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Versickerungsaktive Pflanzungen - Bodenvorbereitung, Pflanzung, Pflege
Jürgen Eppel
Der Versickerungsstandort
Begrünbare Anlagen zur Versickerung sind dadurch gekennzeichnet, dass anfallende Niederschlagsabflüsse von befestigten und bebauten Grundstücken dezentral über den angrenzenden bewachsenen Boden bewirtschaftet werden. In der Regel ist der Versickerungsstandort durch eine vergleichsweise hohe Wasserdurchlässigkeit gekennzeichnet, die nur in Extremfällen einen kurzfristigen Überstau der Versickerungsebene zulässt. Eine standortgerechte Begrünung ist funktionserhaltendes aber auch gestaltprägendes Element der bodengebundenen Versickerung.
Bepflanzungsmöglichkeiten bieten die Flächenversickerung, Muldenversickerung und Mulden-Rigolen-Elemente. Muldenvarianten verfügen aufgrund der Bodenmodellierung über ein oberirdisches und in Kombination mit Rigolenelementen zusätzlich noch über ein unterirdisches Rückstauvolumen mit erweiterter Speicherkapazität. Die Versickerungsmulden sollen nach Arbeitsblatt DWA A 138 (DWA, 2005) so bemessen sein, dass sie nur kurzzeitig unter Einstau stehen. Die Einstauhöhe ist dabei auf max. 30 cm zu begrenzen. Spätestens nach 24 Stunden sollen die Mulden wieder vollständig entleert sein. Dies gilt zumindest für Regenereignisse in einer Höhe und Intensität wie sie (statistisch gesehen) jedes Jahr einmal wiederkehrend am Versickerungsstandort vorkommen können. Die aus wasserwirtschaftlicher Sicht raumwirksamen Vorgaben für Muldenversickerungseinrichtungen sind nochmals exemplarisch zusammengefasst.....
Bepflanzung von Sickermulden
Die Begrünung des Versickerungsstandortes erfolgt entweder durch Rasenansaat oder eine standortgerechte Bepflanzung mit Stauden bzw. Bodendeckern. Wie Versuche an der LWG zeigen, verbessern mit Stauden bepflanzte Mulden im Vergleich zur Rasenansaat nicht nur den Wasserrückhalt, sondern auch die Versickerungsleistung. Bei Dauerregen konnten bepflanzte Mulden bis zu einem Drittel mehr Wasser aufnehmen und an den Untergrund abgeben als Rasenflächen. Dieser Effekt wurde insbesondere durch die intensivere Wurzelausbildung in tieferen Bodenschichten begünstigt.
Auch die Verdunstungsleistungen der krautigen Pflanzen lagen insgesamt höher als die der Gräser, was zu einer besseren Wasserbilanz mit höherer Eigenverwertung und geringeren Durchflusswerten führte....
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Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Jürgen Eppel, Abt. Landespflege, Tel.: 0931/9801-401, Fax: 0931/9801-400
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