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Amur-Kirsche - Prunus maackii

Dr. Philipp Schönfeld

Verbreitung und Beschreibung

Prunus maackii 'Amber Beauty' in der Allee der vereinigten Bäume auf der EXPO in Hannover.

Die Amur-Kirsche wächst wild in Korea und der Mandschurei. Ihr Verbreitungsgebiet gehört zur borealen und nemoralen Vegetationszone mit kalten Wintern und kühlen, regenreichen Sommern. Sie ist ein kleiner bis mittelgroßer, kurzstämmiger Baum mit einer breit kegelförmigen Krone. Die Rinde ist außergewöhnlich glänzend, zimtrot bis braungelb und schält sich quer in dünnen Streifen ab. Die hellgrünen Blätter sind 3 bis 10 cm lang, breit elliptisch bis länglich eiförmig und am Rand scharf gesägt. Durch die drüsige Punktierung an der Blattunterseite unterscheidet sich Prunus maackii von der sonst sehr ähnlich aussehenden Prunus serrula. Das Laub verfärbt sich im Herbst auffallend goldgelb bis rötlichgelb. Die Blüten erscheinen Ende April bis Anfang Mai vor oder mit dem Laub am alten Holz. Sie sind weiß und stehen zu 10 bis 30 in dichten, mehr oder weniger behaarten 4 bis 8 cm langen Trauben, die am Grund keine Laubblätter besitzen. Früchte werden nur selten ausgebildet. Sie sind kugelig, 5 mm groß und schwarz. Die Früchte sind nicht giftig.

Ansprüche

Die Amur-Kirsche ist nicht sehr anspruchsvoll. Sie bevorzugt jedoch
einen sonnigen bis lichtschattigen Standort. Am besten entwickelt sie sich auf sandig lehmigen, frischen und nährstoffreichen Böden. Der pH-Wert sollte im schwach sauren bis neutralen Bereich liegen. Die Amur-Kirsche ist entsprechend ihrer Herkunft sehr frosthart und in die Winterhärtezone 4 eingeordnet. Das entspricht einer mittleren jährlichen Minimumtemperatur von –28,9 bis –34,4 °C. Da sie aus Regionen mit kühlen und regenreichen Sommern stammt liebt sie kühle Plätze und ist hitzeempfindlich.

Verwendung

Die weißen Blüten erscheinen Ende April bis Anfang Mai.
Die außergewöhnliche Rindenfarbe von Prunus maackii 'Amber Beauty' kommt im Winter besonders gut zur Geltung.

Mit der weißen Blüte im Frühjahr sowie der glänzenden Rinde ist die Amur-Kirsche ein attraktiver Kleinbaum. Zwar wird diese Art in bezug auf die Fülle und Schönheit ihrer Blüten von einigen anderen Prunus-Arten und Sorten übertroffen, jedoch ist sie unübertroffen in Bezug auf ihre glänzende und ausgesprochen auffällige Rinde. Der interessante Blütenbaum eignet sich hervorragend zur Pflanzung in Hausgärten, größeren Vorgärten, Innenhöfen und Parks. Da er ungiftig ist kann er auch bedenkenlos in Randbereichen von Spielplätzen und Schulhöfen gepflanzt werden. In Deutschland wird er nur selten verlangt im Gegensatz zu den Niederlanden. In den USA wird er oft als unkomplizierter Kleinbaum für Hausgärten empfohlen.



Folgende Gehölze, die zur gleichen Zeit blühen und ähnliche Standortansprüche haben, eignen sich als gute Partner: Corylopsis-Arten, Magnolia stellata in Sorten, Ribes sanguineum in Sorten, Chaenomeles-Arten und Sorten, Forsythia-Arten und Sorten, Kerria japonica, Prunus cistena, Spiraea arguta und thunbergii. Gehölze, die nicht weiß blühen, sind als Partner natürlich besonders wirkungsvoll. Sehr gut lässt er sich auch mit anderen Gehölzarten, die ebenfalls eine auffällige Rindefarbe oder –struktur besitzen, kombinieren, wie z.B. Acer-Arten, Betula-Arten, Cornus-Arten oder Parrotia persica. Im lichten Halbschatten unter der Amur-Kirsche fühlen sich viele frühjahrsblühende Stauden und Zwiebelblumen mit ähnlichen Standortansprüchen wohl (Lebensbereich Gehölzrand, frischer Boden. Geeignet sind z.B.: Anemone blanda, Bergenien, Corydalis-Arten, Doronicum-Arten, Hepatica-Arten, Hylomecon japonicum, Narzissen, Omphalodes-Arten, Phlox divaricata und P. stolonifera, Pulmonaria-Arten, Scilla-Arten, Waldsteinia-Arten.

Sorten

'Amber Beauty' - eine niederländische Selektion, mit einer kegelförmigen, kompakteren Krone, die sich besser als Hochstamm mit einem durchgehendem Leittrieb erziehen lässt. Die Rindenfarbe ist eher goldgelb und gleichmäßiger ausgeprägt als bei der Art.



Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Dr. Philipp Schönfeld, Abt. Landespflege, Tel.: 0931/9801-409, Fax: 0931/9801-400