Sortenreine Edelbrände
Die Vielfalt edler Äpfel und Birnen im Glas - Biodiversität pur!

Eine Glasflasche gefüllt mit dem Destillat der Hänserbirne in einem Korb voller reifer Birnen
Raafs Liebling, Unseldapfel, Hänserbirne, Trockener Martin oder Wöbers Rambur: Noch nie gehört? Kein Wunder! Denn von der einstigen Apfel- und Birnenvielfalt in Bayern ist nicht viel übrig geblieben. „Nur eine zeitgemäße Verwertungsmöglichkeit alter Sorten führt zu einem aktiven Interesse der Besitzer an der Pflege und damit zum Erhalt der Streuobstwiesen“, so Martin Degenbeck, Streuobst-Fachmann vom Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Denn mit der Bewirtschaftung von Streuobstwiesen leisten die bayerischen Brenner einen wichtigen Beitrag zu Artenschutz und Artenvielfalt: So tummeln sich über 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten auf einer Streuobstwiese und finden dort Nahrung und Lebensraum.

Vergessene Schätze

Von 2007 bis 2010 begaben sich die LWG-Experten bei einer Sortenkartierung im Landkreis Würzburg auf eine ganz besondere Spurensuche und fanden dabei seltene, bereits verloren geglaubte Sorten wie etwa die Röhrlesbirne, die über 100 Jahre als verschollen galt, wieder. Aus 17 dieser wiedergefundenen kulinarischen Schätze (Sorten) werden seit dem von 14 Brennern aus Franken nicht ganz alltägliche, sortenreine Edelbrände destilliert, die nicht nur als Solisten eine gute Figur machen. „Auch in der Kombination mit Schokolade, Wurst, Käse & Co. entfalten Brände und Geiste einen wahren Sinneszauber und entpuppen sich dabei als idealer Begleiter“, schwärmt Mathias Krönert, Fachberater Brennerweisen, LWG-Institut für Weinbau und Oenologie.

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