Weinlesestart 2017
Harmonische, fruchtige Weine mit viel Charakter

Gruppenbild der Lesehelfer mit Weinprinzessin Sophia Kron, Thorsten Schwab (MdL), Helmut Brunner, Barbara Stamm und Silena Werner
An die Scheren, fertig los – bei der offiziellen Eröffnung der diesjährigen Weinlese packten der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Frankens Weinkönigin Silena Werner am Freitag, den 15.09.2017, beherzt mit an. Dabei war neben der Kraft in den Händen vor allem ein fester Stand der ganz besonderen „Lesehelfer“ gefragt: Denn die Weinleseröffnung fand diesmal in den Steillagen des Stettener Steins (Landkreis Main-Spessart), rund 80 Meter über dem Main statt.
Bisher frühester Lesestart
Bereits seit Ende August wandern, bei einer der frühestens Weinlesen überhaupt, die Trauben vom Weinberg wieder in den Keller der Winzerbetriebe und Genossenschaften. So wurde bereits die Hälfte der Weißweinsorten wie Müller-Thurgau und Bacchus gelesen. In den kommenden Tagen stehen nun Silvaner, Riesling, Scheurebe und die Burgunder-Sorten auf dem Leseprogramm. Für „Trödeln“ bleibt in diesem Jahr keine Zeit: Denn der anhaltende Regen sorgt nicht nur dafür, dass die reifen Beeren platzen, sondern begünstigt auch die Traubenfäulnis. Dank der derzeit kühlen Nächte sind die Aussichten für eine gute Ernte aber positiv.
Zitterpartie mit Happy End?
Auch der 2017er-Jahrgang ist in weiten Teilen eine Zitterpartie für die Winzerinnen und Winzer. So litten die Weinstöcke im Frühjahr aufgrund fehlender Winterniederschläge unter Trockenheit. Frostnächte im April verursachten zudem an den früh ausgetriebenen Reben teilweise hohe Schäden. Durch ausreichend Niederschlag im Juli und ausbleibende Wetterkapriolen entspannte sich die Lage und der Entwicklungsvorsprung der Trauben wurde ausgebaut. „Wir können uns auf harmonische, fruchtige Weine mit viel Charakter freuen“, so Landwirtschaftsminister Brunner bei der Weinleseeröffnung. Neben der Qualität stimmt aber auch die Quantität: So wird in diesem Jahr pro Hektar ein Ertrag von rund 80-85 Hektolitern erwartet. Ob es schließlich doch noch ein Happy End für die Winzer gibt, entscheidet nun die Lese des Silvaners.
Ran an die LWG-Trauben
Auch in den Weinbergen des LWG-Weinbauversuchsbetriebes sind derzeit viele helfende Hände unterwegs. Auf rund 20 Hektar baut die LWG über 50 verschiedene Rebsorten an. Rund 2/3 der Rebfläche wird für weinbauliche Versuche, wie z. B. Bewässerung von Reben, den Anbau von internationalen Rebsorten oder für die Auswirkung der Kirschessigfliege genutzt. Zudem werden historische Rebsorten wie „Adelfränkisch“ und „Vogelfränkisch“ kultiviert, um diese vor dem Verschwinden und der Vergessenheit zu bewahren. Insgesamt wird in Bayern (Regensburg, Bodensee und Franken) auf rund 6.300 Hektar Wein angebaut.