Pressemitteilung - 17. März 2016
Letzter Schritt der Versuchserweiterung für Stadtgrün 2021 - Baum-Pflanzung mit Informationstafel Würzburg

Am Dienstag, den 22. März 2016 pflanzen Mitarbeiter des Grünflächenamtes der Stadt Würzburg acht Orientalische Platanen für das Projekt Stadtgrün 2021 der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Auch in Münchberg und Kempten werden je sechs Bäume der gleichen Art nachgepflanzt. Dies ist der letzte Schritt der Versuchserweiterung für das europaweit größte Forschungsprojekt zum Thema Straßenbäume, das bis 2021 läuft. Um 11:00 Uhr an der Ecke Heuchelhofstr. / Moskauer Ring bringen Jürgen Eppel, Leiter der Abteilung Landespflege an der LWG und Dieter Müller Leiter des Gartenamtes Würzburg eine große Informationstafel zum Projekt und Namensschilder an den Bäumen an.

Lausanne, Essen, Berlin, Mailand: internationales politisches Interesse
Das insgesamt auf zwölf Jahre ausgelegte Projekt erfährt bereits seit geraumer Zeit großes internationales Interesse. So stellten Projektleiter Dr. Philipp Schönfeld und Projektbetreuerin Dr. Susanne Böll das Projekt im letzten halben Jahr bei der Schweizer Baumpflegetagung in Lausanne, auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen, während eines Parlamentarischen Abends in Berlin und auf der internationalen Messe Myplant & Garden in Mailand vor.

Städte langfristig mit mehr Artenvielfalt bei den Stadtbäumen begrünen
Dort betonten die Drs. Schönfeld und Böll, dass die Belastungen für Stadtbäume durch trockene, heiße Sommer, starke Unwetter sowie neue Krankheiten und Schädlinge groß und weiter zunehmend sind. Angesichts dieser Belastungen stellt sich die Frage, wie wir unsere Städte langfristig attraktiv begrünen können.

Tatsächliche Eignung im Forschungsprojekt mit der Realität abgleichen
„Problematisch ist, dass bisher nur wenige Hauptbaumarten gepflanzt werden, was die Anfälligkeit, die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen unter den verschärften Klimabedingungen verstärkt. Wir brauchen aber mehr Artenvielfalt“, erklärt Dr. Philipp Schönfeld. Um die theoretischen Annahmen über die Stresstoleranz einzelner Baumarten zu überprüfen, ist es jedoch unerlässlich, ihre tatsächliche Eignung in praktischen Forschungsprojekten mit der Realität abzugleichen. Im Projekt „Stadtgrün 2021“, werden seit 2009 an drei klimatisch unterschiedlichen Stadtstandorten in Bayern zunächst zwanzig Baumarten auf ihre Klimastresstoleranz getestet. 2015 kamen zehn weitere Baumarten dazu. Insgesamt 660 Bäume hat das Team gepflanzt und untersucht diese zwei Mal jährlich auf Frostschäden, Trockenstress, Schädlinge, Krankheiten, Phänologie (Austrieb, Laubverfärbung, Blattfall), Vitalität, Zuwachs und Nährstoffversorgung. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit Forschungsmitteln von 760.000 Euro finanziert.

Passende Baumart fürs passende Klima
Endgültige Empfehlungen können erst nach Abschluss des Projektes gegeben werden. Einen „Superbaum“ wird es allerdings nicht geben. Bei der Auswahl der passenden Baumarten ist immer das lokale Klima zu berücksichtigen. Einige Bäume eignen sich besonders für harte Winter mit Schnee, Eis und Frost, andere hingegen für heißtrockene Sommer.