Pressemitteilung - 30. April 2018
Eine ganz heiße Angelegenheit - Wenn Stadtbäume Fieber haben

Gefühlt wie Mai: Der April verwöhnte uns nicht nur mit den bereits sehnlich erwarteten Sonnenstrahlen, sondern auch mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. Doch was erwartet uns erst im Hochsommer, wenn schon jetzt im Frühling deutlich über 25 °C herrschen? Auf die grünen Schattenspender in den Innenstädten, die beim Einkaufsbummel zu einer Verschnaufpause in den überhitzten Stadtbereichen einladen, ist schon längst kein Verlass mehr. Denn auch die Stadtbäume leiden zunehmend unter Hitzestress und werfen häufig schon im Sommer ihre Blätter ab. Im Projekt „Stadtgrün 2021“ sind die Experten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöcheim daher schon seit 2009 auf der Suche nach den Stadtbäumen von morgen.

Bei 50 °C ist die Luft raus
Herbstliche Blattfärbung im Sommer? Ein deutliches Zeichen dafür, dass der Baum der Hitze und Trockenheit nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Steigt die Blatttemperatur nahe 50 °C, ist im wahrsten Sinne des Wortes Schluss: So findet bei Überhitzung der Blätter keine Fotosynthese mehr statt und der Baum stellt gezwungenermaßen das Wachstum für die restliche Vegetationsperiode völlig ein. Doch auch Ökosystemleistungen des Baumes, wie die Bindung von CO2, Schattenbildung und Kühlung, werden damit auf null gefahren. Welche Bäume sind daher am besten in der Lage, den Hitzestress zu regulieren? Können kontinentale Baumarten wie Silberlinde oder Hopfenbuche ihre Kronentemperatur besser steuern und die Blätter länger halten als heimische Baumarten?

Fieberkurve der Bäume
Viele Fragen, die schon oftmals gestellt wurden, und auf die die Experten des Institutes für Stadtgrün und Landschaftsbau an der LWG konkrete Antworten suchen. Dafür wurde bereits im Sommer 2017 für den ersten Testlauf ein vielversprechender Zukunftsbaum aufwendig an Blättern, Rinde und im Wurzelbereich mit innovativen Temperatur-Sensoren verkabelt – und bereits erste Ergebnisse erfasst. Durch die Verkabelung von heimischen Baumarten wie auch weiteren Zukunftsbäumen sollen die „Fieberkurven“ nicht nur Aufschluss geben, welche Bäume sich für eine klimaresiliente Stadt eignen, sondern auch erstmals aufzeigen, was unsere Bäume in den Städten wirklich aushalten müssen.

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) lädt Sie daher ein zum Pressetermin „2. Runde der Verkabelung Klimabäume“ am Freitag, den 4. Mai 2018 um 11:00 Uhr, am Friedrich-Bergius-Ring (Nähe Nr. 11), 97076 Würzburg. Frau Dr. Susanne Böll, LWG-Projektleitung „Stadtgrün 2021“, steht Ihnen dabei für fachliche Fragen zur Verfügung und gewährt Einblicke in Messergebnisse, die am verkabelten Testbaum im Sommer 2017 gemessen wurden. Mit einer Hubsteigerfahrt besteht zudem die Möglichkeit einer Bildberichterstattung aus der Vogelperspektive.