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Bildsymbol Bauwerksbegrünung| Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau |
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Welche Pflanzen halten auf leichten Gründächern durch?

Jürgen Eppel

Um Planern, Ausführungsbetrieben und Bauherren bei der Systemauswahl Entscheidungshilfen geben zu können, wurden an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau 6 verschiedene Leichtgründachsysteme vergleichend untersucht.

Versuchsanlage
Versuchsanlage

Die vorgenommene Bewertung der geprüften Systeme weist den Systemen Stärken und Schwächen zu, die auf den jeweiligen Einsatzzweck abzustimmen sind. Eines ist jedoch auch deutlich geworden: Die Begrünbarkeit von großflächigen Bedachungen in Industrie und Gewerbe ist auch bei geringer Nutzlast realisierbar.

Die Ansprüche an die ästhetische Leistungsfähigkeit sind dabei zwar von untergeordneter Bedeutung; trotzdem kann bei optimierter Pflege mit Leichtdachbegrünungen auch auf Jahre hin, wie die Systeme Zinco und mit Abstrichen Bauder erkennen lassen, eine befriedigende bis gute Optik erzielt werden. Allerdings leiden alle Systeme unter einem fortschreitenden Artenschwund. Selbst widerstandsfähige Sedum-Arten sind den Extrembedingungen bei eingeschränkter Pflege auf Dauer nicht gewachsen. Bei allen Systemen dominiert im Laufe der Entwicklung neben Moos vor allem Sedum album das Erscheinungsbild. Allerdings ist bei den gepflanzten und vor Ort angesäten Systemen ist eine höherer Bestandsgarantie gegeben wie bei den eingesetzten vorkultivierten Matten. Auffallend ist bei allen Systemvarianten der intensive Moosbesatz, der zusammen mit der sich entwickelnden Pflanzendecke für einzelne Varianten bei Wassersättigung auch zum "Lastfall" werden kann. So liegen die Aufbauten von Optigrün im dritten Versuchsjahr bereits knapp über bzw. bei Zinco und Große-Wilde nur noch knapp unter der vorgegeben Nutzlast von 60 kg/m². Da nahezu alle Systeme einen nachhaltigen Beitrag zur Abflussreduzierung leisten (Abflussbeiwerte nach FLL zwischen C = 0,2 und 0,5) darf auch ein entsprechender wirtschaftlicher Anreiz mit Bezug zur Regenwassergebühr unterstellt werden.

Dennoch fällt es schwer, einen Sieger des Vergleichstests auszumachen. Zu unterschiedlich sind die Stärken und Schwächen der einzelnen Systeme. Einen Gewinner gibt es trotzdem: nämlich die Dachbegrünung an sich. Auch wenn die Systeme ganz unterschiedliche Wege bestreiten und letztendlich nicht alle zu einer vergleichbaren Begrünung führen, überwiegt das positive Bild, das die zugegeben relativ artenarme Vegetation unter Extrembedingungen mit minimalster Pflege beim Betrachter erzeugt hat.

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Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Jürgen Eppel, Abt. Landespflege, Tel.: 0931/9801-401, Fax: 0931/9801-400