Passion und Profession
Erfolgreicher Abschluss für Nebenerwerbswinzer/innen

Was haben ein Ingenieur, eine Bankkauffrau, ein Mechatroniker oder ein Kieferorthopäde gemeinsam? Ihre Passion für den Wein! Doch nicht nur der Genuss des aromatischen Rebensaftes, sondern vielmehr die Handgriffe dahinter verbindet 28 Teilnehmer des vergangenen Bildungsprogrammes für Nebenerwerbswinzer/innen. Nach 14. monatiger Ausbildungsdauer und über 200 Unterrichtsstunden endete der von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim durchgeführte Lehrgang, in dem die Profession der Teilnehmer gestärkt wurde und nun auf die eigentlich Kür, den Praxiseinsatz im Betrieb, wartet.
Gruppenbild der 28 Teilnehmer und Teilnehmerinnen in der Probierstube eines Weingutes
Nach fast 2 Jahren und rund 200 Unterrichtsstunden endlich geschafft: 28 Teilnehmer aus Mainfranken, Nordrhein Westfalen, Baden Württemberg und Sachsen Anhalt freuten sich über den Lehrgangsabschluss im Rahmen des Bildungsprogrammes für Nebenerwerbswinzer/innen. Lehrgangsleiter Michael Braun (3.v.r.) überreichte die Teilnehmerzertifikate und wünschte den Absolventen Optimismus, Ideenreichtum und Tatkraft für die Bauarbeiten an der „Winzerzukunft“.

Der Startschuss für das Bildungsprogramm Nebenerwerbswinzer/in (2018-2020) fällt im November 2018. Den Termin am besten gleich in den Kalender eintragen und einen ersten Blick auf die Inhalte werfen:

Handgriffe verfeinern

28 Teilnehmer aus „Mainfranken“, aber auch aus Nordrhein Westfalen, Baden Württemberg und Sachsen Anhalt absolvierten von Ende 2016 bis Frühjahr 2018 das Bildungsprogramm für Nebenerwerbswinzerinnen und Nebenerwerbswinzer und schlossen den Lehrgang erfolgreich ab. Ziel der Bildungsmaßnahme ist die Professionalisierung bzw. Optimierung der Traubenproduktion, der Kellerwirtschaft aber auch der Vermarktung der Nebenerwerbswinzerbetriebe. Darüber hinaus werden sensorische Fähigkeiten entwickelt, das Qualitätsbewusstsein geschult sowie für eine nachhaltige Bewirtschaftungsweise sensibilisiert. Themen, wie der „sanfte“ Rebschnitt sowie die „schonende“ Verarbeitungsweise des Traubenmostes und Jungweines nach neuesten kellerwirtschaftlichen Erkenntnissen sind wichtige Bestandteile des Lehrgangsprogramms.

Theorie trifft Praxis

Die theoretisch wie praktisch vermittelten Lehrinhalte bauen dabei auf bereits vorhandene weinbauliche und kellerwirtschaftliche Erfahrungen auf und heben sich damit deutlich von Didaktik und Methodik einer herkömmlichen Ausbildung ab. Der Lehrgang setzt dabei eigenes Engagement voraus, die erlernten Ausbildungsinhalte in den eigenen Betrieben auch eigenverantwortlich umzusetzen. Insgesamt umfasst das Lehrgangsprogramm einen Theorieblock „Traubenproduktion“ (ca. 90 Stunden) sowie die Einheit „Kellerwirtschaft“ (ca. 120 Stunden). Die Lehrveranstaltungen wurden jeweils von November bis Februar abgehalten und bewusst in die Weinbau schwächere Jahreszeit gelegt, damit der Lehrgang gut mit der beruflichen Tätigkeit kombiniert werden kann. Während der Vegetationszeit bzw. der Kellersaison wurden von verschiedenen Winzermeistern in deren Weinbaubetrieben praktische Übungen bzw. Unterweisungen angeboten, um das Erlernte auch praktisch umsetzen zu können.

Nach dem Lehrgang ist vor der Weiterbildung

„Man kann nicht in die Zukunft schauen, aber man kann den Grund für etwas Zukünftiges legen, denn Zukunft kann man bauen!“ Ganz nach dem französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupery haben die Lehrgangsteilnehmer mit dem erfolgreichen Abschluss wichtige Bausteine für die Zukunft gesetzt – und sind bei Weitem noch nicht am Ende der Weiterbildungsfahnenstange angelangt. Bereits während der Feierstunde spielten einige Absolventen mit dem Gedanken, mit dem Ablegen der Abschlussprüfung im Ausbildungsberuf Winzer/in als externer Prüfungskandidat weiter an ihrer Zukunft zu bauen und damit ihre Passion und Profession weiter zu verbinden.