Tree-Seeing-Tour in Würzburg
Besuch der Vereinigung Schweizerischen Stadtgärtnereien und Gartenbauämter

Bie Besuchergruppe bei der Betrachtung eines Baumes.
Auf einer ganz besonderen Sightseeing-Tour waren sechs Vertreter der Vereinigung Schweizerischen Stadtgärtnereien und Gartenbauämter, kurz VSSG, vom 12. bis 13. September 2017 in und um Würzburg. Nicht Käppele, Marienburg oder die historische Altstadt standen auf der Liste der gefragten Anschauungsobjekte, sondern „die Bäume“ am Straßenrand. Doch Baum ist dabei nicht Baum: So suchen Dr. Susanne Böll und Dr. Philipp Schönfeld aus dem Sachgebiet Pflanzenökologie und Pflanzenverwendung (Abteilung Landespflege) seit 2010 in drei bayerischen Städten die Stadtbäume von Morgen. Im Rahmen des Langzeitprojektes „Stadtgrün 2021“ wurden dafür an den drei klimatisch unterschiedlichen Standorten rund 660 Bäume gepflanzt. Sie stammen aus Südost-Europa, Asien und Nordamerika. Nur wenige Arten sind heimisch. In Würzburg werden die Baumarten dabei auf Trockenheits- und Hitzetoleranz getestet. Silberlinde, Purpur-Erle und Ungarische Eiche schlagen sich dabei besonders gut und könnten daher künftig das grüne Bild der Innenstädte prägen.
Neben einer Führung durch den „Zukunftswald“ auf dem Gelände des LWG-Versuchsbetriebes Stutel und einem Vortrag über die Substrat- und Mykorrhizauntersuchungen im Fachzentrum Analytik (Herr Herrmann, Dr. Klemisch) wurden auch die in Würzburg gepflanzten Stadtgrün-Bäume besichtigt. Die Fachbesucher der VSSG informierten sich bei ihrer Tree-Seeing-Tour über Wachstum der 30 Baumarten und -sorten. Diese wurden in Kooperation mit der Stadt Würzburg am Friedrich-Bergius-Ring (Gewerbegebiet Würzburg-Ost) und im Stadtbezirk Heuchelhof gepflanzt.
„Den meisten Autofahrern fällt beim Vorbeifahren kein Unterschied auf“, so Dr. Schönfeld. Aber auch bei näherer Betrachtung fällt es schwer, eine heimische von einer nicht-heimischen Baumart zu unterscheiden. So sehen sich beispielsweise die Blätter von Hopfenbuche und Hainbuche zum Verwechseln ähnlich. Doch was sich unterscheidet, sind die „inneren Werte“, was sich in einer deutlich besseren Klimastresstoleranz widerspiegelt. Um den Bäumen ihre Geheimnisse zu entlocken, wurde eine Silberlinde in einem Pilotversuch aufwendig verkabelt. „Unser Ziel ist es, den passenden Baum für den passenden Standort zu finden und den Baumschulen und Gartenämtern die Entscheidung bei einer Neupflanzung abzunehmen“, betont Dr. Schönfeld. Dadurch soll das Grün in den Innenstädten eine langfristige Zukunft haben.