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Kaki für den Garten?

Kaki oder Persimone werden in China seit 1000 Jahren angebaut. In Vorderasien werden sie wie Äpfel gegessen. Jetzt gewinnen sie auch in Deutschland immer mehr Anhänger. Einige Gartenliebhaber bauen Kaki sogar selbst im Garten an. Die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie haben dazu recherchiert.

Veredlungen
Gute Kakipflanzen sind veredelt. In Europa werden meist Kaki auf den Veredlungsunterlagen Lotuspflaume und die besonders winterharte amerikanische Kaki angeboten. Aber die Lotuspflaume steht dem nicht nach. Falls die Edelsorte erfriert entwickelt der Wildling viele traubengroße, aber ungenießbare Früchte.

Die Früchte von Sharon und Kaki-Sorten unterscheiden sich etwas in Form und Größe. (Bild: Goss)

Sorten
In den Obstregalen finden Sie die großen Früchte der ´Rojo Brillante´. Diese Sorte wird hauptsächlich in Spanien angebaut. Sie und die Sorte ´Hama Fuyu´ aus Japan eignen sich für unser Klima weniger. Die Sorte ´Tipo´, die auch als ´Kaki Lotti´ im Handel ist, wird in Italien angebaut. Sie ist sehr schmackhaft und durchaus auch bei uns im geschützten Anbau möglich. Lecker nach Vanille schmeckt -wie der Name schon sagt- ´Vanille´. Sie kommt, wie ´Tipo´, nach Aussagen von Kaki-Experten mit mitteleuropäischen Wintern zurecht.

Pflanzung
Selbst die winterfestesten Sorten sind in Deutschland nicht sicher winterhart. Es ist empfehlenswert Kakipflanzen mit unter einem Meter Größe erst ein bis zwei Jahre im Kübel zu belassen und frostfrei zu überwintern. Größere und ältere Exemplare überstehen strenge Winter besser. Der Boden sollte durchlässig sein. Staunässe vertragen sie nicht. Kakipflanzen werden so groß wie kleinere Apfelbäume. Planen Sie also einen entsprechenden Platz ein. Ein geschützter, sonnenverwöhnter Standort käme der Fruchtreife entgegen.

Blüte
Die Blüte der Kakipflanzen erscheint Ende Mai bis Juni und ist somit kaum spätfrostgefährdet. Von der Blüte bis zur Reife benötigen die Früchte 120 bis 190 Tage. Je sonniger und wärmer die Kakibäume stehen, desto schneller reifen sie. Kakipflanzen sind selbstfruchtbar und benötigen keinen Bestäuber. Allerdings sollen die Früchte weniger adstringierend schmecken, wenn die Blüten von einer anderen Sorte befruchtet werden.

Ernte, Lagerung und Reife
Kaki werden sehr spät geerntet. Wenn die Blätter bereits abgefallen sind, reifen die Früchte bis Oktober/November am Baum noch nach. Ernten Sie aber vor den ersten Frösten. Diese können den Früchten schaden. Ernten Sie die Früchte sehr vorsichtig. Druckstellen beeinträchtigen die Haltbarkeit. Lagern Sie die Kaki an einen mäßig kühlen Platz bei etwa 12 °C bis 15 °C. Hier reifen sie nach. In dieser Zeit baut sich der Stoff Tannin ab, der dieses pelzige, trockene Mundgefühl verursacht. Damit Kaki schneller reifen, können sie mit Äpfeln gelagert werden.

Schnitt und Schädlinge
Kaki benötigen keinen Schnitt. Nach einigen Jahren kann die Krone, falls nötig, etwas ausgelichtet werden. Schädlinge und Pilzerkrankungen sind bei ausgepflanzten Kakipflanzen bisher nicht aufgetreten.

Kaki im Kübel
Es ist empfehlenswert, die Kakipflanzen die ersten Jahre im Kübel zu halten. Verwenden Sie am besten ein durchlässiges Kübelpflanzensubstrat oder mischen Perlite unter die Erde. Stellen Sie den Kübel an einem warmen sonnigen Platz. Da das Holz bis zu -15 °C winterhart ist, können Sie den Kübel im Herbst lange draußen lassen. Erst in kritischen Wetterlagen, wenn lang anhaltende Fröste angekündigt sind, sollten die Kakipflanzen an einem kühlen, geschützten Platz stehen. Sie können dann sogar dunkel überwintert werden, da sie das Laub abwerfen.



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie