Pressemitteilung - 27. Januar 2016
Vielfältige Herausforderungen für Bienen und Imker - Nachbericht Veitshöchheimer Imkerforum 2016

Gut besucht trotz Eis und Schnee
Trotz schlechter Wetterprognose trafen sich mehr als 150 Imkerinnen und Imker am 23.01.2016 in der Aula der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau zum Veitshöchheimer Imkerforum. Dr. Stefan Berg und Dr. Ingrid Illies gaben Einblick in die Versuchsarbeit des Fachzentrums Bienen.

Versuchsberichte aus der Arbeit des Fachzentrums Bienen
Beet und Balkon können für Wild- und Honigbienen ein Schlaraffenland sein – wenn die Sorte stimmt. Erste Ergebnisse aus einem gemeinsamen Projekt vom Fachzentrum Bienen und dem Sachgebiet Zierpflanzenbau weisen bienenfreundliche Sorten aus. Die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bienenvölker waren auch 2015 ein Schwerpunkt in der Versuchsarbeit. Für die Bekämpfung der Kirschessigfliege im Weinbau sind Insektizide zugelassen, die auch Bienen schädigen können, die süßen Traubensaft eintragen. Im Untersuchungsjahr 2015 war der Befall mit Kirschessigfliegen gering, da die sehr heiße und trockene Witterung die Populationsentwicklung der Kirschessigfliege gebremst hat. Es konnten keine Schäden an Versuchsbienenvölkern beobachtet werden.

Varroamilbe: Vergleichsstudie zur Verdunstung der Ameisensäure
Für die Bekämpfung der Varroamilbe wurden im Rahmen einer Vergleichsstudie verschiedene Applikatoren zur Verdunstung der Ameisensäure getestet. Hier haben sich bereits erprobte Verfahren wie der Nassenheider Verdunster wieder bewährt, da auch bei ungünstiger Witterung kontinuierlich Ameisensäure verdunstet. Biotechnische Maßnahmen zu Bekämpfung der Varroamilbe wie die Erwärmung von Brutwaben oder ganzen Bienenvölkern wurde ebenfalls untersucht. Diese hyperthermischen Behandlungsmethoden sind in unterschiedlichem Maße wirksam, weisen zum Teil aber durchaus beachtliche Behandlungserfolge auf.

Bienengesundheitsdienst bietet breites Untersuchungsspektrum
Dr. Andreas Schierling vom Tiergesundheitsdienst Bayern zog in seinem Beitrag Bilanz für das erste Jahr des sogenannten Bienengesundheitsdienstes und ist zufrieden mit den Probeneinsendungen durch die Imkerinnen und Imker. „Wir haben viel erreicht und können den Imkern ein breites Untersuchungsspektrum anbieten“ so Schierling. Er bat auch für 2016 um rege Beteiligung bei den geplanten Projekten.

Greening und KULAP in Bayern – was bringt`s für die Biene?
Diese Frage beantworte Kornelia Marzini aus der Abteilung Landespflege. Sie stellte die Maßnahmen im Greening und im KULAP vor und erläuterte die Ziele dieser Maßnahmen – von der Sicherung der Artenvielfalt bis zum Erosionsschutz. Nicht jede Maßnahme nutzt der Biene, so sind z.B. spätblühende Zwischenfrüchte nicht nur ein Segen für die Bienen, dennoch bietet das Netz der Maßnahmen Bereicherungen im Nahrungsangebot für (Wild)bienen und andere Bestäuber.

Klaus Körber von der Abteilung Gartenbau stellte den Stadtbaum in den Mittelpunkt seiner Präsentation und zeigte auf, dass der Klimawandel das Spektrum an Stadtbäumen verändern wird. Diese Entwicklung geht in großen Schritten voran und wird auch das Nahrungsangebot für Bienen verändern, denn einige Klassiker in der Stadt, wie z. B. die Rosskastanie werden verschwinden. Neue Stadtbäume sind in der Erprobung und bieten auch Trachtpotential für Biene und Co: Götterbaum und Bienenbaum, aber auch neue Lindenarten.

Die Abschlussdiskussion war kurz aber lebhaft und der Termin für das nächste Jahr wurde bereits bekannt gegeben: Samstag der 28. Januar 2017.