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Das unbeheizte Kleingewächshaus auch im Winter nutzen

Ein Kleingewächshaus muss im Winter nicht leer stehen. Es lässt sich vielfältig nutzen.
Thymian und auch andere mediterrane Kräuter mögen die feuchtkalten Winter nicht. Oft gibt es Ausfälle.
Feigen sind recht kälteunempfindlich. Sie vertragen auch ein ungeheiztes Kleingewächshaus.

Kleingewächshäuser sind für Gartenenthusiasten unverzichtbar. Besonders lohnend ist so ein Glashaus in klimatisch ungünstigen Gebieten, wie im Voralpenland oder im Fichtelgebirge. Generell verlängern unbeheizte Glashäuser die Gartenerntesaison erheblich. Nutzen Sie doch Ihr Gewächshaus auch im Winter. Von den Experten der Bayerischen Gartenakademie erfahren Sie, wie es geht.



Gemüse

Die Standardnutzung der Kleingewächshäuser ist die Anzucht von Gurken, Tomaten und Paprika im Sommer. Hier können sie im geschützten Klima prima gedeihen. Das Gewächshaus schützt sie vor sommerlichen Kälteeinbrüchen und verlängert die Erntezeit dieser wärmeliebenden Fruchtgemüsearten. Nicht selten haben sich aber schon ab Ende August die Gemüsereihen gelichtet. Dann ist es Zeit für die Anzucht des Wintergemüses. Säen oder pflanzen Sie Radieschen, Spinat, Rukola oder Feldsalat in das Gewächshaus. Auch Endivienpflanzen können sich im geschützten Gewächshaus gut entwickeln und bis weit in den Winter frisch aus dem Gewächshaus geerntet werden. Ab Februar können Sie wieder Radieschen und Rettich auf die Beete säen.



Kräuter

Der Kräuteranbau im Gewächshaus lohnt sich besonders für die wärmeliebenden Arten. Die Sommermonate wollen die meisten Kräuter im Freien verbringen. Die Vorzüge des Gewächshauses zeigen sich hier erst im Herbst, Winter und im Frühjahr. Im Spätherbst ziehen dann mediterrane Kräuter in das Gewächshaus um. Zitronenthymian, verschiedene Minzearten, Französischer Estragon und Currykraut sind zwar bei uns meist winterhart, doch sie leiden unter dem feuchtkalten Klima im Winter und gehen oft daran ein. Im Gewächshaus sind sie nicht der wurzelschädigenden Dauernässe unserer Winter ausgesetzt. Vor allem die wintergrünen Kräuter wie Thymian und Currykraut schätzen den Schutz vor kalten Winden und der austrocknenden Wintersonne. Pflanzen Sie im Herbst Schnittlauch und Petersilie in das Kleingewächshaus. Petersilie können Sie unter Umständen den ganzen Winter ernten und Schnittlauch treibt im Frühjahr erheblich früher aus.



Kübelpflanzen

Feigen, Zistrosen, Klebsame (Pittosporum), winterharte Palmen (z.B. Trachycarpus wagnerianus), Schmucklilie (Agapanthus), Orangenblume (Chioysa), Eukalyptus und Mittelmeerschneeball (Viburnum tinus) sind robuste Pflanzen, die in Weinbaugebieten sogar ausgepflanzt werden können. In klimatisch ungünstigeren Gebieten müssen diese Pflanzen im Topf bleiben und sollten möglichst geschützt überwintert werden. Hier bietet sich das Kleingewächshaus an. Mit dem Einräumen können Sie noch warten bis die Nachttemperaturen unter -5°C fallen. Kontrollieren Sie aber rechtzeitig auf Schädlingsbefall und entfernen Sie geschädigte Blätter und Triebe. Ausladende Pflanzen, wie Palmen sollten Sie locker zusammenbinden - das spart Platz. Gießen Sie sparsam. Die Pflanzen benötigen jetzt kaum Wasser. Lüften Sie das Gewächshaus so oft die Temperaturen über 5°C steigen. Bei hoher Luftfeuchte entstehen Pilzerkrankungen, die den Pflanzen mehr schaden als die kühle Witterung. Die Überwinterung frostempfindlicher Kübelpflanzen wie Geranien, Fuchsien und Wandelröschen im unbeheizten Gewächshaus sind zu riskant. Sie sollten besser an beheizbare Plätze geräumt werden.



Wenn es richtig kalt wird

Damit die Temperaturen im Gewächshaus nicht zu tief sinken, sollten Sie es einpacken. Befestigen Sie an den Stehwänden Noppenfolie oder Styroporplatten. Falls Sie Kräuter und Gemüse anbauen, sollte das Dach am besten nicht isoliert werden, damit ausreichend Licht hineinfallen kann. An kritischen Tagen, wenn die Temperaturen weit unter Null fallen, ist es nötig die Gemüsekulturen, Kräuter, aber auch die Kübelpflanzen mit Zeitungspapier oder Schutzvliesen abzudecken. Obwohl Schnee isolierend wirkt, sollten Sie trotzdem das Kleingewächshaus regelmäßig von der Schneelast befreien.



Temperaturen kontrollieren

Zur Kontrolle des Gewächshausklimas ist ein Thermometer unerlässlich. Empfehlenswert ist ein Maximum-Minimumthermometer, das Ihnen die tiefsten und die höchsten Temperaturen des Tages anzeigt. Das Thermometer hängen Sie am besten auf Bauchhöhe mitten in das Gewächshaus. Wer es ganz bequem haben möchte, der funktioniert eine elektronische Wetterstation um. Hängen Sie doch den Sensor nicht ins Freie, sondern in Ihr Gewächshaus. Dann können Sie vom Wohnzimmer aus beobachten, wie sich Temperaturen und Luftfeuchte in dem Kleingewächshaus verändern.



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der Bayerischen Gartenakademie!



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie