Pressemitteilung - 14. Februar 2018
50. Veitshöchheimer Landespflegetage - Die GaLaBau-Branche trifft sich in Veitshöchheim

Tradition im Namen und Trends im Fokus: ´Mehr-Wissen im GaLaBau – Traditionen - Taten - Trends´, so das Motto der diesjährigen Landespflegetage, die vom 20. bis 21. Februar 2018 in Veitshöchheim stattfinden. Bereits zum 50. Mal richtet das Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau (ehemals Abteilung Landespflege) der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) die größte Fachtagung für die Branche des Garten- und Landschaftsbaus (GaLaBau) im deutschsprachigen Raum aus. Neben den Vorträgen zu aktuellen Themen und der Forschungsarbeit des Institutes bietet eine begleitende Fachausstellung mit über 50 Herstellern und Dienstleistern der grünen Branche einen Überblick über aktuelle Trends und künftige Entwicklungen.

Zukunft braucht Herkunft
50 Jahre Landespflege, ein runder Geburtstag, der nicht nur zum Feiern einlädt, sondern die beste Gelegenheit bietet, einen Blick zurück aber auch nach vorn zu werfen. Dafür steigen der ehemalige Abteilungsleiter Dr. Walter Kolb und sein Nachfolger Jürgen Eppel auf die Bühne und lassen die Geschichte des Institutes Revue passieren, wagen aber auch einen Blick in die Zukunft. So verstecken sich hinter der praxisorientierten Forschungsarbeit des Institutes Themen, die uns schon heute begegnen oder künftig nicht mehr wegzudenken sind: Von elektrisch angetriebenen Geräten und Maschinen, innovativen grünen Klimafassaden bis hin zu Gestaltungsideen für Verkehrsinseln oder aktuellen Ergebnissen im Langzeitprojekt ´Stadtgrün 2021 – Neue Bäume braucht das Land´, die Fachbesucher erwartet ein spannender Einblick und gleichzeitig ein Ausblick über die künftigen Anforderungen der Branche.

Schon Salat von der Wand gepflückt?
Könnten bald für grüne Farbkleckse in der sonst grauen Betonlandschaft der Innenstädte sorgen: die ´Living Walls´. Dass sich an wandgebundenen Systemen für die vertikale Gebäudebegrünung auch erfolgreich Gemüse kultivieren lässt, ergaben Versuche, die an vier getesteten Systemen im Sommer 2017 durchgeführt wurden. Dabei konnten unter anderem bis zu zwei Kilogramm Romana-Salat je Quadratmeter von der Wand ´gepflückt´ werden. Aber auch Buschbohnen bildeten lange Zeit eine deckende Blattmasse und lieferten regelmäßig frische Bohnen. Doch die Herausforderung liegt im Detail: Denn vertikale Pflanzungen sind auf eine funktionierende automatische Bewässerung angewiesen, damit es nicht durch Mangelversorgung zu Ausfällen kommt.

Es wächst zusammen, was zusammengehört
Welche Auswirkung hat die Fassadenbegrünung auf das Mikroklima an Gebäuden? Im Gemeinschaftsprojekt ´Klima-Forschungs-Station´, das in Kooperation mit dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern e. V.) durchgeführt wird, findet zusammen, was zusammengehört: Begrünungssystem und Gebäudefassade. Doch was ist der ideale Abstand, welche Art der Bepflanzung eignet sich am besten und was passiert mit der Luft im Zwischenraum von Begrünung und Mauer? Mit modernster Technik und innovativen Verfahren wird exakt gemessen, wie die Begrünung die Energiebilanz der Fassade beeinflusst. Die Wandsysteme des Pilotversuches können auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 besichtigt werden.

Die Kreisinsel: Kunstwerk und Lebensraum
Fast jede Gemeinde hat mittlerweile ihren Kreisverkehr, doch die Gestaltung der Kreisinsel ist oftmals ein Knackpunkt, denn verkehrstechnische Erfordernisse schränken die Bepflanzungsmöglichkeiten nicht nur stark ein, auch sollte die Pflege der Fläche nicht zu aufwändig sein. So werden in der Mitte der Inselfläche häufig Sträucher gepflanzt, um eine Blendung durch den Gegenverkehr zu verhindern. Dabei sollte jedoch die Artenauswahl an den Standort und den Charakter der umgebenden Landschaft angepasst sein. Vorgelagerte Staudenflächen, für die oftmals auffällige Blütenfarben gewählt werden, sorgen beispielsweise dafür, dass die Kreisinsel im Verkehrsraum erkennbar bleibt. Durch die Kombination mit Ziergräsern wird zudem eine Struktur auch in der blüharmen kalten Jahreszeit erreicht. So lassen sich mit den ´Veitshöchheimer Staudenmischungen´ attraktive Pflanzbilder mit geringem Pflegeaufwand auf die Kreisinseln zaubern, die durch diese naturnahe Bepflanzung auch zum Lebensraum und Nahrungsspender für Insekten werden.