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Stadtbaumarten im Klimawandel

Dr. Susanne Böll

Pऀanzung von Quercus cerris in Hof.

"Stadtgrün 2021" ist der programmatische Titel eines neuen Projekts an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, gemeinschaftlich durchgeführt von den Abteilungen Landespflege und Gartenbau in Kooperation mit dem Fachzentrum Analytik. Dieses im Angesicht des Klimawandels initiierte Projekt beschäftigt sich mit der Problematik, dass einige der gängigen Stadtbaumarten unter den zunehmend wärmeren und trockeren Sommern sowie unter neu eingewanderten Schädlingen und Erkrankungen so stark leiden, dass sie in vielen Fällen den ästhetischen Ansprüchen an einen Straßenbaum nicht mehr genügen (Bsp. Kastanienminiermotte), zu einer Gefährdung werden (Bsp. Bruchproblematik durch Massaria-Erkrankung an Platanen) oder gänzlich absterben (Bsp. Eschensterben einheimischer Fraxinusarten).


Versuchsbaumarten
In dem langfristig angelegten Projekt wurden anhand verschiedener Kriterien, wie natürliche Standortansprüche, Trocken- und (Spät-) Frosttoleranz, potentielle Schädlinge und Pilzerkrankungen zukunftsträchtige Baumarten aus dem (süd-) osteuropäischen, aber auch nordamerikanischen und asiatischen Raum ausgewählt, die auf Grund ihrer Eigenschaften potentiell in der Lage sind, den prognostizierten Klimabedingungen unserer Städte zu trotzen (Tab.1).


Partnerstädte
Die ausgewählten Baumarten wurden bzw. werden im Herbst 2009/ Frühjahr 2010 an folgenden, bayerischen urbanen Standorten mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen je 8-fach aufgepflanzt:
Würzburg, eine wärmebegünstigte Stadt mit überdurchschnittlichen Trockenperioden und Temperaturbedingungen (Weinbauklima),
Hof/ Münchberg, die unter kontinentalem Klimaeinfluss mit hoher Frostgefährdung stehen („bayerisch Sibirien“)
Kempten, das durch ein gemäßigtes Voralpenklima mit ausreichenden Niederschlägen geprägt ist.

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Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
Dr. Susanne Böll, Abt. Landespflege, Tel.: 0931/9801-423, Fax: 0931/9801-400