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Hilfen gegen das Auseinanderfallen von Gartenchrysanthemen
Foto:
Gartenchrysanthemen-Sorte 'Hippo', links mit, rechts ohne Stützgitter (Aufnahme: 31.07.05)
Gartenchrysanthemen wachsen im Normalfall als dichter, fester Busch, der auch beim Endverbraucher bei Vollblüte kompakt bleibt und nicht auseinander fällt oder auseinander bricht. Es gibt jedoch einzelne Sorten, welche sich locker aufbauen und bei ungünstigen Bedingungen doch Lücken in der Krone zeigen.
Stehen die Pflanzen z. B. bei Gewächshauskultur zu eng oder zu warm oder sind sie ungünstig gedüngt (zuviel N), können bei Starkregen Triebe abknicken oder brechen. Werden mehrere Jungpflanzen in den Topf oder in große Schaugefäße gesetzt, kommt es manchmal vor, dass sich zwischen den einzelnen Pflanzen sichtbare Spalten bilden. So taucht immer wieder die Frage nach Möglichkeiten der Pflanzenstützung und Kronenbefestigung auf. Einige Hilfsmittel werden in der Praxis auch eingesetzt. Verschiedene Materialien wurden 2004 und 2005 in Veitshöchheim getestet.
Stützgitter
Stützgitter aus Kunststoff verschiedener Hersteller werden üblicherweise von unten über den Rand von Rundtöpfen geclipst und stützen z. B. Hängepelargonien. Passende Stützgitter (STG 13 für 19-cm-Töpfe haben einen oberen Durchmesser von 16 cm und passen auf 19-cm-Töpfe) werden umgedreht auf die Chrysanthementöpfe gestellt. Je früher nach dem Topfen dies passiert, desto einfacher geht's.
Da die STG beim Transport ins Freiland leicht herunterfallen, ist es zweckmäßig, diese erst nach dem Aufstellen im Freiland auf die Chrysanthementöpfe zu stellen. Je größer die Jungpflanzen bis dahin sind, desto umständlicher bringt man die STG über die Pflanzen. Beim STG 13 bieten nur die zwei horizontalen Kunststoffringe Zusatzhalt.
Die STG verhinderten im Versuch bei mehreren Vergleichspflanzen ein frühes Auseinanderfallen. Bei zu starker Tendenz zum Auseinanderbrechen bildeten sich kreisrunde Lücken unterhalb der von den Ringen gehaltenen Triebe. Auch brachen vereinzelt sehr schwere Triebe an den Ringen ab. Ein STG 13 kostet im 90er Gebinde ca. 8 Cent das Stück.
Netze
Es gibt für viele Zwecke Netze in unterschiedlicher Farbe, Fadendicke und Maschenweite. Alle 3 bisher getesteten Netze konnten bei ausreichend zurecht geschnittener Größe die Chrysanthemenbüsche in den 19-cm-Töpfen zuverlässig vor einem Auseinanderfallen schützen. (Soweit dies beurteilt werden kann, da aufgrund der meist guten Pflanzenqualität auch die nicht mit Netzen belegten Vergleichspflanzen meist keine Lücken zeigten.)
Die Netze wurden 5, 6, 7 und 8 Wochen nach dem Topfen bzw. 2, 3 und 4 Wochen nach dem Ausräumen auf die Pflanzen gelegt. Die Versuche waren in beiden Jahren bei den mittelfrühen Sorten gemacht worden. Hier blühten "schnelle" Sorten bereits 7 Wochen nach dem Ausräumen, so dass bei diesen schnellen Sorten die erst 4 Wochen nach dem Ausräumen aufgelegten Netze teilweise nicht genügend überwachsen und noch etwas sichtbar waren. Von den quadratisch geschnittenen Netzstücken waren noch die 4 Ecken abgeschnitten worden, was 8-eckige, besser zu den runden Pflanzen passende Stücke ergab.
Vogelschutznetz blau
Im Betrieb vorhandene blaue Vogelschutznetze mit Maschenweite 3 cm war etwas zu eng. Sie wurden teilweise nicht gut durchgewachsen und bei breiter Blätteranordnung an den Triebspitzen hochgehoben. Die blaue Farbe fiel auf, ließ sich aber mit grüner Textilfarbe nicht einfärben. Die größten Netzstücke mit 9 x 9 Gitterreihen (ca. 27 x 27 cm) waren teilweise immer noch zu klein – bei Pflanzendurchmessern von 50 cm und mehr.
Schwarze Netze (Dortmunder Sackfabrik)
Das relativ schwere und trotzdem dünne Netz der Dortmunder Sackfabrik blieb – einmal zurecht gezogen – gut auf den Pflanzen liegen. 6 cm Maschenweite wirkte etwas groß, 5 cm wurden gut durchwachsen. Die größeren Netzstücke mit 40 cm Breite waren bei kleinkronigen Sorten teils seitlich noch zu sehen. Sonst waren die Netze wegen der schwarzen Farbe praktisch nicht zu erkennen. Das Netz war eine Sonderanfertigung und kostete, selbst zurecht geschnitten, etwa 1,-- Euro je 40-cm-Stück.
Weiße Netze
In Form einer (preiswerten) Verpackung von anderer Ware erhielten wir ein weißes Netz mit 3,5 cm Maschenweite. Die Schnüre bestehen aus locker gewebten Kunststofffäden. Weihnachtsbäume werden durch ein ähnliches Netz "gezogen". Deshalb müsste das Material relativ preiswert sein. Die Netzstücke waren recht leicht und behielten die zurecht gezogene Form auf der Pflanze schlecht. Nachträgliches Zurechtziehen war teils erforderlich. Das Weiß war bei den spät aufgelegten Netzen zum Blütezeitpunkt oft noch zu sehen.
Bisher haben wir die idealen Pflanzenstütznetze für Gartenchrysanthemen noch nicht gefunden. Diese sollten preiswert, praktisch unsichtbar, gut zu handeln und in den gewünschten Größen konfektioniert sein. Weitere, auch in der Praxis verwendete Netze sind inzwischen bekannt geworden und werden in dieser Saison getestet.
Hilfsmittel zur Pflanzenstützung von Gartenchrysanthemen
LWG Veitshöchheim 2004 und 2005
Veröffentlicht in Deutscher Gartenbau 16/2006
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Abteilung Gartenbau, Sachgebiet Zierpflanzenbau
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