Pflanzung der letzten Rebe 2018
Der Nachwuchs sorgt für Nachwuchs

Detailaufnahme des gepflanzten Rebstocks mit Veredelungstelle
Kleine Rebe auf der großen Bühne. Mit einer symbolischen Geste wurde am 28. Mai 2018 am Thüngersheimer Scharlachberg die letzte Rebe des Jahres gepflanzt. Unter den wachsamen Augen von Institutsleiter für Weinbau und Oenologie Georg Bätz und Winzermeister Joachim Hörnig pflanzte Auszubildende Cheyenne Kraft die Jungrebe gekonnt ein und stellte dabei ihre Handfertigkeit und das erlernte Wissen unter Beweis. Mit einem kräftigen Schluck Wein wurde der Rebnachwuchs von Peter Schwingenschlögl angegossen, der damit kurz vor seinem wohlverdienten Ruhestand seine ganz persönliche „letzte Rebe“ pflanzte.

Mediterranes Klima lässt grüßen

Silvaner, Müller-Thurgau oder Bacchus: Sie stehen wie keine anderen Weinsorten für Franken und seine Weine und werden schon seit vielen Jahren kultiviert und dominieren die Rebflächen deutlich – zumindest noch. Denn der Klimawandel macht auch vor Franken nicht halt: So geht die Temperaturkurve Jahr für Jahr weiter nach oben und sorgt damit für steigende Temperaturen über alle Jahreszeiten hinweg. In knapp 100 Jahren könnte daher in Franken ein mediterranes Klima, wie man es in Spanien oder Italien kennt, herrschen.

„Wir pflanzen für Anbauversuche unterschiedliche Rebsorten, die vorwiegend in südlichen Ländern beheimatet sind: Sangiovese, Nebbiolo, Torrontes oder Malbec. Mit diesen Rebsorten gehen wir daher den richtigen Weg und machen unsere Weinberge fit für die Zukunft“, so Georg Bätz, Leiter des Institutes für Weinbau und Oenologie, bei seiner Ansprache. Diese Reben kommen bestens mit Hitze und Trockenheit zurecht. Aber auch heimische Rebsorten wurden gepflanzt: So zum Beispiel Adelfränkisch eine alte Rebsorte aus dem früheren Fränkischen Satz, die bestens mit den Klimaveränderungen zurechtkommt. Auch der Silvaner gilt in Franken als Klimagewinner. Deshalb wurde hier in letzter Zeit das Genreservoir des Silvaners angelegt.
Über den Weinbauversuchsbetrieb der LWG
Mit rund 20 Hektar Rebfläche bewirtschaftet die LWG eine Anbaufläche, die einem wachstumsorientierten Weinbaubetrieb entspricht. Über 100 verschiedene Rebsorten werden unter den verschiedensten Forschungsansätzen angebaut. Die Forschungsarbeit hört dabei aber an der Kellertüre nicht auf: Mit modernster Kellertechnik, durch Optimierung des Gärverfahrens, oder den Weinausbau in unterschiedlichsten Gefäßen, wie Muschelkalkfass und Tonamphore, gehen die Oenologen immer neue Wege in der Weinbereitung und sind damit Ideengeber für die Winzerinnen und Winzer.

Der Countdown läuft

Rund 5.000 Weinreben werden von den Mitarbeitern des Weinbauversuchsbetriebes jährlich neu gepflanzt und ersetzen so rund einen Hektar Rebfläche. Doch während der Rebennachwuchs noch wachsen und gedeihen muss und frühestens in 3 Jahren mit einem ersten Ertrag zu rechnen ist, stehen die großen Brüder und Schwestern in den Zeilen nebenan bereits in voller Blüte. Der Countdown wurde damit bereits eingeläutet: Denn nach alter Winzerweisheit beginnt die Weinlese 100 Tage nach der ersten Blüte. Wie bereits im letzten Jahr könnten die Winzer daher bereits Anfang September zur Schere greifen und den Jahrgang 2018 einfahren.

Impressionen von der Pflanzung der letzten Rebe 2018