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Pflegeleichte Fruchtexoten für den Gemüsegarten


In vielen ländlichen Gärten finden sich leuchtend orangerot gefärbte Lampionblumen (Physalis alkekengi v. franchetii) als winterharte Zierstauden. Kaum bekannt sind ihre schmackhaften Verwandten. Sie lassen sich so leicht pflegen wie Tomaten.

Andenbeeren für Naschkatzen

Andenbeeren-Pflanze mit orangefarbenen Früchten

Noch am bekanntesten sind Andenbeeren (Physalis peruviana edulis). Jedes gut sortierte Lebensmittelgeschäft bietet sie in kleinen Gitterkörbchen an. Die orangegelben Früchte sind nicht zu sehen, sie stecken in ihrer pergamentfarbenen Lampionhülle. Zu edlen Nachspeisen in der guten Gastronomie gehört oft eine halb geöffnete Frucht als krönende Zierde. Ihr Geschmack erinnert an Stachelbeeren, daher wird sie auch Kapstachelbeere genannt. Manche mögen den säuerlichen Geschmack nicht, andere sind ganz begeistert von der fruchtigen Note. Für sie lohnt sich der Anbau im eigenen Garten, zumal die Früchte im Handel nicht ganz billig sind.

Leider setzen die Pflanzen oft erst im September Früchte an. Sie sind reif, wenn sie sich leicht pflücken lassen.
Wer im nächsten Jahr bereits ab Ende Juli bei jedem Gang in den Garten eine Frucht naschen möchte, sollte die Pflanzen vor dem ersten Frost kräftig zurückschneiden, in große Kübel eintopfen und zusammen mit Fuchsien und Engelstrompeten überwintern. Ein Teil der Fruchtansätze lässt sich an den abgeschnittenen Trieben nachreifen. Die überwinterten Ballen kommen ab Mitte Mai wieder in den Garten.

Im frostfreien Gewächshaus oder im nicht zu warmen Wintergarten können Andenbeeren, die im Boden wurzeln oder die bereits im Sommer in einen Kübel gepflanzt wurden, den ganzen Winter über beerntet werden, wenn auch die Entwicklung während der dunkelsten Wochen extrem langsam abläuft. Im Gewächshaus muss die Pflanze im Sommer regelmäßig kräftig ausgelichtet werden, weil sich sonst im üppigen Triebgewirr kaum Früchte ansetzen. Probleme treten kaum auf, lediglich die Weiße Fliege kann lästig werden.

In ihrer natürlichen Pergamentverpackung halten die Früchte mehrere Wochen lang. Größere Mengen lassen sich zu Marmelade verarbeiten. Die Pflanzen sind gesund, es gibt keinerlei Probleme, wichtig ist lediglich eine gute Düngung.

Tomatillo, die "grüne Tomate" Mexikos

Tomatillo-Pflanze mit Früchten

Ebenso problemlos wachsen im Garten Tomatillo (Physalis ixocarpa). Die größeren Beeren sprengen schon frühzeitig ihre Umhüllung (Saatgutbezug: Bohl). Es gibt eine Sorte ('Gelbe Süße'), die roh genießbar ist, allerdings hält sich das Vergnügen (nach meiner Meinung) in Grenzen. Mehr zu empfehlen sind die großfruchtige 'Purple di Milpa' (auberginfarben) und 'Große Grüne' mit 5-7 cm Durchmesser. Diese ertragreichen Sorten geben gemischten Suppen, Soßen und Eintöpfen einen wunderbar säuerlich fruchtigen Geschmack und gehören unbedingt zur mexikanischen Salsa. Weil die Früchte nur kleine Samen eingebettet in festes Fruchtfleisch in sich bergen, werden sie beim Essen kaum bemerkt. Die Pflanzen wachsen weit ausladend und sollten mit einigen Stäben gestützt werden.

Klein, aber fein: Ananaskirschen

Ein Hauch von Ananasduft umweht den Gartenbesucher beim Auspacken und Naschen der Ananaskirsche (Physalis pruinosa). Die Früchte sind wie bei der Andenbeere vollständig von einer trockenen Hülle umgeben, aber nur so groß wie Jostabeeren und gelbgrün gefärbt. Bereits wenige Beeren bringen eine überraschend fruchtige Note in bunte Salate. Auf bunten Platten werden die zumeist unbekannten zierlichen "Hingucker" schnell herausgepickt.

Bereits ab Juli und bis zum Frost reifen die Früchte an den bis 80 cm hohen Pflanzen. Vollständig ausgereifte Beeren fallen ab und werden einfach aufgelesen. Ein Mulchvlies oder Papier verhindert, dass die zarten Fruchthüllen verschmutzen.

Anzucht und Pflege von allen drei Arten ist genau gleich wie bei Tomaten. Jeweils zwei Reihen kommen auf ein Gartenbeet. Der Abstand in der Reihe beträgt 50 cm, bei der Ananaskirsche genügen 30 cm. Ganz wichtig für einen guten Erfolg sind wie bei Tomaten reichliche Wassergaben und eine dem Wachstum entsprechende Nährstoffversorgung.

Bezugsquellen:

  1. Dreschflegel-Versand
    Postfach 1213, 37202 Witzenhausen
    Fax 05422/502758, Tel. 05422/502744
    www.dreschflegel-saatgut.de
    (Andenbeere und Tomatillo 'Purple')
  2. Monika Gehlsen Nutzpflanzenspezialitäten
    Willi Dolgner Str. 17, 06118 Halle (Saale)
    (Katalog anfordern gegen 2,50 € in Briefmarken)
    oder im Internet bei Google "Monika Gehlsen Nutzpflanzenspezialitäten" eingeben, an zweiter Stelle bei Thargor's Homepage klicken, dann bei "Monika Gehlsen"
    (Ananaskirsche, Andenbeere, Tomatillo)
  3. Pr. Samenarchiv G. Bohl, Adresse: Susanne Kunstmann, Oberfichtenmühle 2, 91126 Rednitzhembach
    (Alle Anfragen schriftlich mit Rückantwortkuvert und 1,44 € in Briefmarken, zusätzlich 0,80 € je Sorte in Briefmarken oder Geld beilegen)
    (Tomatillo vier Sorten, Andenbeeren, Ananaskirsche)
  4. Rühlemann's Kräuter und Duftpflanzen
    Auf dem Berg 2, 27367 Horstedt
    Tel. 04288/928558 (vormittags), Fax 04288/928559
    www.ruehlemanns.de
    (Andenbeere und Tomatillo)


Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Abteilung Gartenbau, Sachgebier Ökologischer Landbau, M. Scheu-Helgert