Pressemitteilung - 15. Februar 2018
24. Veitshöchheimer Baumschultag 2018: Social Media & E-Commerce – Zeitwende in der Gehölzvermarktung

Der Kunde ist König und bestimmt, wie, wann und wo gekauft wird. Social Media und E-Commerce sind längst mehr keine lästige Pflicht, sondern die Kür in Sachen Produktvermarktung und Absatzerweiterung. Auch als gärtnerischer Unternehmer ist es daher wichtig, sich auf die Veränderungen der digitalen Welt einzustellen und den Risiken aber auch den Chancen, die damit einhergehen, aktiv zu begegnen. Das Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim hat für den mittlerweile 24. Baumschultag den Schwerpunkt daher ganz bewusst auf Social Media und E-Commerce gelegt: Wie geht die Branche bereits damit um? Was hält die Zukunft noch bereit? Was ist zu tun, um den Anschluss nicht zu verlieren? Spannende Praxisvorträge und Gastredner lassen die Fachbesucher am Donnerstag, den 22.02.2018, tief in die digitale, virtuelle Welt und deren Möglichkeiten eintauchen. Denn die Zeitwende in der Gehölzvermarktung steht nicht erst noch bevor, sondern hat schon längst begonnen.

Den Herausforderungen begegnen
Optisch ansprechende Verkaufsflächen, qualifiziertes Personal und eine hohe Produktqualität gehören zum guten Ton, sind aber alleine nicht der Garant für den künftigen Geschäftserfolg. Denn auch bei Pflanzen und Gehölzen möchte der gartenliebende Kunde über digitale Erlebniswelten und entsprechende Onlineangebote einfach und bequem an sein künftiges Bäumchen kommen. Urban Gardening und die Do-It-Yourself-Bewegung verschaffen der grünen Branche dabei einen Boom, der nicht abzureißen scheint.

Video-Tutorials vermitteln Grundlagen und Handgriffe, in Blogs und Bildnetzwerken tauscht man sich über Ideen und Umsetzungen aus – und das Rohmaterial für die Erfüllung der grünen Träume ist nur einen Klick entfernt. Engelbert Kötter, Marketingexperte und Unternehmensberater, berichtet aus seiner 25-jährigen Branchenerfahrung und wie sich die Anforderungen von Schaugärten und „Tag der offenen Tür“ zum digitalen Auftritt und Onlineshops geändert haben.

Social Media im Fokus
Die vom Bayerischen Rundfunk produzierte Sendung ´Querbeet´ gehört zu den meistgesehensten und erfolgreichsten Gartenformaten in Deutschland. Neben der Wissensvermittlung von Aussehen, Verwendung und Pflege von Pflanzen steht der Nachmachgedanke im Mittelpunkt. Sabrina Nitsche, selbst ehemalige Absolventin der Staatlichen Meister- und Technikerschule in Veitshöchheim, und Tobias Bode geben Einblicke in Konzept und Drehalltag und stellen den crossmedialen Ansatz dahinter vor.
Als Autorin des Blogs „Gartenfräulein“ vereint Silvia Appel Passion und Profession und öffnet mit ihrem Blog anderen Menschen die Türe zum Gärtnern. Sie entführt ihre Follower in selbst geschaffene grüne Erlebniswelten und versteht es Begeisterung zu wecken. Ein Ansatz, der auch im Gärtnereibereich immer wichtiger wird, um eine langfristige Kundenbindung aufzubauen, aber auch eine neue – und vor allem junge – Zielgruppe zu gewinnen.

Als Testeinkäufer unterwegs
Als künftige Fachkräfte müssen sich die Studierende der Staatlichen Meister- und Technikerschule der LWG in der Fachrichtung Baumschule später nicht nur gut mit der Materie auskennen, sondern als Führungskraft bzw. Betriebsnachfolger die strategische Ausrichtung des Unternehmens im Blick behalten. Die künftigen Baumschulmeister haben dafür u. a. den Onlinehandel im Baumschulsektor analysiert und waren als Testeinkäufer unterwegs. Die Ergebnisse sind dabei überraschend und verblüffend zugleich.

Erfolgsmodelle aus der Praxis
Den Spagat zwischen stationärem Verkauf und den digitalen Möglichkeiten schaffen und damit den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft legen: Schon heute stellen sich gärtnerische Unternehmen dieser Herausforderung und haben damit aktiv auf die Zeitwende in der Gehölzvermarktung reagiert. Darunter sind auch zwei Betriebe aus Niederbayern (Baumschule Patzelsperger) und der Schweiz (Gartencenter Schwitter), die dabei komplett unterschiedliche Ansätze verfolgen, aber durchaus erfolgreich damit fahren.