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Versuchserfahrungen aus dem biologischen Anbau

Im Gemüsebauversuchsbetrieb Bamberg der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau wird seit 2001 ökologisch nach EU–Verordnung gewirtschaftet. In praxisnahen Versuchsanstellungen werden Lösungsansätze für Probleme aus der Praxis gesucht. Viele Versuchspläne entstehen direkt aufgrund von Anfragen aus der gemüsebaulichen Praxis und der Beratung des ökologischen Gartenbaues. Und viele Dinge, die für den ökologisch wirtschaftenden Gemüsebaubetrieb ein drängendes fachliches Problem darstellen, sind auch für den kontrolliert integriert wirtschaftenden Betrieb von Interesse, ebenso für den ländlichen Hausgarten.

Kopfsalat

Kopfsalat kraus

Ein fester Bestandteil des jährlichen Versuchsprogramms ist die Prüfung aktueller Kopfsalatsorten für den Anbau im Frühjahr, Sommer und Herbst. Im Frühjahr muss der Salat mit niedrigen Bodentemperaturen zurecht kommen, erlebt häufig noch Nächte mit leichten Minusgraden, und im Jahr 2003 war auch der Befall mit Blattläusen bereits im Frühjahr ein Problem.

Die sehr frühen Pflanzungen Anfang März ins Frühbeet oder im Kleingewächshaus haben noch keine Pflanzenschutzprobleme. Wird schon Anfang März ins Freiland gepflanzt, muss mit zwei Vliesschichten abgedeckt werden, um den kühlen Nächten zu trotzen. Die Pflanzungen ab Mitte April kommen dann ohne Abdeckung aus, haben aber in warmen Jahren bereits mit Zuflug von Blattläusen zu kämpfen.

Das Bedecken mit Vlies jetzt einfach in die wärmere Jahreszeit hinein zur Abwehr von Läusen fortzusetzen, führt leider nicht zum Erfolg. Ein Bedeckungsversuch im Jahr 2002 hat gezeigt, dass der Kopfsalat bei der höheren Temperatur unter dem Vlies zu 91% Schosser ausbildet, noch bevor eine Kopfbildung erfolgt wäre. Das Insektenschutznetz Rantai K, das auf Kohlkulturen hervorragend ganzjährig gegen Kohlfliege, alle Raupenarten und auch Weiße Fliege eingesetzt werden kann, führt auf Salat trotz des besseren Luftwechsels noch zu 65% Schossern. Es findet nur eine sehr mangelhafte Kopfbildung statt, die Pflanzen bleiben locker und sehr leicht.

Ein Abdecken der Salate kommt also nur zur Verfrühung und zum Schutz vor Kälte zu Beginn der Gartensaison in Frage. Anstelle von zwei Schichten Verfrühungsvlies (17g/m²) ist es auch möglich, auf eine Schicht Vlies eine Schicht gelochte oder geschlitzte Folie zu legen. Treten ab Ende März dann bereits für einige Tage höhere Temperaturen auf, sollte die Folie abgenommen und nur das Vlies belassen werden.

Wer Blattläuse im Kopfsalat vermeiden will, für den ist es sinnvoll, zu Sorten zu greifen, die eine Resistenz gegen die Rote Johannisbeerblattlaus (Nasonovia ribisnigri) besitzen. Diese große rote Blattlausart stellt den Hauptanteil an Tierchen bei mit Läusen befallenem Salat. Die Sorten 'Estelle', 'Autan' und 'Ponchito' sind resistent gegen diese Blattläuse und überzeugten in unseren Sortenversuchen in den Jahren 2002 und 2003. Estelle kann auch in hausgartengerechten Portionen bezogen werden (1).

Kopfsalat

Lässt mit Herbstbeginn der Blattlausdruck nach, so macht sich häufig mit zunehmend kühleren Temperaturen Taubildung in den Morgenstunden und mit mehr Regen der Falsche Mehltau im Kopfsalat breit. Auf den Blattoberseiten sieht man zunächst nur einzelne gelbe Flecken, eckig durch die Blattadern begrenzt. Auf den Unterseiten der Blätter kann man frühmorgens lilagraue Pilzsporen erkennen. Bleibt das Wetter feucht und kühl, so breitet sich der Pilz rasant aus und innerhalb weniger Tage ist der Salat vollkommen unbrauchbar.

Im Herbst 2002 wurde eine Reihe von Pflanzenstärkungsmitteln auf ihre Fähigkeit geprüft, den Falschen Mehltau zu vermindern. Angebaut wurde eine Sorte, die nicht gegen alle aktuell auftretenden Rassen des Pilzes resistent ist. Magermilch, zu 50% mit Wasser verdünnt wurde wöchentlich angewendet, ebenso Steinhauers Mehltauschreck 0,5% mit 0,25% Naturen (Rapsöl) gemischt, Vicare 1l/ha, ElotVis 0,5% und Hornkieselpräparat. Im kühlen und feuchten Herbst 2002 konnte keines dieser Mittel den Befall eindämmen. Ein zeitgleich gepflanzter Sortenversuch mit Kopfsalatsorten, denen züchterisch eine Resistenz gegen alle zur Zeit bekannten und auftretenden Rassen des Falschen Mehltaues mitgegeben ist, konnte zu 90% beerntet werden.

Sowohl beim Blattlaus- als auch beim Falscher Mehltau-Problem kann also die Sortenwahl helfen, sicher zu einem Ertrag zu kommen. Leider ist die bewusste und sinnvolle Sortenwahl oft mit dem Aufwand verbunden, sich selbst mit der Anzucht der Jungpflanzen zu befassen. Kritiker der modernen Sorten mit möglichst vielen Resistenzen gegen Pilz und Laus merken an, dass sich der Züchtungsfortschritt auch im Geschmack niederschlägt. Die Blätter sind fester als bei älteren Sorten, häufig dunkler in der Farbe und der Salat hat einen etwas herberen Eigengeschmack.

Eine interessante Sorte aus dem Bereich der ökologischen Züchtung ist 'Briweri' (2). 'Briweri' hat keinerlei Resistenzen aufzuweisen, blieb aber dennoch im Herbst 2002 im Sortenversuch unter ungünstigen Bedingungen gesund. Die Sorte bildet schöne kleine Köpfe, eine ideale Größe für den Verzehr in einer kleinen Familie. Anstatt der sonst üblichen Abstände von 30 x 30cm im Salatbeet kann dieser Salat im Abstand von 20 bis 25 x 25cm gepflanzt werden. Die gute allgemeine Widerstandkraft gegen Krankheiten (Feldresistenz) führte zu einer Aberntung von 93% bei einer Pflanzung am 27.8.2002. Im Sommer schosst die Sorte sehr schnell zu 100%, sie ist nur für sehr frühe Pflanzung im Frühjahr und die letzte Pflanzung im Herbst geeignet.

Möhren

Möhren im Beet

Möhren sind ebenso unverzichtbar – im Biobetrieb wie im ländlichen Hausgarten. Eine erste kleine Aussaat empfiehlt sich schon ins Frühbeet zwischen die ersten Salatköpfe als Lieferant von jungen Möhrchen als gesundes Pausenbrot oder als Würze für Suppen und Soßen.

Für den Hauptbedarf sollte man nicht vor Anfang Juni aussäen, zur Ernte im Oktober. Hier ist der Einsatz eines Kulturschutznetzes (3) sinnvoll, um die Möhrenfliegen abzuhalten. Madige Möhren verursachen viel Putzarbeit, die Rüben können auch nicht mehr eingelagert werden, sie würden sehr schnell verfaulen. Das Netz verhindert die Eiablage der Fliegen an den Wurzelhälsen. Ist das Netz ordentlich randdicht verlegt, so ist das eine sichere Möglichkeit, die Kultur zu schützen, wesentlich effektiver als eine Mischkultur mit Zwiebeln, die auch häufig empfohlen wird.

Gelbe Rüben werden oft roh gegessen, also ist der angenehme süße Geschmack von größter Bedeutung. Die Vermutung, samenfeste Sorten würden besser und aromatischer schmecken als Hybridsorten, wird immer wieder geäußert und sollte in einem Sortenversuch im Jahr 2002 überprüft werden. Zehn Hybridsorten und zwei samenfeste Möhrensorten wurden im Bamberger Versuchsbetrieb Anfang Juni ausgesät, die Erträge festgestellt und die Sorten in Zusammenarbeit mit dem Sensorik-Team des Instituts für Obst- und Gemüsetechnologie an der Fachhochschule Weihenstephan sowohl roh, als auch gekocht und als Saft verkostet. Keinem der beteiligten Prüfer gelang es, die zwei samenfesten Sorten zu bestimmen. Die Geschmacksunterschiede waren insgesamt gering, die Möhren schmeckten allesamt typisch und angenehm.

Möhren: Sorte 'Magno'

Dies legt den Schluss nahe, dass Bodenart, ausreichende und gleichmäßige Bewässerung, eventuell angewendete Pflanzenschutzmittel und die Lagerung mehr Einfluss auf den Geschmack haben, als die Sorte. Einige Firmen, die Saatgut für den Erwerbsgartenbau liefern, haben auch kleinere, hausgartengerechte Portionen im Programm. 'Narome' (2) als samenfeste Möhre brachte 2002 in Bamberg gute Ergebnisse. 'Rothild' (4) und 'Hilmar' (4) sind bewährte samenfeste Sorten, die in 1-Gramm-Packungen erhältlich sind. 'Merida' (4) und 'Sugarsnax' (1) stehen als Hybriden zur Verfügung.

Im Erwerbsanbau werden Möhren auf kleinen Erddämmen angebaut, in einem Reihenabstand von 50 bis 75cm. Der große Reihenabstand erleichtert das Arbeiten mit Hackgeräten und durch den verminderten Bodendruck auf den Dämmen können die Möhren länger und gleichmäßiger werden. Die Aussaat in Reihen sollten Sie auch im Hausgarten unbedingt bevorzugen. Da die Keimung recht langsam verläuft, und die Pflanzen lange Zeit den Boden nicht bedecken, kann das Unkraut ungehindert wachsen. Stehen die Sämlinge in Reihen, so ist es sehr viel einfacher, zu hacken und zu jäten. Ist eine Aussaat zu dicht geraten, kann schon frühzeitig einzelnes junges Gemüse zur Verwertung in der Küche geerntet werden und die Reihen lichten sich so. Je schwerer und lehmhaltiger der Gartenboden ist, umso lohnender ist es, tatsächlich auch kleine Dämme anzulegen.

Zuckermais

links im Hintergrund Feld mit Maispflanzen, rechts im Vordergrund verschiedene Sorten Maiskolben

Der Zuckermais ist eine sehr attraktive Alternative im Anbauplan für den Gemüsegarten. Die ganze Familie isst begeistert mit, endlich ist Essen ohne Besteck erlaubt! Und das Gemüse ist süß und überhaupt nicht grün. Mais ist ein Windbestäuber, das Maisbeet sollte eine kompakte Form haben. Stehen die Pflanzen in Einzelreihen, so bleiben die Kolben unbestäubt und damit ganz leer oder stark lückig. Ein ausreichender Abstand zu Futtermais in der Hauptwindrichtung ist von Bedeutung für den guten Geschmack. Mischt sich zuviel Pollen aus den Futtermaisbeständen ein, so mindert sich der süße Geschmack.




'Golden Supersweet' F1 ist eine bewährte Standardsorte (4). Im Zuckermais–Sortenversuch des Bamberger Versuchsbetriebes 2003 hat die Sorte 'Sunrise' F1 (5) hervorragend abgeschnitten. Die kleinste angebotene Saatguteinheit mit 100 g enthält ungefähr 350 Samenkörner. Anfang Juni nach einer dreiwöchigen Anzucht auf der Fensterbank oder im Kleingewächshaus ins Beet gepflanzt (70 x 20cm Pflanzabstand) kann ab Anfang August mit der Ernte gerechnet werden. Ein bis höchstens zwei Kolben pro Pflanze sind möglich und werden bei Milchreife der Körner von den Pflanzen abgebrochen. Ganze Kolben können auch ohne großen Qualitätsverlust blanchiert und tiefgekühlt aufgehoben werden.

Haben Maiszünsler ihre Eier an den Fahnen der Maispflanzen abgelegt, so ist das „Entfahnen“ eine gute Möglichkeit, die graugrünen Raupen daran zu hindern, sich in die Kolben einzufressen. Der Kopf der Pflanzen wird mit der jungen Raupe oder den Eiern abgeschnitten und aus dem Bestand entfernt.

Stangenbohnen

Stangenbohnen im Haus und Stangenbohnenhülsen

Stangenbohnen bestäuben sich selbst, häufig schon bevor die Blüten sich öffnen. Das im Hausgarten oft beobachtete Abstoßen von Blüten wird verursacht durch hohe Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit und den Einfluss von Wind. Hier hat der Gärtner nur wenig Möglichkeiten einzugreifen. Die häufigen Ausfälle von Jungpflanzen zu Beginn der Kultur durch die Maden der Bohnenfliege können durch eine kurze Vorkultur in Töpfen vermieden werden. Legt man die Bohnen Anfang Mai direkt im Freiland im Boden ab, so haben die Fliegen Gelegenheit, ihre Eier an den Keimlingen abzulegen und die Pflanzen sind bereits kahlgefressen, kurz nachdem sie die Erdoberfläche durchstoßen haben. Wurden je drei Samenkörner in einen kleinen Plastiktopf gelegt und zwei bis drei Wochen im Haus vorgezogen, sind die Pflanzen schon eine Handbreite groß bei der Pflanzung im Freiland und nicht mehr gefährdet.

In einem Sortenversuch 2002 erwiesen sich die Sorten 'Trebona' (2) und 'Eva' (4) als ertragsstark und typisch im Geschmack. Die Hülsen beider Sorten sind 13mm breit und flach. Stangenbohnensorten mit runden Hülsen schmeckten weniger intensiv. Die Freunde von sehr breiten Bohnen kommen mit 'Dea' (4) auf ihre Kosten. 'Dea' liefert Hülsen mit 18mm Breite und gutem Geschmack.

Zwiebel

geerntete Zwiebeln

Wenig bekannt ist die Möglichkeit, Zwiebeln nicht als Steckzwiebel in den Boden zu bringen sondern als Samenkorn. Mitte März 2 bis 2,5cm tief in den Boden gesät, ist es kein Problem, wenn die Aussaat zunächst etwas zu dicht gerät. Für den täglichen Sofortgebrauch können schon bald junge Zwiebelchen mit Laub an den Stellen entnommen werden, an denen zu viele Pflanzen sich drängeln. Als Reihenabstand empfehlen sich 25 bis 30cm. Zwiebeln wachsen zunächst nur sehr langsam und in weiten Reihen fällt die Bekämpfung des Unkrautes weniger schwer. 'Stuttgarter Riesen' (2) (5), 'Sturon' (2) und 'Braunschweiger dunkelblutrote' (2) (5) stehen ab 10-Gramm-Packungsgröße zur Verfügung.

Der gefürchtete Falsche Mehltau, gegen den es keine wirkungsvollen biologischen Bekämpfungsmöglichkeiten gibt, befällt nach bisheriger Versuchserfahrung in Bamberg gesäte Zwiebeln später als Steckzwiebeln. Der Pilz bildet weiße Sporenbeläge auf den Blättern, bringt sie vorzeitig zum Absterben und verhindert so, dass die Zwiebeln eine ausreichende Größe erreichen.

Kartoffel

Kartoffeln auf dem Feld

Frühkartoffeln, schon zur Spargelmahlzeit im Juni geerntet und zubereitet, sind ein schönes Geschmackserlebnis. Wer Frühkartoffeln nicht im landwirtschaftlichen Anbauplan auf größeren Flächen im Programm hat, für den ist es lohnend, sich von einer frühen Sorten etwas Pflanzgut zu besorgen. Ab Januar werden die Knollen an einem hellen und kühlen Ort vorgekeimt und Anfang März in den Boden gebracht. Eine Abdeckung mit Vlies und gelochter Folie oder zwei Schichten Vlies ist unbedingt notwendig, um Nachtfröste abzuhalten. Ab Anfang Juni können so frische Frühkartoffeln geerntet werden.

Besonders gelbfleischig und wohlschmeckend sind die Sorten 'Finka' und 'Leyla' (beide Europlant). Auch 'Junior' (Agrico) wurde bei einer Verkostung des Bamberger Frühkartoffel-Sortenversuches sehr positiv bewertet.

Kartoffelkäfer können – wenn der Anbau nur wenige Pflanzen umfasst – abgesammelt werden. Gelingt es, die Käfer einzusammeln, während sie noch ihren Reifungsfraß an den Blättern machen und bevor sie mit der Ablage der leuchtend orangefarbigen Eigelege beginnen, so ist der Befall schon mit einem Durchgang sehr stark reduziert. Befinden sich schon Eier auf den Blattunterseiten und die sich daraus entwickelnden Larven fressen die Blätter kahl, so können im Hausgarten zwei Präparate angewendet werden, die aus den Samen des indischen Neem-Baumes hergestellt werden, Neem Azal T/S und Schädlingsfrei Neem. Der Wirkstoff wird den Kernen entzogen und mit pflanzlichen Ölen und Tensiden vermischt, die dafür sorgen, dass sich der Wirkstoff gut verteilt und an den Blättern haften bleibt. Will man den Erfolg dieser Behandlung am nächsten Tag überprüfen, so ist wichtig zu wissen, dass die Larven nicht sofort absterben, sondern zunächst nur den Appetit verlieren. Je jünger die Larven noch sind, umso stärker wirken Neem-Präparate. Für Mensch und Tier geht nach jetzigem Wissensstand keine Gefahr von diesen Präparaten aus. In Indien wird der Neem-Baum traditionell auch zu medizinischen und kosmetischen Zwecken genutzt.

Tomaten

verschiedene Tomatentypen

Kraut- und Braunfäule wird in Frühkartoffeln in den meisten Jahren noch nicht zum Problem. Von dort kann aber die Infektion ausgehen für die Mitte Mai gepflanzten Tomaten im Hausgarten. Da eine direkte Bekämpfung mit biologischen Mitteln nicht möglich ist und erst sehr wenige Sorten mit Resistenz gegen den Pilz zur Verfügung stehen, bleibt nur die Möglichkeit, die Tomatenpflanzen durch eine Überdachung gegen Feuchtigkeit zu schützen, wenn man eine größere Vielfalt an Farben und Formen genießen möchte. Sind die Blätter von Tomatenpflanzen über mehrere Stunden nass, so können die zugeflogenen Pilzsporen auskeimen. Ein einfaches Foliendach, groß genug, um auch den Regen von den Seiten abzuhalten, ist die wirkungsvollste Gegenmaßnahme. Natürlich dürfen die Blätter auch beim Gießen nicht nass gemacht werden.

Für den Anbau im Freiland bewährt und wohlschmeckend ist die Sorte 'Hildares' (4). 'Matina' (2) , die kartoffelblättrige Sorte ist besonders frühzeitig. 'Vanessa' (1) ist eine besonders robuste und platzfeste Sorte, die sich nach der Ernte noch etliche Tage bei gleichbleibender Festigkeit aufbewahren lässt. Sehr aromatisch ist die Sorte 'Gourmet' (1). Eine Resistenz gegen Kraut- und Braunfäule haben die Sorten 'Phantasia' (1) und 'Phitovita' (1). Alle genannten Sorten können auch im Kleingewächshaus angebaut werden. Hier ist es von allergrößter Bedeutung, die Tür und die Lüftungsfenster im Sommer Tag und Nacht geöffnet zu halten. Im geschlossenen Haus steigt die Luftfeuchtigkeit häufig rasch an und taunasse Pflanzen erkranken schnell an Kraut- und Braunfäule und anderen Pilzkrankheiten.

Tomatenblüte

Wer in der Garten geht hat Zeit. Zeit zum Säen, Pflegen und Ernten, aber auch Zeit zum Schauen, Hören, Riechen und Schmecken. Viele solche sinnvolle Stunden sind jedem Gartenbegeisterten zu wünschen. Gartenerfahrung ist etwas, das langsam über viele Jahre hinweg anwächst und einen anderen Zugang zum Kulturgut Gemüse ermöglicht als nur den über den Blick auf das Preisschild im Supermarkt.

Im Gemüsebauversuchsbetrieb Bamberg der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Würzburg/Veitshöchheim werden in Zukunft u. a. Sortenversuche zu Stielmangold, Porree, Möhren, Brokkoli und Buschbohnen durchgeführt. Forschungsarbeit wird geleistet im Bereich Stickstoffdüngung im ökologischen Gartenbau und mechanische Unkrautbekämpfung im Reihenbereich der Kulturpflanzen. Es wird nach einem optimalen Kulturverfahren für Sä- und Pflanzzwiebeln im ökologischen Anbau gesucht. Dünger pflanzlicher Herkunft werden im Freiland erprobt, im Bereich unter Glas Mulchmaterialien für den Tomatenanbau geprüft und Kulturfolgen aus betriebswirtschaftlicher Sicht miteinander verglichen.

Jeweils am 3. Sonntag im Juli am "Tag der offenen Tür" ist der Betrieb ganztägig zu besichtigen. Kontaktaufnahme und Information ist unter 0951/91726-0 möglich.

Bezugsquellen für die erwähnten Gemüsesorten und Materialien

(1) Kiepenkerl – Saatgut, Bruno Nebelung, Postfach 1263 48348 Everswinkel, Bezugsquellen–Nachweis unter Fax 02582/670270 erhältlich
(2) Bingenheimer Saatgut AG, Kronstr. 24, 61209 Echzell, Tel. 06035/1899-10
(3) Schachtrupp KG, Friesenweg 4, 22763 Hamburg, Tel. 040/880 41 74
ab 80 m Rollenlänge und 4,10 m Breite, kleine Stücke für den Hausgarten im Gartenfachhandel
(4) Hild Samen GmbH, Postfach 1161, 71666 Marbach, Tel. 07144/847311
(5) Agri-Saaten GmbH, Maschweg 111, 49152 Bad Essen, Tel. 05472/1353



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Abteilung Gartenbau, Sachgebiet Gemüsebau, ökologischer Versuchsbetrieb Bamberg