Seitenanfang : weiter zum Inhalt|
weiter zur Themennavigation|
Bildsymbol Gartentipps| Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau |
Wappen mit Link auf die Startseite des StMELF|
Kopfnavigation: weiter zur Position im Verzeichnisbaum|
Position im Verzeichnisbaum: weiter zum Inhalt|
StMELFLWG
Inhalt: zurück zum Seitenanfang|

Haselnüsse im Garten

´Noisettes´ - so nennt man die Haselnüsse in Frankreich. Dieser wohlklingende Name offenbart, welche Leckerbissen sich aus den reichhaltigen Nüssen zaubern lassen. Der Haselnussstrauch wirkt hingegen weniger vornehm, ist dafür aber robust. Die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie geben Ihnen bemerkenswerte Tipps rund um dieses vielseitige Wildobstgehölz.


Der richtige Platz für Haselnüsse

Haselnusssträucher können im Herbst wie auch im Frühjahr gepflanzt werden. Sie sind robust und wachsen an fast allen Standorten. Allerdings vertragen sie keine schweren, staunassen Böden. Haselnüsse wachsen zwar an schattigen Plätzen, doch in der Sonne sind sie wesentlich ertragreicher. Bedenken Sie bei der Wahl des Standortes, dass die Sträucher vier bis sieben Meter hoch und fünf Meter breit werden und den entsprechenden Platz benötigen. Haselnüsse entwickeln zudem ein dichtes, flaches Wurzelwerk, sodass sie sich gut zur Hangbefestigung eignen. Aber Stauden leiden als Unterpflanzungen oft unter der Wurzelkonkurrenz. Lediglich Frauenmantel, Funkien, Golderdbeere und frühjahrsblühende Blumenzwiebeln sind gute Gesellschafter.


Für eine reiche Nussernte

Damit Haselnusssträucher auch viele Nüsse tragen, benötigen sie einen sonnigen Standort. Lichten Sie zu dichte Pflanzen im Spätherbst oder im Frühjahr aus. Lassen Sie dabei fünf bis acht Haupttriebe stehen, denn lichte Sträucher tragen besser. Im professionellen Haselnussanbau werden kleine Bäumchen bzw. Spindeln gezogen, an denen lediglich drei Hauptäste verbleiben. Die Haselnuss ist Windbestäuber und kann nur von anderen Sträuchern befruchtet werden. Somit ist ein anderer Haselstrauch zumindest in weiterer Entfernung erforderlich. Vor allem in den Monaten Juli und August sollten Sie die Pflanzen bei Trockenheit wässern, sonst bleiben die Nüsse in der Schale zu klein.

Die Purpur-Hasel treibt nach kräftigem Rückschnitt wieder rot aus. (Bildautor: Goss)


Probleme mit den Haselnüssen

Der Hauptschädling der Nüsse ist der Haselnussbohrer. Der Käfer fliegt ab Mai. Kontrollieren Sie die Blätter in dieser Zeit auf Fraßschäden und sammeln Sie die Käfer am frühen Morgen ein, wenn sie noch träge sind. Den größeren Schaden richten aber die Larven an. Der weibliche Käfer legt seine Eier in die unreifen Früchte. Dort fressen die kleinen Larven die Nüsse und die Schale wird frühzeitig reif. Kontrollieren Sie die Nüsse schon ab Juli. Pflücken Sie befallene Nüsse mit Bohrloch bereits vom Strauch bevor die Nüsse zu Boden fallen und sich die Larven zur Überwinterung im Boden verstecken können. Diese unbrauchbaren Nüsse mit ihrem lebendigen Inhalt entsorgen Sie am besten über die Biotonne.
Feuchte Witterung begünstigt den Moniliabefall an den Nüssen. Die Früchte werden dann vorzeitig braun oder ganze Fruchtstände fallen braun zu Boden. Sorgen Sie am besten für Sonne, Licht und Luft, indem Sie die Sträucher regelmäßig auslichten und so ein schnelles Abtrocknen ermöglichen.


Wenn die Purpurhasel vergrünt

Ein beliebter Zierstrauch ist die Purpur- oder Bluthasel (Corylus maxima ´Purpurea´). Auch die Hüllblätter der Früchte sind schön dunkel gefärbt. Doch nach einigen Jahren vergrünen die Blätter und die zierende rote Farbe verschwindet. Dies können Sie vermeiden, indem Sie dem Strauch im Winter immer wieder alte Äste entnehmen oder den ganzen Strauch auf den Stock setzen. Letzteres bedeutet, dass Sie alle Äste bis knapp über dem Boden abschneiden. Die Haselsträucher haben eine hohe Regenerationsfähigkeit und treiben bereitwillig wieder aus. Diese Triebe sind dann besonders dunkelrot gefärbt. Allerdings dauert es nach dem Radikalschnitt wieder ein bis zwei Jahre bis Sie sich über eine Nussernte freuen können.


Ernte und Lagerung

Haselnüsse reifen von September bis Oktober. Sie fallen durch Schütteln von den Ästen. Vorzeitig geerntete Haselnüsse sind nicht so gut haltbar und schrumpfen leicht. Sie können Haselnüsse mit Schale bis zu einem Jahr aufbewahren. Entfernen Sie jedoch die Schalen, so ist es ratsam, die Nüsse entweder möglichst schnell aufzubrauchen oder einzufrieren. Frisch geerntete Haselnüsse schmecken allerdings am besten.



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie