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Baustellenleiter - der praktische Controller im Garten- und Landschaftsbau!
Hans Beischl und Nikolai Kendzia
Die Nachkalkulation im GaLaBau steht und fällt mit dem Baustellenleiter. Nur mit einer zeitnahen Mit-, bzw. Nachkalkulation können aussagekräftige Daten erhoben werden, die der Firma nutzen. GaLaBau-Baustellen sind immer Unikate. Daher brauchen Baustellenleiter einen "klaren Kopf", ein "dickes Fell" und ein "§starkes Rückgrat".
Zu diesem Fazit kamen die Teilnehmer des Gesprächsforums Betriebswirtschaft im GaLaBau an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Die einhellige Meinung der GaLaBau-Unternehmer - z.T. mit Gattinnen – war, dass das komplexe Tätigkeitsfeld des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaues kompetente Führungskräfte dringend benötige. Nur eine rationell durchgeführte Mit-, bzw. Nachkalkulation decke den Erfolg, bzw. Mißerfolg auf. Zweifellos werde das Geld vorrangig auf der Baustelle verdient, aber auch verloren. Nicht erst, wenn die Tagesberichte, Lieferscheine, Maschinenberichte oder Stundenlohnberichte im Büro gemeldet würden, beginne die Nachkalkulation, sondern bereits bei der Festlegung der Arbeitsabläufe, beim Voraufmaß und der Planung eines wirtschaftlichen Personal- und Maschineneinsatzes. Meist wird daher der Baustellenleiter gleich nach der Akquisition des Auftrages eingeschaltet; er begleitet das Projekt dann bis zur Zahlung. Er agiert an der Schaltstelle zwischen Büro und Baustelle.
Wichtig sei es dabei, die Vorkalkulation und vorhandenen Vorüberlegungen rechtzeitig mit dem Baustellenleiter zu besprechen, so dass er die Möglichkeit habe, sich in die künftige Baustellensituation zu versetzen und sich die richtigen Fragen zu stellen: Mit welchen Kompetenzen werde ich gegenüber dem Kunden ausgestattet? Mit welchen Mitarbeitern gehe ich auf die Baustelle? Welche Geräte und Maschinen brauchen wir dazu? Wie viel Zeit ist vorgesehen, usw.? Der Baustellenakt sollte keine Buch mit sieben Siegeln sein, sondern die Grundlage für einen vertragskonformen Bauablauf Wenn das Verfassen der Berichte schon per Hand lückenhaft sei, so könne später auch keine elektronische Datenerfassung das notwendige Bewußtsein der Führungskraft ersetzen, so die einstimmige Meinung. Der Baustellenleiter ist sozusagen der “praktische Controller”. Er steuert, plant, kontrolliert und hält den Informationsfluss aufrecht. Deshalb benötigt er neben den landschaftsgärtnerischen Basisqualitäten auch noch folgende Schlüsselqualifikationen:
1. Er muss selbständig vorausdenken und organisieren können. 2. Er muss verantwortlich handeln und das Unternehmen selbstbewußt vertreten können. 3. Er muss bereit sein, sich ständig weiter zu bilden. Nur so könne er dem Kunden, aber auch seinem Chef und seinen Mitarbeitern “auf Augenhöhe” gegenüber treten.
Selbständigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewußstein sowie gestalterisches Gespür sind dafür die Grundvoraussetzung. Die Form der Nachkalkulation bringe es nämlich immer wieder an den Tag, wie selbständig, vorausschauend und umsichtig eine Führungskraft eine Baustelle abwickle. Nur er habe es in seiner Hand, dass produktiv gearbeitet werde. Nur er könne erkennen, wo leichtsinnige Verschwendung von Zeit und Material zur Regel werden. Ein versierter Baustellenleiter muss aufgrund seiner Stellung auch ruhig einmal den Mumm besitzen, der Firmenleitung eine offensichtliche Diskrepanz zwischen der Vorkalkulation und dem Bauablauf zu melden. Mit zahlreichen Beispielen untermauerten die Anwesenden, welche Mißgeschicke oft auf den Baustellen passierten, die nie an's Tageslicht kämen, wenn nicht die Baustellenleiter eingegriffen oder es zumindest der Firmenleitung gemeldet hätten. Mit einer gewissen "Witterung" von Unregelmäßigkeiten müssen die Baustellenleiter unternehmerisch denken und handeln. Sie müssen vielfältigen Störfaktoren auf den Grund gehen, immer wieder die Mitarbeiter zu Produktivität und Qualität motivieren, dem Kunden Lösungen anbieten, eventuell auch gleich einen Preis durchsetzen und der Firmenleitung pünktlich, saubere und nachvollziehbare Berichte liefern. Nur so könne er rechtzeitig erkennen, ob seine Baustelle aus dem Ruder laufe. Als nächste Aufgabe haben sich die Teilnehmer vorgenommen, über eine praktikable Umsetzung von Leistungsanreizen in Form eines Prämiensystems nachzudenken. Der nächste - auch für Gäste immer offene Termin - findet am Mittwoch, den 15. Mai 2009, statt.
Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Hans Beischl, Abt. Landespflege, Tel.: 0931/9801-416, Fax: 0931/9801-400
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