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Gartenplage „Weiße Fliege“

Kohlgewächse, Gurken und Tomaten stehen jetzt mit ganzer Pracht im Garten. Doch bei näherer Betrachtung vergeht manchem Gärtner der Appetit. Wolkenartige Insektenschwärme umschwirren die Pflanzen. Dabei handelt es sich um einen Befall der Weißen Fliege bzw. der Kohlmottenschildlaus. Viele Freizeitgärtner wenden sich zurzeit an die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie mit der Frage: „Was kann man gegen diese Plage tun?“

An den Kohlblättern findet man die verschiedenen Entwicklungsstadien der Kohlmottenschildlaus. (Bild: Bayerische Gartenakademie)




Weiße Fliege und ihr Doppelgänger

Im Freien befällt die Kohlmottenschildlaus vor allem Kohlgewächse, aber auch andere Pflanzen, die zur Familie der Kreuzblütler gehören. Im Gewächshaus schädigt eine andere Weiße Fliege Tomaten und Gurken, die aber von der Kohlmottenschildlaus kaum zu unterscheiden ist. Beide Schädlinge beeinträchtigen das Gemüse in erster Linie durch die Verschmutzung mit Ausscheidungen, aber auch durch ihre Saugtätigkeit. Bei stärkerem Befall bildet sich blattoberseits und auf den Früchten von den Ausscheidungen der Tiere klebriger Honigtau, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können.
Beide Schädlinge verbringen ihr Leben vorwiegend auf der Blattunterseite der Pflanze, lediglich bei Berührung der Blätter fliegen die erwachsenen Tiere auf. Nur drei bis vier Wochen dauert die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier. So können sich im Jahr vier bis fünf Generationen entwickeln. Da jedes Weibchen bis zu 300 Eier ablegt, vermehren sich diese Schädlinge bei trockener, warmer Witterung rasend schnell.




Weiße Fliege loswerden

Eine Bekämpfung der Weißen Fliege mit Pflanzenschutzmitteln ist schwierig, da die Tiere auf der Blattunterseite leben und bei Gefahr auffliegen. Die Weiße-Fliegenarten treten gleichzeitig in mehreren Entwicklungsstadien als Ei, Larve und Vollinsekt mit unterschiedlicher Empfindlichkeit auf. Mit Spritzmaßnahmen sind sie deshalb nur schwer zu treffen und einzudämmen.
Doch die Bayerische Gartenakademie hat einige Tipps parat die zum Erfolg führen: Die zur Zeit zugelassenen Schädlingsbekämpfungsmittel auf Kaliseifenbasis, z. B. Neudosan AF Neu Blattlausfrei (anwendungsfertig), oder auf Rapsölbasis, z. B. Schädlingsfrei Hortex oder Schädlingsfrei Naturen AF (anwendungsfertig), sollten tropfnass auf die Blattober- und Blattunterseite ausgebracht werden. Dies geschieht am besten in den kühleren Morgenstunden, weil die flugfähigen Tiere dann noch etwas träge sind. Aufgrund der raschen Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Insekt ist es erforderlich, die Pflanzenschutzmaßnahmen alle acht Tage durchzuführen. Es empfiehlt sich, Neudosan Neu sogar alle drei bis fünf Tage anzuwenden. Neudosan Neu Blattlausfrei und Schädlingsfrei Naturen dürfen nur im Gewächshaus angewendet werden.

Gelbtafeln sind nur als Befallskontrolle im Gewächshaus zweckmäßig. Im Freiland sind sie ungeeignet, weil viele andere Insekten und Nützlinge abgefangen werden. Als Bekämpfungsmaßnahme zeigen sie kaum Wirkung.




Gemüseschutznetze und andere vorbeugende Maßnahmen

„Wir müssen draußen bleiben!“ – Das könnte auch auf den Gemüseschutznetzen stehen. Sie wehren Gemüsefliegen, aber auch Schmetterlingsraupen, Erdflöhe und Minierfliegen ab. Die Maschenweite der Standardnetze (1,35 mm) ist zwar keine ganz sichere Barriere, schützt aber vor einen Massenbefall. Sicher sind die Kohlpflanzen unter einem sehr feinmaschigen Gemüseschutznetz (0,8 mm) (Fa. Wolfgang Nixdorf). Allerdings immer unter der Voraussetzung, dass sich diese Schädlinge nicht bereits vor der Abdeckung an den Pflanzen befunden haben! Verschanzen Sie Ihre Gemüsepflanzen gut und achten Sie darauf, dass die Gemüseschutznetze während der gesamten Kulturdauer rundherum gut verschlossen sind und bis zur Ernte auf den Gemüsebeeten verbleiben.

Entfernen Sie konsequent jegliches Unkraut, nicht nur im direkten Umfeld der Kulturpflanzen. Unbemerkt entwickelt sich die Weiße Fliege besonders auf Gänse-, Milch- oder Zuckerdistel, Vogelmiere, Franzosenkraut und auf anderen Kreuzblütlern. Sie sind beliebte Nahrungspflanzen, aber auch bevorzugte Überwinterungsquartiere.

Darüber hinaus überwintern die Weibchen der Weißen Fliege auf Winterkohlarten wie Grün- und Rosenkohl und auf Kohlstrünken, die in der kalten Jahreszeit auf den Beeten bleiben. Auch Erdbeerpflanzen bieten der Kohlmottenschildlaus Unterschlupf vor strenger Winterkälte. Im Mustergarten der Bayerischen Gartenakademie achten die Pflanzenexperten auf konsequente Unkrautbekämpfung, auch um Schädlingen keinen Unterschlupf zu bieten. Besuchen Sie doch die Internetseiten und den Gemüseblog der Gartenakademie. Hier sind Sie beim Anbau der unterschiedlichsten Kulturen hautnah dabei und finden viele Anregungen und Tipps.




Und außerdem:



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Brigitte Goss, Bayerische Gartenakademie