazit nach zweijähriger Forschung lautete, dass das Mittel Phosfik für die Anbauer eine interessante Möglichkeit darstellt, um der Bodenmüdigkeit entgegenzutreten. Dies äußerte sich nicht nur durch einen höheren Ertrag, sondern auch durch eine verbesserte Fruchtqua-lität. Gemäß den bisherigen Erfahrungen sollte das Mittel über die Tropfbewässerung appliziert werden. Das Tauchen der Jungpflanzen in Phosfik, in Kombination mit einer Bandspritzung, wurde ebenfalls getestet, allerdings schnitt diese Variante etwas schlechter als die fertigierte Variante ab. Zusätzlich wurden zwei Varianten getestet, bei denen spezielles Substrat vor der Pflanzung im Pflanzstreifen eingefräst, bzw. in eine 15 cm tiefe Pflanzrinne gefüllt wurde. Dadurch konnte zwar der Ertrag im ersten Erntejahr deutlich gesteigert werden, allerdings sind solche Maßnahmen mit Betriebskosten von über 11.000 Euro/ha für die praktische Umsetzung zu teuer. Zudem war der Ertragsvorsprung im zweiten Erntejahr bereits rückläufig.

Heilender Kompost

Am Gemüsebauversuchsbetrieb in Bamberg sucht Tino Hedrich (LWG Bamberg) derzeit nach einer Behandlungsmöglichkeit für den ökologischen Erdbeeranbau. Im Fokus stehen dabei zwei pflan-zenstärkende Mikroorganismen-Präparate (RhizoVital 42 und Tmix Plus). Ergänzt wurde der Versuch durch zwei Varianten, bei denen der Boden durch das Ausbringen von betriebseigener Kleegrassilage bzw. Grüngutkompost aufgewertet werden sollte. Bei der Vorstellung der Ergebnisse wurde allerdings deutlich, dass keine Behandlungsmaßnahme die Bodenmüdigkeit erfolgreich reduzieren konnte. Lediglich bei der Kompostvariante konnte ein leichter Ertragsvorsprung beobachtet werden, der aber in den ersten beiden Versuchsjahren nicht signifikant war.

Erdbeeren im geschützten Anbau

Der Anbau von Erdbeeren im Wandertunnel nimmt immer stärker zu, da die Ernte bis zu vier Wochen früher beginnt und so höhere Preise am Markt erzielt werden können. Zudem kann eine Qualitäts- sowie Ertragssteigerung erreicht werden. In diesem Jahr wurden an der LWG erstmals Erfahrungen mit diesem Produktionsverfahren gesammelt. In einem Exaktversuch wurden sechs neuere Erdbeersorten auf ihr Ertragspotenzial getestet und mit der Standsorte 'Clery' ver-glichen. Der Versuch erfolgte unter ökologischen Anbaubedingungen. Am Erdbeertag selbst wurden kurz die ersten Eindrücke bezüglich der Sorten präsentiert. Überzeugten konnte insbesondere die Frühsorte 'Premy' (CIV, IT) mit einem hohen Ertrag, in Kombination mit einer sehr guten Fruchtqua-lität. Auch die britische Züchtung 'Malling Centenary' (East Malling, GB) konnte bezüglich Ertrag und Qualität punkten, allerdings neigte diese Sorte dem ersten Eindruck nach vermehrt zu Sonnenbrand und Erdbeermehltau. Durch den Anbau unter Folien konnte bereits Ende April mit der Ernte begonnen werden.

Auf den Geschmack gekommen

Bei der anschließenden Feldbegehung konnten die Teilnehmer das Resultat der Bodenmüdigkeit am Versuchsstandort in Bamberg begutachten. Dieses äußerte sich in erster Linie durch kranke und abgestorbene Pflanzen, ausgelöst durch den bodenbürtigen Schadpilz Fusarium redolens. Im Randbereich des Versuchs wurden zudem zu Demonstrationszwecken verschiedene Sorten aufge-pflanzt. Aufgrund der lang anhaltenden Hitzeperiode im Frühjahr 2018 konnte in Bamberg ca. zehn Tage früher als üblich mit der Ernte begonnen werden. Die Ernte der Frühsorten war am Erdbeertag weitestgehend abgeschlossen, das Sortiment für die Verkostung war daher begrenzt. Bewertet wurde neben dem Geschmack auch der optische Eindruck der Sorten. Das genaue Ergebnis kann aus der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Ergbenisse der Verksotung (Geschmack und optischer Eindruck)
Nr. Sorte Herkunft Optik (Schulnoten)
Geschmack (Schulnoten) Wieder kaufen: JA (%) Wieder kaufen: NEIN (%)
1 Faith Bergtheim 2,2 2,7 75,0 25,0
2 Sonata Bergtheim 2,9 2,5 71,4 28,6
3 Renaissance Bergtheim 3,4 3,2 50,0 50,0
4 Elsanta Bergtheim 2,7 3,6 28,6 71,4
5 Elsanta Bamberg 3,0 3,1 51,3 48,7
6 Malling Pandora Praxisbetrieb 2,1 4,2 13,3 86,7

Fortsetzung folgt

Nach beiden Erntejahren 2016 und 2017 wurden die Bestände an allen drei Standorten gerodet und neue Pflanzen der Sorte 'Elsanta' auf dieselben Flächen gepflanzt, sowie neue Randsorten zur Sichtung. Auch die Varianten blieben gleich, da vor allem auf der biologisch bewirtschafteten Fläche Präparate eingesetzt wurden, die ihre eventuelle Wirkung erst nach mehreren Jahren deutlich zeigen. Es bleibt also spannend.