Pressemitteilung - 13. März 2018
50-mal Veitshöchheimer Landespflegetage - Ein Grund zum Feiern!

Den roten Teppich rollt man nur zu besonderen Ereignissen aus: Das 50. Jubiläum der Veitshöchheimer Landespflegetage, einer der größten Fachtagungen des Garten- und Landschaftsbaus (GaLaBau) im deutschsprachigen Raum, bot genau diesen Anlass. Fast 1.200 Tagungsgäste informierten sich am 20. und 21. Februar über die aktuelle Forschungsarbeit des Instituts für Stadtgrün und Landschaftsbau der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) sowie über aktuelle Trends und Entwicklungen, die die Branche bewegen.

Wo kommen wir her – wo geht´s hin?
Zu Beginn der Tagung blickte Dr. Walter Kolb auf seine ersten Versuche im einstmaligen Sachgebiet „Garten- und Landschaftsbau“ zurück. Dabei zeigte sich, dass einige Themen, wie die Senkung des Pflegeaufwands bei Pflanzflächen oder der Einsatz von Mulchmaterial, auch heute noch nichts von ihrer Bedeutung verloren haben. Mit den neuen Projekten „Klimafassaden“ oder „Stadtgrün 2021“ hat sein Nachfolger Jürgen Eppel zukunftsweisende Versuche begonnen, die die Auswirkungen des Klimawandels vermindern wollen. Auch der aktuelle Trend, die Lebensmittelerzeugung in den Siedlungsbereich zu holen, wird mit den „Urban Gardening“-Vorhaben weiterentwickelt und unter Praxisbedingungen getestet. Dabei erobern die Gemüsekulturen nicht nur begrünte Dächer, sondern wachsen dank wandgebundener Systeme auch senkrecht an der Fassade.

Ein ‘Walter’ für Walter
Erfolg kommt nicht von irgendwo her, sondern fußt auf einem soliden Fundament. Mit der Gründung der „Abteilung Landespflege“ (im Jahr 1989) leistete der damalige Leiter Dr. Walter Kolb nicht nur Pionierarbeit, sondern bereitete in seiner 35-jährigen Dienstzeit den Weg für den Erfolg des heutigen Instituts für Stadtgrün und Landschaftsbau. Für seine außerordentlichen Verdienste erhielt er als erster Preisträger den nach ihm benannten ‘Walter’-Award. Eine Auszeichnung, die künftig an Personen vergeben werden soll, die sich um die Weiterentwicklung der Landespflegetage verdient gemacht haben.

Klimawandel und Energieeinsparung
Beim Thema Klimafassaden trat Institutsleiter Jürgen Eppel zusammen mit Versuchsingenieurin Johanne Bohl ans Mikrofon. In Kooperation mit dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE Bayern e. V.) entsteht derzeit eine innovative und deutschlandweit einzigartige Klima-Forschungs-Station. Dort wird in den nächsten Jahren exakt gemessen, wie eine Kombination aus wandgebundener Begrünung und innovativen Fassadenmaterialien die Energiebilanz beeinflusst. Neben dem Vergleich flächiger Begrünungsmodule mit einem Rinnensystem wird auch die Hinterlüftung untersucht, also inwieweit der Spalt zwischen Bauwerk und Begrünung zur Heizenergieeinsparung beitragen kann. Diese ganzheitlichen Fassadenlösungen können auf der Landesgartenschau Würzburg 2018 besichtigt werden.

Bayerische Landesgartenschau Würzburg
Verbinden Sie diesen Besuch doch auch gleich mit einer Stippvisite beim Ausstellungbeitrag des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums. Denn dafür hat das Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau in Person von Helmut Rausch die Planung übernommen. Als Highlights stellte er auf den Landespflegetagen den Vinomax-Pavillon in Form eines Ceratiten (urzeitlicher Kopffüßler) und den Demonstrationsweinberg vor. Ergänzend hob Babette Menz mit der Ausstellung „Beflügel Dich – Finde das Große im Kleinen“ der Klasse G2 (angehende Techniker, Produktionsgartenbau) u. a. über „Indoor-Gardening“ im im April und den ALB-Spürhund-Vorführungen im September einige Besonderheiten des Veranstaltungsprogramms hervor.
Viel Applaus der Tagungsteilnehmer erhielten Felicitas Schön und Jonathan Schulte, die den schulinternen Entwurfswettbewerb für einen der Zukunftsgärten auf der LGS Würzburg 2018 gewonnen hatten. Engagiert und souverän stellten sie die Entstehung des 370 m² großen „Modularen Gartens“ vor, der von den 23 Studierenden der Staatlichen Meister- und Technikerschule Veitshöchheim in der Fachrichtung GaLaBau binnen zwei Wochen in über 730 Arbeitsstunden – neben dem normalen Schulbetrieb – „aus dem Boden gestampft“ wurde. Nicht nur an den vier Aktionswochenenden, an denen die Studierenden in ihrem Garten präsent sein werden, ist diese Gemeinschaftsleistung einen Besuch wert.

(Bilder: © Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Veitshöchheim)