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Ergonomische Pflanzschaufeln im Praxiseinsatz
Nikolai Kendzia
Die Ergonomie hat sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeitsbedingungen für den Menschen möglichst vorteilhaft und vor allem für die Gesundheit schonend zu gestalten. Im Garten- und Landschaftsbau müssen tagtäglich Erde und Schüttgüter bewegt werden. Hier fällt anstrengende Handarbeit mit den unterschiedlichsten Schaufeln an. Die Firma Ergobase aus Peiting entwickelt rücken- und kraftschonende Schaufeltypen. Die Produktpalette ist breit gefächert und reicht vom Schneeschieber bis zur Hacke. Das Grundprinzip beruht darauf, einen möglichst optimal geformten Stiel oder Griff mit dem Gartengerät zu kombinieren.
Der Versuchsbetrieb der Abteilung Landespflege an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim hatte dieses Jahr die Möglichkeit, zwei Geräte auf ihre Praxistauglichkeit zu testen.
Herr Dickhaus von der Firma Ergobase stellte die Frankfurter- und die kleine Handschaufel zunächst vor und erklärte deren Handhabung. Eine solche Einführung ist auch unbedingt zu empfehlen, um die Akzeptanz bei den Mitarbeitern zu fördern. Im Laufe der Vegetationsperiode ergab sich im Arbeitsalltag mehrmals die Gelegenheit, sowohl die kleinen Pflanzschaufeln als auch die größere Frankfurter Schaufel einzusetzen. Die Gartengeräte wanderten durch viele Hände, vom Gärtnermeister bis zum Auszubildenden. Dabei zeigte es sich, dass die Umstellung auf die Frankfurter Schaufel von Ergobase die größten Schwierigkeiten bereitete. Ist man erst einmal mit dem geraden Stiel der herkömmlichen Schaufel vertraut, müssen die Bewegungsabläufe mit dem ergonomisch geformten Stiel richtig erlernt werden (Bild 1). Die neue Technik ähnelt eher dem „Schippen“ als der üblichen seitlichen Drehbewegung zum Entleeren der Schaufel. Die Mitarbeiter hatten unter dem zeitlichen Druck der Baustellen nicht die nötige Muse, sich mit dem Gerät vertraut zu machen. Es ist denkbar, dass z. B. der Freizeitgärtner eher bereit ist, sich auf das neue Gerät einzulassen. Allerdings bestätigte sich beim Probearbeiten das Gefühl, den Rücken zu entlasten.
Die kleine Handschaufel hingegen übertraf die Erwartungen. Sie ist im Betrieb ständig im Einsatz, da durch den gebogenen Griff mehrere Arbeitstechniken angewendet werden können: Ziehendes Einstechen vergleichbar mit einer Handhacke sowie übliches Hineinstoßen und Schaufeln des Erdbodens (Bild 2 und 3). Gerade das Einstechen kommt bei Pflanzarbeiten (Zwiebeln etc.) im Landschaftsbau oft zur Anwendung. Dabei liegt die Schaufel fest in der Hand.
Es ist zu erwarten, dass Handgabel und Fugenhaken ebenfalls von der Griffgestaltung profitieren. Getestet wurden die Gartengeräte aus Stahl, die ähnlichen Verschleiß wie die gebräuchlichen Schaufeln zeigten. Der Hersteller bietet auch Versionen in Edelstahl an.
Preislich unterscheidet sich die kleine Gartenschaufel mit 14,90 € Katalogpreis kaum von vergleichbaren Produkten. Die große Schaufel ist mit 59,90 € teurer als die üblichen Schaufeln.
Gerade bei der Handschaufel zeigt es sich, dass sich die ergonomische Form positiv auf den Arbeitseinsatz auswirkt. Die Produkte der Firma Ergobase sind mit dem Gütesiegel der AGR (Aktion Gesunder Rücken e.V.) ausgezeichnet. Die Skepsis gegenüber dem Neuen sollte einen nicht davon abhalten, die ungewöhnliche Schaufel selbst in die Hände zu nehmen, damit sich der Rücken ein eigenes Bild von der S-förmigen Griffgeometrie machen kann.
Bezugsadresse:
www.ergobase.com Reiner Dickhaus Ergobase GmbH & Co.KG Mühlenweg 2 86971 Peiting
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Nikolai Kendzia, Abt. Landespflege, Tel.: 0931/9801-413, Fax: 0931/9801-400
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