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Blauregen schneiden fördert Blüte im Frühjahr

Ein starker Rückschnitt im Frühjahr fördert Blütentriebe.
Der Blauregen gehört zu den schönsten Kletterpflanzen.

Ein "Blaues Wunder" möchte jeder erleben, der einen Blauregen (bot. Wisteria sinensis oder W. floribunda) am Haus oder im Garten pflanzt. Die Pflanzenexperten der Bayerischen Gartenakademie erleben häufig, dass viele Gartenbesitzer vergeblich auf die Blütentrauben warten.




Blüte lässt oft auf sich warten

Diese frühjahrsblühende Schlingpflanze ist mit ihren langen blauen Blütentrauben eine der schönsten Kletterpflanzen – wenn sie denn auch blüht. Aber das ist nicht immer der Fall. Sie enttäuscht vor allem dann, wenn anstelle eines veredelten Blauregens eine aus Samen gezogene Pflanze gesetzt wurde. Denn Sämlinge wachsen zwar üppiger, sind aber blühfaul.




Richtiger Schnitt fördert die Blütenanlagen

Blauregenpflanzen wuchern sehr stark und stecken viel Energie in die Bildung von Neutrieben. Doch um die Bildung von Blütenknospen anzuregen, muss die Wuchskraft gebremst werden. Eine üppige Blüte erreichen Sie durch einen Rückschnitt in zwei Schritten. Zuerst werden im Sommer (Juli – August) die Jahrestriebe auf 20 bis 30 cm (das sind fünf bis sieben Augen) eingekürzt. Aus den verbleibenden Augen entwickeln sich bis zum Herbst noch einmal neue Triebe. Diese müssen bis Februar/März des kommenden Jahres wiederum zurückgeschnitten werden und zwar auf zwei bis drei Augen. Auf diese Weise bildet der Blauregen viele kurze Blütentriebe.




Lebensbedingungen fördern die Blütenbildung

Aber nicht nur der Schnitt wirkt sich auf die Blütenpracht aus. Blauregen benötigt einen sonnigen Standort auf einem nährstoffreichen und nicht zu kalkhaltigen Boden. Trockenheit im Frühjahr schadet den Blütenknospen. Generell ist für das Wachstum des Blauregens ein gleichmäßig feuchter Boden maßgeblich wichtig.




Kein Blauregen ist wie der andere

Die chinesischen Blauregen (W. sinensis, Blüte vor dem Blattaustrieb) wachsen am kräftigsten, gefolgt von den japanischen Blauregen (W. floribunda, Blüte mit dem Blattaustrieb). Sie blühen oft erst nach einigen Jahren und müssen stark geschnitten werden. Schwächer im Wuchs sind Seidenwisterien (W. venusta). Sie kommen auch mit weniger Schnittmaßnahmen aus und blühen zudem früher.

Fazit: Selbst bei guten Wachstumsbedingungen, richtigem Rückschnitt und guter Sortenwahl kann es einige Jahre dauern bis sich die blauen Blütentrauben zeigen.



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie