Vinomax auf der LGS 2018
Wenn aus einer Vision Realität wird

Staub, viel Staub, darin ein schemenhafter Schatten, der sich mit ungeheurer Geschwindigkeit in einem überdimensionierten Glaskasten – scheinbar wie von Geisterhand gesteuert – hin und her bewegt. Beim Besuch der Schreinerei Ackermann GmbH in Wiesenbronn (bei Wiesentheid) am Montag, den 15.01.2018, kamen die Besucher der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) aus dem Staunen nicht heraus. Denn im unterfränkischen Wiesenbronn entsteht mit dem ´Vinomax´ das Herzstück der Schaufläche des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums auf der Landesgartenschau 2018 in Würzburg.

In regelmäßigen Abständen trifft sich Orga-Team der LWG mit Vertretern der renommierten Schreinerei, um Detailfragen zu klären, damit aus einer Vision schließlich Realität wird. „Wir freuen uns riesig, mit so einem innovativen und weltbekannten Unternehmen, das unter anderem das Modell des Konzertsaals für die Elbphilharmonie gebaut hat und für den neuen Louvre in Abu Dhabi fertigt, zusammenarbeiten zu können und so einen tollen Beitrag für die Landesgartenschau zu erstellen“ so Dr. Hermann Kolesch.
Bitte noch an zwei Steckdosen im ´Vinomax´ denken, um den Staubsauger für die Reinigungskräfte mit Strom zu versorgen. Den Lammellenvorhang am Ein- und Ausgang aus glatter LKW-Plane oder doch besser aus stabilerem, strukturierten Lederimitat? Und ist die Fläche, die bereits vom beauftragten Landschaftsgärtner erstellt wurde, ausreichend? Bisher existiert die Vision des ´Vinomax´, dass in seiner Bauform einem Kopffüßler, besser gesagt einem Ceratit Nodosus aus der Teilgruppe der Ceratiten nachempfunden ist, nur auf dem Papier. „Der Muschelkalk, als einer der drei geologischen Gesteine der germanischen Trias prägt unsere Region und verleiht dem Wein seine unverkennbare Note“, so Dr. Hermann Kolesch, Präsident der LWG in Veitshöchheim. Vor über 180 Millionen Jahren lebten die heute als Versteinerung in den fränkischen Weinbergen und Steinbrüchen zu findenden Ceratiten im sogenannten Muschelkalkmeer. Der Name ist dabei Programm: Denn das Binnenmeer zeichnete sich durch seine reiche Vielfalt an Kalkabsätzen und Muscheln aus und legte somit das Fundament, auf dem unser Wein heute wächst und gedeiht.
Eine Landesgartenschau in Würzburg? Der Themenschwerpunkt für die Schaufläche des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums war schnell gefunden: Der Wein! „Der Weinbau prägt die Region wie kaum ein anderes Handwerk. Doch neben Tradition ist es vor allem der Sprung in die Moderne und die unglaubliche Wandlungsfähigkeit, die den Weinbau auszeichnet“, so Georg Bätz, Leiter des Instituts für Weinbau und Oenologie. Im ´Vinomax´, der sich als interaktiver Lehrsaal versteht, wird mit Bildern und Bewegtbild die Weinbautradition – aber auch die Zukunft des Weinbaus dargestellt. Auf über 800 m² erwarten den künftigen LGS-Besucher auf den Flächen des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums mit dem Vinomax und einem Schauweingarten mit alten und neuen Weinsorten aber nicht nur weinbauliche Themen: Mit wechselnden Ausstellungen, Abendprogrammen und unterschiedlichsten Aktionen für Groß und Klein präsentiert das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die gesamte Bandbreite aktueller Forschungsansätze und grünen Trendthemen.
Doch bis der ´Vinomax´, in Einzelteilen in Wiesenbronn vormontiert und auf Tieflader für den Transport verladen, seinen Weg auf das Fundament in Würzburg findet, wird es noch dauern – den der spannenden Teil, die Fertigung und Montage, steht noch an. Beim Besuch der Schreinerei Ackermann klärte das Orga-Team der LWG daher nicht nur offene Punkte in Sachen Konstruktion und Umsetzung, sondern warf auch einen Blick hinter die Kulissen. Bei einer Führung wurde deutlich, welch Vielfältigkeit und welche Möglichkeiten das Schreinerhandwerk bietet. Besonders bestaunt wurde beim Rundgang ein Industrieroboter, der aus Leichtbausteinen vollautomatisiert individuelle Komponenten für den Innenausbau fertigt, und den man nicht unbedingt in einer Schreinerei erwartet hätte.
Der Countdown läuft: In nicht einmal mehr 12 Wochen öffnet die 19. Landesgartenschau ihre Türen. Unter dem Symbol des Schmetterlings, der wie kein anderes Tier für den Wandel steht, lädt Würzung auf die ehemaligen Flächen der Leighton-Baracks (Stadtteil Hubland) ein. Auf 28 Hektar entstehen auf der wohl „grünsten Baustelle“ Bayerns, Schauflächen und Installationen, die einen Blick in die Zukunft von Mensch & Natur wagen.

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